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Altenburg Meuselwitzer Grottenteich liegt trocken
Region Altenburg Meuselwitzer Grottenteich liegt trocken
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14:52 27.07.2019
Der Grottenteich in Meuselwitz musste notabgefischt werden. Quelle: privat
Meuselwitz

Die anhaltende Trockenheit und die brüllende Hitze lässt die Sorgenfalten in den Gesichtern der Mitglieder des Meuselwitzer Anglervereines wachsen. Am schlimmsten ist es derzeit um den eigentlich idyllischen Grottenteich im Seckendorffpark bestellt, den der derzeit rund 70 Mitglieder zählende Verein in der Pacht hat. Den gerade mal 910 Quadratmeter messenden Teich hatte im Jahr 1724 Heinrich von Seckendorff als Teil einer mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Barock-Teichanlage anlegen lassen.

Grottenteich ohne einen Tropfen Wasser

„Praktisch ist der mittlerweile völlig ausgetrocknet“, klagt der Chef des Pächtervereines, Karsten Erler. Die Situation hat sich seit Monatsbeginn extrem zugespitzt. Seit 20. Juni beobachten die dafür verantwortlichen Mitglieder des Vereins mit großer Sorge den sinkenden Wasserpegel des Mühlgrabens. Der versorgt den Grottenteich und den Mühlteich mit nötigem Frischwasser, was bei Überangebot der Schnauder wieder zugeführt wird. Derzeit liegen allerdings die Rohre, durch die das Frischwasser in die Teiche gelangen soll, angesichts des ohnehin niedrigen Pegels in der Luft und damit trocken.

Zu Monatsbeginn schlugen die Angler deshalb Alarm. Vor allem, weil in dem kleinen Gewässer auch Fische leben. „Wir sind in diesem Zusammenhang unserer Feuerwehr und Bürgermeister Udo Pick sehr dankbar, die alles versucht haben, um ein gänzliches Austrocknen zu verhindern. Aber selbst ein Feuerwehreinsatz, bei dem zusätzlich Wasser in den Teich gepumpt wurde, erwies sich als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, der die Situation nur kurz besserte“, so Erler. Am 2. Juli zogen der Vereinschef sowie seine Mitstreiter die Reißleine: Sie unternahmen am Grottenteich eine Notabfischung, um wenigstens den Fischbesatz daraus zu retten.

„Das ist alles gut gegangen. Rund 125 Kilogramm Karpfen konnten unbeschadet in den wesentlich tieferen nahen Mühlteich umgesetzt werden“, atmet der Vereinschef erst einmal auf. Die Aktion kam keine Minute zu früh: Jetzt liegt der Grottenteich komplett trocken. Und hält das extrem heiße wie trockene Wetter weiter an, dann sind auch Mühlgraben und Mühlteich gefährdet. „Man kann ja regelrecht zusehen, wie der Pegel bei Temperaturen bis zu 40 Grad wegen der Verdunstung und dem fehlenden Zufluss aus dem Mühlgraben täglich um acht bis zehn Zentimeter sinkt.“

Dürre ist nur eine Ursache

Leider ist die Trockenheit nur ein Grund für die ausufernden Wasserprobleme. Eine das Wasser anstauende Barriere bildet eigentlich auch das Mühlenwehr. Allerdings nur, wenn es auch geschlossen ist. Doch genau dies ist nach Karsten Erlers Recherchen im Vorfeld des so genannten Mühlenfestes ohne Genehmigung zumindest ein Stück geöffnet worden, damit zum Fest ausreichend Wasser abfließt, um ein kleines Mühlrad anzutreiben, dessen festen Einbau sich die Mühlenfreunde bei ihrem Engagement auf die Fahnen geschrieben haben. SPD-Stadtrat Eberhard Hanisch engagiert sich für das Mühlrad und bestreitet auch nicht, dass zum Mühlenfest das Wehr „ein wenig“ geöffnet worden sei. „Aber nur für eine Stunde und bei gleichzeitiger permanenter Kontrolle, dass Mühl- und Grottenteich weiter ausreichend mit Wasser versorgt werden, was auch der Fall war“, beteuert er. Aber was man vermutlich nicht bedacht hatte: Der hinter dem geschlossenen Wehr lagernde Schlamm, der ein natürliches und gewünschtes Anstauen des Wassers bewirkte, wurde mit dem abfließenden Wassermassen abgetragen.

Marodes Schnauderwehr scheint Grund allen Übels

Nach Meinung von Karsten Erler ist aber auch die Stadt Meuselwitz nicht ganz schuldlos an der Misere. Seit fast zwei Jahren ist eine Grundsanierung des großen Schnauderwehrs eingangs der Gartenanlage unumgänglich. „Warum es nicht als eine der ersten Maßnahmen, noch vor dem millionenteuren Neubau der Zipsendorfer Schnauderbrücke ausgeführt wurde, ist nicht nur mir, sondern vielen Anwohnern unbegreiflich“, gibt der Anglerchef zu bedenken. Da steht im übrigen auch Eberhard Hanisch voll hinter den Anglern: „An dem Wehr beginnen die Probleme doch eigentlich. Die derzeit herrschende Trockenperiode könnte dazu genutzt werden, dieses lange vernachlässigte Wehr zu reparieren. Ich werde mich dafür selbstverständlich einsetzen.“

Eine nicht nur bei den Meuselwitzern sehr beliebte Aktion ist allerdings schon komplett abgesagt: Bei den Anglern war es schon eine schöne Tradition, zum jährlichen Stadtfest zu einem öffentlichen Angeln an den Grottenteich einzuladen. Dies ist wie bereits im vergangenen Jahr, als bei ähnlicher Hitze auch schon der Grottenteich eilig abgefischt werden musste, erneut abgesagt. Die daraus erhofften Einnahmen werden in der Vereinskasse fehlen.

Von Jörg Wolf

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