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Altenburg Naturfreunde fordern Baustopp und schlagen Geldspende der Investoren aus
Region Altenburg Naturfreunde fordern Baustopp und schlagen Geldspende der Investoren aus
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10:18 20.07.2019
Ein toter Roter Milan liegt vor einer Windkraft-Anlage. Quelle: Torsten Pröhl
Schmölln

Die umstrittene Windpark in Mohlis bei Schmölln bekommt eine neue Facette. Zwei Mitarbeiter der Firma Juwi, die die vier Windanlagen errichtet, haben Kontakt zu den Schmöllner Naturfreuden aufgenommen. Darüber informierte Torsten Pröhl, der den Naturfreunden angehört, die OVZ. Seiner schriftlichen Erklärung zufolge wollten die Juwi-Leute über die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hinaus im Schmöllner Raum weitere Naturschutzmaßnahmen unterstützen. Das Treffen habe bei ihm zu Hause und im Beisein seiner Frau stattgefunden.

„Schmöllner Naturfreunde sind nicht käuflich“

„Sie wollten uns eine größere Summe für unsere zukünftigen Maßnahmen zum Errichten von einem Schwalbenturm in Dobra und eines Artenschutzhauses in Nitzschka zukommen lassen“, erklärte Pröhl, der das Angebot jedoch ablehnte. „Die Schmöllner Naturfreunde sind nicht käuflich.“

Stattdessen spricht sich Pröhl dafür aus, dass die Behörden einen Baustopp verhängen und den Rückbau der bereits teilweise errichteten und bis zu 217 Meter hohen Windanlagen anordnen. Der Schmöllner Raum gehöre zu den Dichtezentren des Rotmilan-Brutvorkommens in Thüringen, erklärt Pröhl. „Berücksichtigt man die Abstandsvorschriften für die Errichtung von Windkraftanlagen, dürften in unseren Gebiet gar keine neuen Anlagen errichtet werden.“ Der Standort Mohlis liege außerdem nahe eines der ersten und traditionellsten Rotmilan-Brutplätze im ehemaligen Kreis Schmölln.

Keine Stellungnahme von Juwi

Ein Vertreter der Firma Juwi war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Pröhl kündigte an, sich mit Professor Bernd-Ulrich Meyburg von der Weltarbeitsgruppe Greifvögel in Verbindung zu setzen. Dieser habe schon mehrfach erfolgreich gegen die Errichtung von Windkraftanlagen in sensiblen Gebieten geklagt und sogar schon den Rückbau von Anlagen erwirkt.

Bedenken des Landesamtes für Naturschutz

Gegen die vom Landratsamt erteilte Baugenehmigung für den Windpark hatte die Gemeinde Wildenbörten und einige Bürger Einspruch eingelegt (OVZ berichtete). Da sich die Bauerlaubnis damit als nicht bestandskräftig erwies, stellte Juwi am 28. Juni 2018 einen Antrag auf sofortige Vollziehung der Genehmigung. Dem Antrag wurde am 12. September 2018 vom Landratsamt stattgegeben. Und das trotz erheblicher Bedenken des Landesamtes für Naturschutz, die dem Landratamt bekannt waren. Die Bedenken der Landesamts beziehen sich, so wie bei den Schmöllner Naturschützer auch, auf das sich unweit der Windpark befindliche Dichtezentren des Rotmilan-Brutvorkommens.

Das Landratsamt will sich nun mit allen von der oberen Naturschutzbehörde vorgebrachten Hinweisen auseinandersetzen und die Prüfung bis Ende dieses Monats abschließen. Dann steht fest, ob die Kreisbehörde dem Widerspruch von Wildenbörten stattgibt oder nicht. Diese Entscheidung geht dann zum Landesamt für Naturschutz, das als übergeordnete Behörde darüber befindet.

Von Jens Rosenkranz

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