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Altenburg Manuel Struffolino glänzt als Schauspieler – und als Sänger
Region Altenburg Manuel Struffolino glänzt als Schauspieler – und als Sänger
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17:27 10.05.2019
Im Inselzoo ist Manuel Struffolino öfter zu finden. Vor allem bei seinen Kindern steht der Tierpark hoch im Kurs. Quelle: Bastian Fischer
Altenburg

Davon, dass der Weg auf die Bühne oder vor die Kamera mitunter durchaus verschlungen sein kann, wird so mancher Schauspieler mehr als ein Lied singen können. Auch Manuel Struffolino bildet da keine Ausnahme. „Dabei war mir eigentlich schon in der Schule klar, dass ich in Richtung Schauspiel gehen möchte“, betont er im Gespräch.

Umweg ohne Nu­me­rus clau­sus

Und zunächst sah auch alles nach dem direkten Karriereweg aus: „Nach dem Abitur habe ich mich an Theatern in Nordrhein-Westfalen beworben. Am Detmolder Theater konnte ich dann eine Regiehospitanz machen.“ Und auch während des Zivildienstes blieb er der Bühne treu, war im Extrachor aktiv. Dann allerdings stand die Frage nach dem Studium an: „Und ein Kollege aus Köln hat mich darauf hingewiesen, dass man sich letztmalig ohne Numerus clausus für Sonderpädagogik einschreiben konnte.“ Da war er also, der Umweg.

Aufwendig kostümiert war Manuel Struffolino schon oft auf der Altenburger Bühne zu erleben, hier etwa als Gestiefelter Kater. Quelle: Sabina Sabovic

Zwischen Hörsaal und Bühne

Trotzdem, ganz konnte Struffolino natürlich nie von der Schauspielerei lassen. Parallel zu Vorlesungen und Seminaren stand er regelmäßig für den Jugendclub des Kölner Schauspielhauses auf der Bühne, „das waren durchaus große Produktionen, die fest im Spielplan verankert waren“. Irgendwann kam der damalige Intendant auf ihn zu, bot ihm an, sich noch mehr einzubringen. Drei Jahre war Struffolino in der Folge als Eleve tätig. Sein Studium zog er trotzdem durch: „Mein Staatsexamen habe ich noch gemacht, die letzte mündliche Prüfung fand einen Tag, bevor wir mit ,Peter Pan’ Premiere feierten, statt“, erinnert er sich.

Bammel vorm Theater, erste Schritte im Fernsehen

In der Folge stand der Deutsch-Italiener dann auch nicht vor einer Schulklasse, sondern vor der Kamera. „Knapp zwei bis drei Jahre habe ich nur gedreht, ich hatte anfangs ein wenig Bammel, direkt ans Theater zu gehen“, gibt er schmunzelnd zu. Es waren vor allem kleinere Rollen, die er übernahm. „Es ging vorrangig ins Fernsehen, eben die gängigen Krimi-Formate. Alarm für Cobra 11, Soko Leipzig, auch einmal ein Tatort“, zählt Struffolino auf. Parallel bewarb er sich bei verschiedenen Häusern. „Nur in Gießen wurde ich eingeladen – und auch gleich genommen.“ 2004 startete sein erstes Engagement.

Auch die Klassiker liegen Manuel Struffolino: So gab er auch schon mal den Räuber Hotzenplotz. Quelle: Stephan Walzl

Gegeneinander aufwiegen möchte Manuel Struffolino die beiden Arbeitsfelder eines Schauspielers nur ungern. Trotzdem, das wird im Gespräch deutlich, scheint ihm die Bühne noch ein wenig mehr am Herzen zu liegen. „Die Wahrscheinlichkeit, eine ähnliche künstlerische Erfahrung wie auf der Bühne zu haben, ist beim Film eher gering. Am Theater ist der Probenprozess viel intensiver, jede Vorstellung ist neu, die Rückmeldung vom Publikum unmittelbarer“, beschreibt er den Reiz seines Berufs.

Altenburg als prägende Erfahrung

Und Manuel Struffolino stützt sich dabei auf einen reichen Erfahrungsschatz. Die Stationen seiner bisherigen Karriere sind vielfältig: In Hamburg, Konstanz, Neersen, am Theater für Niedersachsen, in Tübingen und Karlsruhe stand er bereits auf der Bühne. Die künstlerisch prägendste Erfahrung sei aber definitiv seine Altenburger Zeit, unterstreicht er. „Vorher wurde ich oft als ein bestimmter Typ besetzt, war in den Rollen eher festgelegt. Unter Bernhard Stengele war es erstmals so, dass jemand gesagt hat: ,Das interessiert mich nicht’.“ Nach einem Gastspiel als Merkel Franz in „Kasimir und Karoline“ (2012/13) ist er seit der Spielzeit 2013/14 festes Ensemblemitglied. „Seitdem konnte ich viele unterschiedliche Rollen spielen, konnte erfahren, was Theater alles kann. Hier sind wir sehr aktuell, auch sehr politisch – und wir konnten auf Reisen gehen.“

Geerdet in Burkina Faso

Eine davon führte ihn mit der Koproduktion „Die Schutzlosen“ nach Burkina Faso. Eine einschneidende Erfahrung: „Dort wird nicht nur ganz anders, viel extrovertierter Theater gespielt, auch das Zusammenleben ist ein anderes. Es spielt etwa keine Rolle, welcher Religion man angehört – es gilt leben und leben lassen.“ Die Reise, da ist er sich sicher, habe ihn noch mehr in seinen eigenen Werten bestärkt. „Es täte allen gut, mehr zu reisen, offen auf Leute zuzugehen. Dadurch wird man auch ein Stück weit geerdet, erkennt, wie privilegiert man eigentlich selbst ist.“

Mit der Klassenzimmerproduktion „Freitag und Robinson“ tourte Struffolino gemeinsam mit Kollege Ouelgo Téné (l.) durch die Schulen des Kreises. Quelle: Sabina Sabovic

Zeit für die Familie, abschalten beim Serien schauen

Inzwischen ist Manuel Struffolino fest in Altenburg verwurzelt – „auch wenn meine gefühlte Heimat Köln ist, einfach, weil ich dort so lange gelebt habe“, so der gebürtige Ostwestfale. Dabei, gibt er offen zu, sei er zunächst mit dem typischen Klischeebild des Ostens im Kopf in die Skatstadt gekommen. „Sicher, im ersten Moment wirken die Leute nicht so offen, und ja, man sieht auch, dass hier noch viel leer steht“, beschreibt er seine Anfangseindrücke. „Aber man merkt sehr schnell, dass hier viel Herz dahinter steckt. Man muss eben nur auf die Leute zugehen. Und in den vergangenen Jahren ist hier auch viel passiert.“

Für ihn, seine Frau und die zwei Kinder sei Altenburg jedenfalls eine gute Wahl gewesen. „Für Familien lebt es sich hier wirklich gut“, findet er. Die Stadt lädt zum Spaziergang ein, oft ist er mit seinen Kindern etwa im Inselzoo. Die sind es im Übrigen auch, die ihn nicht zu sehr in der Arbeit versinken lassen. „Kinder interessiert es eben überhaupt nicht, ob ich gerade mit einer Rolle schwanger gehe. Die haben andere Prioritäten“, lacht er. Wobei, ganz ohne Schauspielerei kommt auch Struffolinos Freizeit nicht aus – auch wenn er dabei die Rolle des Beobachters einnimmt. „Ich kann beim Serien schauen gut abschalten“, verrät er. Ganz oben auf seiner Liste: Die Sopranos, Breaking Bad und Better Call Saul.

Mit „Struffolino & Band“ tritt der Mime (l.) am 24. Mai erstmals nach fünf Jahren wieder auf die Bühne – im Altenburger Paul-Gustavus-Haus. Quelle: Eva Jares-Schurz

Jazz trifft italienische Liedkultur

Ansonsten hat es Manuel Struffolino abseits der Bühne vor allem die Musik angetan. „Schon in Gießen habe ich mit Kollegen eine Popjazz-Formation gegründet.“ Vor allem italienischen Liedern der 1940er-Jahre hatte sich das Quartett verschrieben, Struffolino selbst führte als Sänger durchs Programm. „Allerdings haben wir seit knapp sechs Jahren nicht mehr zusammen gespielt.“

Ein Umstand, der sich schon bald ändern wird: Denn „Struffolino & Band“ finden sich in diesem Jahr für ein Konzert wieder zusammen. Am 24. Mai ist die Truppe im Paul-Gustavus-Haus zu erleben. Dann können die Altenburger eine weitere Seite des Schauspielers erleben.

Von Bastian Fischer

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