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Altenburg Altenburger Biennale in Ex-Landesbank vermeldet Rekorde – der nächste Lost Place ist schon im Blick
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No Selection: Altenburger Biennale in Ex-Landesbank vermeldet Rekorde – der nächste Lost Place ist schon im Blick

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16:58 14.09.2021
Treffpunkt ehemalige Staatsbank: Zahlreiche Gäste besuchten die Biennale.
Treffpunkt ehemalige Staatsbank: Zahlreiche Gäste besuchten die Biennale. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

„No Selection“ („Keine Auswahl“) ist die Biennale für Junge Kunst überschrieben, die im Zwei-Jahres-Rhythmus in Altenburg stattfindet und am Wochenende wieder zu erleben war (die OVZ berichtete). Das Motto ist tatsächlich Programm, wie der künstlerische Leiter Thomas Suchomel betont. „Man muss nur mindestens 16 Jahre alt sein und Mut zur öffentlichen Präsentation haben“, sagt der freischaffende Maler und Bildhauer, der im Jahr 2000 die Idee zu dieser alternativen Ausstellung hatte.

Sie findet inzwischen eine deutschlandweite Resonanz. Mit insgesamt 37 Künstlerinnen und Künstlern – zwei hatten kurzfristig abgesagt – konnte ein neuer Teilnehmerrekord verkündet werden. Mit der Besucherzahl sieht es ähnlich aus. 340 Interessenten wurden am Sonnabend in der ehemaligen Herzoglichen Landesbank gezählt und am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals sogar 1273, so die Chefin des städtischen Kulturmanagements, Susanne Stützner. Zum Vergleich: 2019 waren es im Prinzenpalais des Schlosses in Summe rund 1000 Besucher.

Wiederbelebung nach zehnjähriger Pause

Die Verknüpfung mit dem Denkmaltag ist seit der Wiederbelebung der Biennale 2017 nach zehnjähriger Pause angesichts des erheblichen Aufwands ganz bewusst gewählt. Denn die Stadtverwaltung als Veranstalter und Thomas Suchomel als Ideengeber haben sich dafür entschieden, stets ein sonst ungenutztes, leerstehendes Objekt für „No Selection“ zu öffnen. Da müssen Eigentümer ausfindig gemacht und angefragt, die Gebäude gesäubert sowie Bauzäune zur Hängung der Kunstwerke aufgestellt und bespannt werden. Die Teilnehmer zahlen lediglich eine Hängegebühr von 15 Euro, während anderenorts bei Ausstellungen bekanntlich oft hohe Standgebühren fällig sind.

Quelle: Mario Jahn

„Die Qualität der ausgestellten Kunstwerke ist immer wieder erstaunlich“, freut sich Suchomel. Zu sehen und teilweise zum Kauf angeboten war diesmal in erster Linie Malerei, aber auch Fotografie, Töpferei, Schmuck, Kunstgewerbe und Grafik. Die Künstler kamen zu knapp zwei Dritteln aus dem Altenburger Land, zudem aus Leipzig, Dresden, Potsdam, Erfurt, Zeulenroda, Wolfsburg, Krefeld, Bückeburg und Wittmold und waren nicht durchweg jung an Jahren. Denn als junge Kunst zählt beispielsweise auch der Pensionär, der ein Hobby neu- oder wiederentdeckt hat. Die beiden von der Sparkasse Altenburger Land ausgelobten und mit 1000 sowie 500 Euro dotierten Kunstpreise – sie gingen diesmal an Kristine Narvida aus Potsdam und Heiko Knechtel aus Bückeburg – sind für die Teilnehmer eine schöne Würdigung.

Angesichts dieser Resonanz steht bereits jetzt fest: Die Biennale erlebt 2023 eine weitere Auflage. Nur wo, ist noch offen. Die alte Post wäre ein Traumziel, sagen die Veranstalter. Idealerweise sollte dann die gleichzeitig stattfindende Kreativmesse für Besucher etwas deutlicher als eigenständige Messe sichtbar gemacht werden.

Von Ellen Paul