Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Maßnahmenpaket macht Altenburger Bahnhof bisher kaum sauberer
Region Altenburg Maßnahmenpaket macht Altenburger Bahnhof bisher kaum sauberer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 24.07.2019
Trotz neuer Schließer stehen die Türen des Altenburger Bahnhofs weiter oft genug offen, so dass die Tauben ungehindert ein- und ausfliegen können. Auch das Müllproblem besteht weiterhin.
Trotz neuer Schließer stehen die Türen des Altenburger Bahnhofs weiter oft genug offen, so dass die Tauben ungehindert ein- und ausfliegen können. Auch das Müllproblem besteht weiterhin. Quelle: Thomas Haegeler
Anzeige
Altenburg

Stefan Steinert hat Wort gehalten. Vor sechs Wochen versprach der Geschäftsführer der Frankfurter Firma Aedificia, der das Empfangsgebäude des Altenburger Bahnhofs gehört, Oberbürgermeister André Neumann (CDU) ein ganzes Maßnahmenpaket für mehr Sauberkeit. Seither werden die Papierkörbe am und im herrschaftlichen Haus in der Wettiner Straße öfter geleert und das Gebäude zweimal pro Woche gereinigt. Auch hat Steinert Vergrämungsgeräte gegen Tauben und stärkere Türschließer installieren lassen. Geholfen hat das bisher aber nur wenig.

Naß- und Grundreinigung noch diese Woche

„Die Maßnahmen sind noch nicht zu meiner Zufriedenheit umgesetzt“, sagte Steinert am Mittwoch auf OVZ-Nachfrage. So reinige die Putzkolonne das Gebäude zwar öfter, aber die beauftragte Naß- und Grundreinigung habe bisher nicht stattgefunden. „Das soll aber diese Woche noch passieren.“ Die Firma brauche besondere für das Entfernen des Taubenkots von Böden und Simsen Spezialreiniger, der erst bestellt werden musste, erklärte der Geschäftsmann den Verzug.

Trotz vieler Sofortmaßnahmen gegen Vandalismus, Müll und Taubendreck macht der Altenburger Bahnhof nur auf den ersten Blick einen besseren Eindruck als vor sechs Wochen.

Ähnlich die Situation bei den Türschließern, die Mitte der Vorwoche eingebaut wurden. Die sind zwar stärker als die Vorgänger, funktionieren aber nur bedingt. Öffnet man etwa die Haupttür zum Vorplatz zu weit, reicht der Zug des Schließers nicht aus, um sie wieder zu schließen. Deswegen stand sie jüngst oft sperrangelweit offen, so dass die Tauben ein- und ausfliegen konnten. Verschärft wird das Problem durch die gegenüberliegende Tür zu den Gleisen. Denn die klemmt, weil sie auf dem Boden schleift und so stets ein Stück offen bleibt – ein weiteres Einfallstor für Tauben. Die dritte Tür an der Pizzeria wurde ganz vergessen oder deren Schließer funktioniert nicht. Denn sie steht so gut wie immer offen.

Stahlbauer soll Probleme mit Türen beheben

„Die Türen dürfen nicht aufschlagen oder offen bleiben“, so Steinert, der für alle drei Spezialschließer beauftragt hat. Daher werde er die Hinweise an den Stahlbauer weiterleiten. Der müsse ohnehin erneut kommen, um das bekannte Problem mit der klemmenden Brandschutztür zu beheben: „Ob er das diese Woche noch schafft, weiß ich aber nicht.“

Daneben beklagt der Aedificia-Chef, dass zwei der drei angebrachten Taubenvergrämer gestohlen wurden. Auch dass das verbliebene Gerät den Geist aufgegeben hat, weiß er. Das Ergebnis: wieder mehr Taubenkot, weiter im Kronleuchter brütende Tiere und herumliegende Federn. „Wir haben bereits neue bestellt“, verspricht der Frankfurter Abhilfe.

Lösung für neue Lampenschirme und Papierkörbe in Arbeit

Noch keine Lösung hat Steinert indes für die vier fehlenden Lampenschirme des Kronleuchters. „Da muss ich die Bahn kontaktieren und eruieren, woher der Kronleuchter kommt“, so der Eigentümer. Das seien Spezialanfertigungen. Daneben befindet er sich auch noch auf der Suche nach neuen Papierkörben für den Vorplatz: „Die jetzigen Müllkübel passen nicht zum Erscheinungsbild des Bahnhofs.“ Bis geeignete Behältnisse gefunden sind, gilt es zu überprüfen, ob die aktuell zweimal wöchentlich stattfindende Leerung ausreicht. Der bisherige Eindruck zeigt: Das muss öfter passieren.

Bahnhof nachts offen, Parkplatz mutiert zur Müllhalde

An einem Teil der Vandalismusschäden trägt der Eigentümer aber Mitschuld. Denn entgegen dem Schild am Eingang, dass die Bahnhofshalle zwischen 23.15 Uhr und 5.45 Uhr verschlossen werde, steht diese über Nacht offen, was Steinert bestätigt: „Es sollte zu sein und ist geplant, aber momentan nicht finanzierbar.“ Zudem seien die Wachdienste ausgelastet. „Zumindest die verlässlichen.“

Für einen Missstand, der ihn auch stört, kann Steinert hingegen nichts: für den zur Müllhalde mutierten Parkplatz in der Eisenbahnstraße. Der gehört einer anderen Firma, die sich nicht darum kümmert. Denn der aus dem Müllberg gerade noch herausragende Parkscheinautomat ist schon seit Wochen defekt. Das erklärt wiederum, warum der gebührenpflichtige Platz dennoch gut gefüllt ist.

Von Thomas Haegeler