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Altenburg Neue Gasfernleitung durchs Altenburger Land quert drei Naturschutzgebiete
Region Altenburg Neue Gasfernleitung durchs Altenburger Land quert drei Naturschutzgebiete
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06:09 14.11.2018
Entlang dieser Schneise verläuft die alte Gasleitung durch den Kammerforst bei Lehma. Dort soll sie auch ausgetauscht werden. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Dem Altenburger Land steht ein massiver Eingriff in Felder, Wälder und Gewässer bevor. Die Leipziger Gastransportfirma Ontras will eine alte, unter der Erde liegende Ferngasleitung auf einer Länge von rund 27 Kilometern Länge ausgraben, beseitigen und durch eine neue Trasse ersetzen. Davon betroffen sind zwölf Gemeinden, darunter Altenburg, Schmölln, Meuselwitz, Nobitz, Gößnitz, Rositz und Treben. Und betroffen sind ebenso die Naturschutzgebiete Kammerforst, Eremit-Lebensräume zwischen Altenburg und Schmölln, das Vogelschutzgebiet Nordöstliches Altenburger Land. Das Natura-2000-Gebiet Haselbacher Teiche und Pleißenaue ist nur 400 Meter von der Trasse entfernt.

Alte Leitung wurde von 1957 bis 1964 gebaut

Die alte Ferngasleitung wurde zwischen 1957 und 1964 errichtet, ist Teil der Trasse von Böhlen bis ins sächsische Niederhohndorf. Der Strang gilt als verschlissen und mangelhaft. Mit dem Neubau sollen die Sicherheit und ebenso der Druck in den Rohren von jetzt 16 auf 25 Bar erhöht werden. Die Leitung erhält zudem moderne Steuer- und Messtechnik.

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Ontras plant, etwa im Juni 2019 im Norden des Kreises im Raum Haselbach mit der Verlegung zu beginnen und die Trasse vom 22. Juli bis 10. August durch den Kammerforst zu ziehen. Verlegt wird danach weiter in südlicher Richtung, sodass Ende März 2020 im Raum Gößnitz der Bau im Altenburger Land abgeschlossen sein könnte.

Rohre werden in offenen Gräben verlegt

Um die Rohre zu verlegen und die alten zu entfernen, wird ein Graben ausgehoben. Die dazu nötigen Arbeitsstreifen sind auf Feldern 18 Meter breit, in Waldgebieten 15,5 Meter und in sensiblen Bereichen acht Meter. Die Vegetation wird zuvor entfernt. An 25 Stellen müssen Gräben, Bäche oder Flüsse gequert werden. Davon betroffen sind unter anderem Gerstenbach, Deutscher Bach, Blaue Flut (dreimal), Sprotte und Pleiße. Für die Durchquerung werden auch diese Gewässer aufgegraben, die Rohre so tief verlegt, dass sie am Ende 1,50 Meter bis zur Gewässersohle mit Füllmaterial bedeckt sind.

Naturschutzgebiete werden beeinträchtigt

In ihren Antragsunterlagen räumt Ontras ein, dass die Verlegung zu Beeinträchtigungen der drei genannten Naturschutzgebiete führt. Allerdings seien diese nicht erheblich und die Eingriffe mit den Erhaltungszielen der Gebiete verträglich, heißt es.

Die Pläne liegen seit dieser Woche und noch bis 11. Dezember in den Verwaltungen der betroffenen Gemeinden zur Einsichtnahme aus. Dort können auch Einwände erhoben werden.

Von Jens Rosenkranz