Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg „Max Andrzejewski’s Hütte & Guests“ sorgen für Begeisterung und Stirnrunzeln in Altenburg
Region Altenburg „Max Andrzejewski’s Hütte & Guests“ sorgen für Begeisterung und Stirnrunzeln in Altenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:23 17.09.2019
Robert Wyatt-Tribut-Konzert: „Max Andrejewski´s Hütte & guests“ haben die Herbstsaison des Altenburger Jazzklubs eröffnet. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
Altenburg

Es war schon ziemlich sportlich, was sich die Macher vom Jazzklub da für den Auftakt ihrer Herbstsaison am vergangenen Freitagabend vorgenommen hatten: Ein Tribut-Konzert mit einer sechsköpfigen Band in der Veranstaltungshalle vom Paul-Gustavus-Haus gepaart mit dem Eröffnungsabend des erstmals stattfindenden Filmfest Altenburg. Und dass Film und Musik auch abseits von kitschiger Filmmusik an einem Abend richtig gut zusammenpassen können, das zeigten der niederländische Kurzfilm „Paradox“, die sechsköpfige Berliner Band mit dem zungenakrobatischen Titel „Max Andrzejewski´s Hütte & Guests Play The Music Of Robert Wyatt“ und auch das Interesse der zahlreich erschienenen Konzertbesucher.

Treffsicherer Sound

Schon beim Soundcheck der Band vor dem Konzert wurde klar: Das wird hier heute eher ein Ausdauerlauf als ein 100-Meter-Sprint. Aber das langwierige Ausbalancieren aller Instrumente und der Vocals hatte sich gelohnt, denn im Ergebnis stand ein warmer, gut ausgepegelter, souverän ausbalancierter und treffsicher differenzierter Bandsound, von dem sich die Gäste vom ersten Ton an wohlig warm einhüllen lassen konnten. Vorausgesetzt, man ließ sich auf diese Musik ein. Denn der erste, doch noch sehr experimentelle Song ließ leider schon einige Zuhörer flüchten – doch die verpassten dann im Laufe des Abends ein richtig gutes Konzert einer hochtalentierten Band, die am Freitag viele großartige Kabinettstückchen auf die Bühne im Paul-Gutavus-Haus brachte.

Polarisierende Musiker

Und aus diesen Reaktionen wurde dann auch gleich klar, dass diese sechs Musikerinnen und Musiker polarisierten: Von „Das ist nichts für mich“ bis zu „Das ist das Beste, was ich jemals gehört habe“ war alles dabei. Wie so oft im Leben – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Natürlich kratzten viele Stücke durch den Einsatz verschiedenster Instrumente wie Orgel, Querflöte und auch jeder Menge Elektronik oftmals schon ein wenig an der Tür zum Free Jazz, was wahrlich nicht jedermanns Sache ist, aber zwischendurch rollten die Sechs ordentlich und bewiesen in Stückenwie „Little Red Riding Hood Hits The Road“ ihre hohe Qualität auch als waschechte Rockband. Die wahnsinnig gut durchkomponierten Stücke umschifften die Klippen, die es für das Covern solch großer Musik ohne Zweifel gibt, bravourös.

Niemand sticht hervor, niemand muss zurückstecken

Wer Robert Wyatt nie live gesehen hat wusste spätestens nach diesem Abend, wie er geklungen hat und was seine Musik und die seiner Mitmusiker auch heute noch so zeitlos macht. Vielschichtig und mit einem großen Dynamikumfang – sowohl die Lieder, als auch das Können der Menschen auf der Bühne. Keiner stach hervor und keiner musste zurückstecken. Bandleader Max Andrzejewski nahm sich meist vornehm zurück, konnte aber auch mit präzise und wahnsinnig flott gespielten Soli brillieren. Zudem legte er in einigen Songs gemeinsam mit Sängerin Cansu Tanrikulu einen wunderbaren Duett-Gesang hin. Nur bei den ganz leisen Passagen saßen die Töne beim Gesang des Drummers nicht ganz so sauber, aber es war ja auch erst die erste Show der Releasetour zum am 4. Oktober erscheinenden Album.

Musik, die zu gut ist, um nicht gespielt zu werden

Tanrikulu überzeugte durch kraftvolle Vocals, packende Improvisationen und viel Freude im Zusammenspiel mit den Bandkollegen. Ihr Kollege Jörg Hochapfel bewies eine große Fingerfertigkeit, sowohl an den Tasten, als auch als zweiter Gitarrist. Johannes Schleiermacher wechselte kunstvoll zwischen Querflöte, Saxophon und Synthesizer hin und her. Und Gitarrist Tobias Hoffmann und Bassist Andreas Lang waren ohnehin über jeden Zweifel erhaben – zwei Könner an den Saiten. Und wie sagte es Bandleader Andrzejewski zur Musik vom neuen Album, die den Abend komplett bestimmte, so treffend: „Es fühlt sich interessant an, aber auch zugleich ein bisschen verrückt, ein Coveralbum unter meinem Namen zu veröffentlichen, aber die Musik von Robert Wyatt ist einfach zu gut und zu verrückt, als dass sie nicht noch von viel mehr Menschen entdeckt werden sollte.“ Das wurde am Freitagabend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Saxophonist trifft Gitarren-Professor

Erstklassige Interpreten sind auch bei der nächsten Veranstaltung vom Jazzklub Altenburg am Donnerstag, den 26. September, um 20 Uhr im PoliBistro (Johann-Sebastian-Bach-Straße 2, Altenburg) zu erleben. Der Leipziger Gitarren-Professor Werner Neumann hat sich zur dritten Ausgabe seiner im Frühjahr begonnenen Reihe „Kleine Helden“ dieses Mal keinen Gitarristen eingeladen, sondern wird mit dem Saxophonisten Antonio Lucaciu über sein Instrument und die Leidenschaft für Musik sprechen.

Lucaciu, der regelmäßig Clueso, Udo Lindenberg oder Max Herre begleitet, ist auch im Jazz zuhause und kann zudem Duo, wie er Anfang 2018 gemeinsam mit Schlagzeuger Günter „Baby“ Sommer beim Duo-Konzert im Altenburger Lindenau-Museum bereits bewiesen hat. Karten für diese Veranstaltung gibt es nur an der Abendkasse (Einlass ab 19 Uhr).

Von Thomas Trummer

Nach Schüssen auf das Meuselwitzer Rathaus hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

17.09.2019

Die angekündigte Sanierung der Altenburger Ortsumfahrung verspricht, eine weitere Geduldsprobe für Autofahrer zu werden. Und das Vorhaben zeigt, dass in Sachen Straßennetz im Kreis eine Schieflage herrscht – an der sich so schnell nichts ändern dürfte, argumentiert unser Autor in seinem Kommentar.

17.09.2019

Neues Schuljahr, neue Entdeckungen: Das Kinderkolleg des Altenburger Mauritianums lädt ab 24. September wieder Vor- und Grundschüler sowie Jugendliche zu Entdeckungsreisen durch die Tier- und Pflanzenwelt ein.

17.09.2019