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Altenburg Nach Vertragskündigungen: Verbraucherzentrale prüft Klage gegen Sparkasse Altenburger Land
Region Altenburg

Nach Kündigung von Prämiensparverträgen: Verbraucherzentrale prüft Klage gegen Sparkasse Altenburger Land

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12:28 17.09.2021
Die Sparkasse Altenburger Land hat ihren Hauptsitz in der Wettinerstraße in Altenburg.
Die Sparkasse Altenburger Land hat ihren Hauptsitz in der Wettinerstraße in Altenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Erfurt

Exakt ein Jahr, nachdem im Altenburger Land die Kündigung von Prämiensparverträgen durch die örtliche Sparkasse publik wurde, setzt die Verbraucherzentrale Thüringen (VZTh) zum juristischen Widerstand an. Viele der insgesamt rund 6000 Kündigungen von „S-Vermögensplan”-Kontrakten seien aus Sicht der Verbraucherschützer nicht rechtmäßig. Deshalb prüfe die VZTh nun eine Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Altenburger Land. Das teilte die Einrichtung gestern mit.

„Es werden Prämiensparer mit entsprechenden Verträgen gesucht, die mit ihrer Fallschilderung bei den Klage-Vorbereitungen unterstützen wollen“, sagte Andreas Behn, Referatsleiter Finanzen und Versicherungen bei der VZTh. „Die Verbraucherzentrale hatte den betroffenen Sparerinnen und Sparern geraten, Widerspruch gegen die ihrer Ansicht nach unrechtmäßige Kündigung einzulegen. Dies schmetterte die Sparkasse Altenburger Land jedoch ab.“

In den vergangenen Monaten hatten in verschiedenen Verfahren auch Schlichter der zuständigen Schlichtungsstelle des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes die Rechtsauffassung der Verbraucherschützer geteilt.

„Die Sparkasse lehnte jedoch auch den Schlichtungsspruch ab und beharrte auf der Kündigung“, schilderte Andreas Behn.

Sollte eine Musterfeststellungsklage zustande kommen, würde diese der Bundesverband der Verbraucherzentralen führen. Ziel sei dann festzustellen, dass die Kündigung der Prämiensparverträge und deren Zinsanpassungsregelung unwirksam seien.

„Eine solche Klage ist nur möglich, wenn sich eine ausreichende Anzahl an betroffenen Sparerinnen und Sparern gegen die Kündigung wehren möchte“, macht der VZTh-Referatsleiter deutlich. Diese werden deshalb gebeten, sich bis spätestens 15. Oktober zu melden und ihren Fall zu schildern. Den Verbrauchern entstünden dadurch keine Kosten oder sonstige Verpflichtungen.

Die Teilnahme an diesem Aufruf ist über einen Fragebogen unter www.vzth.de/mfk-alg möglich. Interessierte senden den ausgefüllten Bogen und die unterschriebene Einwilligungserklärung zur Datenverarbeitung per E-Mail an mfkabg@vzth.de oder per Post an die Verbraucherzentrale Thüringen, Geschäftsstelle, Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt. Bei Fragen ist die VZTh zudem telefonisch unter der Telefonnummer 0361 555140 erreichbar.

Von Kay Würker