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Altenburg Manuel Kressin blickt auf erfolgreiches Debüt als Schauspieldirektor
Region Altenburg Manuel Kressin blickt auf erfolgreiches Debüt als Schauspieldirektor
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15:21 18.07.2018
Manuel Kressin blickt auf seine erste Spielzeit als Schauspieldirektor für die Theater in Altenburg und Gera zurück – und zieht ein positives Fazit.
Altenburg

International beachtete Aufführungen, außergewöhnliche Produktionen und reichlich Theater ums Theater: Es war keine gewöhnliche Spielzeit, die Manuel Kressin im Rücken hatte, als er zu Beginn der Saison 2017/18 die Nachfolge von Bernhard Stengele als Schauspieldirektor bei Theater&Philharmonie Thüringen antrat. Angesichts dessen hätte wohl so ziemlich jeder Nachfolger zügig weiche Knie bekommen.

Alter Hase auf neuer Position

„Angst hatte ich eigentlich keine, sondern war vielleicht sogar fast ein wenig genervt“, gibt Kressin, angesprochen auf die großen Fußstapfen des Vorgängers, mit einem Lächeln zu. Immerhin gehört der 39-Jährige, wenn man so will, bereits zu den alten Hasen des Hauses, ist seit 2009 in Altenburg und Gera tätig – zunächst als Darsteller, später als Verantwortlicher der Jugendtheaterwelt. „Über die Jahre habe ich immer mehr geschrieben und auch selbst inszeniert, teils parallel zum Spielen“, blickt er auf die eigene Laufbahn zurück.

Persönliche Handschrift wird sichtbar

Entsprechend fließend sei letztlich auch der Übergang verlaufen, nicht zuletzt konnte der Großteil des Ensembles zusammengehalten werden. Und auch konzeptionell wollte man radikal andere Wege beschreiten. „Ziel war es nicht, einfach einzureißen, was Bernhard Stengele über Jahre aufgebaut hatte“, betont Kressin. „Aber wir wollten auch keine bloße Kopie seiner Arbeit liefern.“ Nach einer kompletten Spielzeit kristallisiert sich nun zunehmend Kressins persönliche Handschrift heraus.

Sein Stil wird dabei insbesondere in den Regiearbeiten deutlich. „Ich bin vielleicht mehr interessiert daran, entlang einer Geschichte Inhalte zu vermitteln“, versucht er, seinen Ansatz in Worte zu fassen. „Bei mir soll es weniger abstrakt zugehen, sollen Figuren auf der Bühne stehen, die Geschichten erzählen.“ Auch politisch kann und darf es weiter auf der Bühne zugehen – wenn auch vielleicht nicht ganz so offensiv wie unter Stengele.

Erfolge, aber auch noch Potenzial

Eine Herangehensweise, die Wirkung zeigt. „Wir haben in der abgelaufenen Spielzeit viel erreicht. Wir haben ein gut funktionierendes Ensemble zusammen und konnten die Zuschauerzahlen steigern und auch die Zusammenarbeit mit dem Schloss- und Kulturbetrieb weiter ausbauen“, freut sich Kressin. Trotzdem weiß auch der Schauspieldirektor, dass noch nicht alles rund läuft. So habe etwa das letztjährige Weihnachtsmärchen „nicht das erfüllt, was wir uns bei der Anlage vorgenommen hatten“. Mehr Zuspruch hätte er sich zudem insbesondere von Schulen für „Biedermann und die Brandstifter“ erhofft.

Theater als sozialer Motor

Ebenfalls ausgebaut worden sei die Beziehung zwischen Theater und Stadtbevölkerung. „Als ich anfing, hatte man in Altenburg noch den Eindruck, das Theater stehe alleine für sich. Ein Teil des Ensembles wohnte gar in Leipzig“, erinnert sich Kressin. Inzwischen sei man deutlich sichtbarer im Stadtbild: So seien Schauspieler regelmäßig etwa im Paul-Gustavus-Haus anzutreffen, bewegt sich das Ensemble bewusst in die Öffentlichkeit und wirbt – wie jüngst auf dem Markt zur „Verkauften Braut“ – direkter für seine Produktionen. „Ein Stadttheater soll sozialer Motor der Kommune sein, eine gegenseitige Identifikation zwischen Ensemble und Bürgern schaffen“, umreißt Kressin seine Ziele für die Zukunft. Er wolle, das betont er mehrfach, mit dem Theater ein „Zuhause mit bekannten Gesichtern“, für die Zuschauer schaffen.

Engere Verzahnung geplant

Keine kleinen Ambitionen, die mittelfristig nicht zuletzt vor allem durch die noch engere Verzahnung der einzelnen Sparten erreicht werden soll. Zwar sei dies, nicht zuletzt der zwei verschiedenen Standorte wegen, eine nicht zu verachtende Herausforderung. „Aber man kann sich ja schrittweise vorantasten“, schmunzelt Kressin. „Das ist letztlich auch ein Alleinstellungsmerkmal“, führt er aus. Erste Ansätze sollen in der kommenden Spielzeit mit der Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ in Gera und „Geliebtes Klärchen“ in Altenburg bereits zur Umsetzung kommen. Die Zukunft, sie bleibt weiterhin spannend, bei Theater&Philharmonie Thüringen.

Von Bastian Fischer

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