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Altenburg Manuel Schmid und Band bringen Altenburger Musikfestival auf Temperatur
Region Altenburg Manuel Schmid und Band bringen Altenburger Musikfestival auf Temperatur
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18:12 09.08.2019
Zum Warm-Up des Altenburger Musikfestivals spielte Manuel Schmid mit Band in der Tenne auf. Quelle: Jörg Reuter
Altenburg

Die Fernbedienung darf für die nächsten Tage durchaus außer Reichweite gelegt werden. Denn bei einem Blick in den Veranstaltungskalender des Altenburger Musikfestivals bleibt für Musikfans jedweder Couleur allabendlich wenig Zeit für die Flimmerkiste. Diese Non-Stopp-Veranstaltung der besonderen Art zieht die Skatstadt und das Umland bis zum 18. August einmal mehr in ihren Bann.

2019 verspricht ein ausgezeichneter Jahrgang zu werden

Man mag es kaum glauben, aber das Festival erlebt in diesen Tagen tatsächlich bereits seine 29. Auflage. Nimmt man das sogenannte Warm-Up am Donnerstagabend zum Maßstab, dann verspricht die Vor-Jubiläums-Ausgabe ein ausgezeichneter Jahrgang zu werden. Denn von einem musikalischen Sich-Warm-Laufen konnte eigentlich keine Rede sein. Manuel Schmid und seine Kollegen waren auf der Bühne in der Tenne der Altenburger Brauerei sofort auf Betriebstemperatur. Bereits zum zweiten Mal nach 2017 konnten die Veranstalter den 1984 in Altenburg geborenen und inzwischen auch hier wieder beheimateten Musiker für das Warm-Up gewinnen. „Es ist mir eine Ehre, dabei zu sein“, bekennt der junge Musiker. „Vor Altenburger Publikum zu spielen, ist immer wieder etwas Besonderes. Wen man da alles trifft, ist einfach toll.“

Profis durch und durch: Marek Arnold, Quelle: Jörg Reuter

Ostrock nah am Original und dennoch eigen

Im Gepäck hatte der Sänger und Keyboarder, der sowohl solistisch unterwegs ist als auch seit 2012 fest zur Stern-Combo Meißen gehört, diesmal sein Album „Deine Liebe und mein Lied“. Zwar nicht mehr so ganz neu wie im Festival-Programmheft angekündigt, denn es ist schon seit 2017 auf dem Markt, doch anziehend genug für die Fans von ostdeutschem Liedgut. Das Konzert war schon im Vorfeld ausverkauft. Die Präsentation von Ostrock-Titeln vornehmlich aus den 70er-Jahren in einer eigenen Interpretation und dennoch nah am Original, gemixt mit eigenen Songs, erwies sich als absolute Zugnummer. Für Schmid selbst ist es eine Hommage an das älteste deutsche Plattenlabel AMIGA. Auf diese Weise könne man zeigen, welch wunderbare und tiefgreifende Musik zu einer Zeit gemacht wurde, als es nicht vorrangig nach Verkaufszahlen gegangen sei und die Musik mehr Raum für Entfaltung hatte.

Volles Haus: Bereits das Warm-Up zum Musikfestival war exzellent besucht. Quelle: Jörg Reuter

Klavierstück mit vier Händen und eine Prise Jazz

Manuel Schmid, dessen Weg schon früh in die Altenburger Musikschule führte, hat die Raritäten im Plattenschrank seiner Eltern gefunden und für sich entdeckt. Und aufgehoben. Das eine oder andere Cover hielt er hoch und wollte wissen, wer im Publikum die Platte ebenfalls noch sein eigen nennt. Da schnellten etliche Hände empor. Kein Wunder mithin, dass sich die Damen oder Herren gar unterschiedlicher Altersgruppen zudem mehrfach sehr textsicher erwiesen. Etwa bei Veronika Fischers „Auf der Wiese“ oder Karats „Über sieben Brücken“. Fehlen durften außerdem natürlich weder Karats „Schwanenkönig“, noch Holger Bieges „Sagte mal ein Dichter“ oder Lifts „Sehnsucht nach Süden“, um nur einige zu nennen. Dazwischen gemixt eigene, neue Titel aus der 2016er-CD „Seelenparadies“ sowie aus dem in diesem Jahr frisch auf den Markt gebrachten Album „Zeiten“. Ein Klavierstück zu vier Händen und Jazz rundeten den einschließlich Pause fast dreistündigen Abend ab.

Musikalische Glanzeinlage: Manuel Schmid und Quelle: Jörg Reuter

(Fast) perfekter Abschluss nach vier Zugaben

Selbiges taten zudem selbstverständlich die Gäste, die Manuel Schmid mit auf die Bühne brachte: der Schlagzeuger Ekki Dreßler (noch ein Altenburger!), der Saxophonist und zugleich künstlerische Leiter Marek Arnold sowie der Bassgitarrist Peter „Bimbo“ Rasym, viele Jahre Bandmitglied der Puhdys. Musiker der Extraklasse allesamt. Protagonist des Abends freilich war Manuel Schmid, der mit seiner wunderbaren Interpretation das Publikum ein ums andere Mal verzauberte und zugleich am Keyboard bestach. Folgerichtig wurden alle vier am Ende frenetisch gefeiert. Erfreut und dankbar ließen sich die Musiker zu sage und schreibe vier Zugaben animieren. Schade nur, dass ausgerechnet beim leisen, die Seele streichelnden Abschluss mit Karussells „Als ich fortging“ die sonst so perfekt agierende und überaus rührige Bedienungscrew nicht kurz mit dem Flaschen- und Gläserstapeln innegehalten hat.

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