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Altenburg ÖPNV-Konzept für die Region Nobitz wird im Gemeinderat vorgestellt
Region Altenburg ÖPNV-Konzept für die Region Nobitz wird im Gemeinderat vorgestellt
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14:18 01.06.2019
Thüsac-Busse sollen mehr Haltestellen anfahren.
Thüsac-Busse sollen mehr Haltestellen anfahren. Quelle: Archiv
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Nobitz

Mit einem Dank für ihre Arbeit in den vergangenen fünf Jahren begann die letzte Sitzung des scheidenden Nobitzer Gemeinderates. „Ich denke, wir haben in der Zeit die Gemeinde gut nach vorn gebracht, inklusive zwei Fusionen. Alle Achtung!“, wandte sich Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) an die Mitglieder des Gremiums. Darüber hinaus war die Tagesordnung am Abend vor Himmelfahrt nicht übervoll.

Thüsac stellt Pläne vor

Nichtsdestotrotz ging es einmal mehr um die Zukunft der Kommune und des ländlichen Raumes. Dazu stellte die Thüsac ihr Konzept „Schmölln macht mobil“ vor, das ab Februar 2020 auch Auswirkungen auf die Gemeinde Nobitz hat. „Stören Sie sich nicht an dem Titel, der wird sich noch in ,Verkehr der verbindet‘ ändern“, so Thüsac-Chefin Tatjana Bonert. Den Namen der Knopfstadt trägt das Projekt, weil in Schmölln über längere Zeit neue Verkehrskonzepte getestet wurden.

Die Erkenntnisse daraus werden nun in das neue, ab Februar 2020 geltende Konzept des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) der Thüsac im gesamten Kreis einfließen. In jedem Fall werde sich dann im Vergleich zu jetzt sehr viel ändern, betonte Bonert. Abfahrtszeiten und Streckenführungen seien dann nicht mehr wie gewohnt. Einzig der Schülerverkehr werde auch zukünftig unangetastet sichergestellt, erklärte Bonert auf Nachfrage von Gemeinderat Michael Apel (CDU). Ansonsten ist aber offen, ob sich etwas verschlechtert oder verbessert.

Kreistag spricht das letztes Wort

Die Entscheidung darüber trifft der Kreistag planmäßig im Oktober. Dann wird er über fünf „Bausteine“ entscheiden. Entscheidet er sich nur für den Basisbaustein, wird sich der ÖPNV im Vergleich zu jetzt weiter ausdünnen. Jedoch kann der Kreis auch teure Zusatzbausteine dazu kaufen, die dann eine Verbesserung zum jetzigen Status quo darstellen würden, so Bonert. So könnten beispielsweise eine große Zahl an Haltepunkten und extra Linien im Wieratal und Nobitz den größten Teil der Ortschaften anschließen, wenn der entsprechende Baustein vom Kreistag finanziert wird.

Grundsätzlich fände er die Weiterentwicklung des ÖPNV gut, meinte Apel nach dem Vortrag. Er verwies aber auch darauf, dass der Kreis kein eigenes Geld hat, sondern sich über die Kreisumlage der Kommunen finanziert. Was dann bedeute, dass jede Teuerung über die Kreisumlage bezahlt wird. „Und da reden wir nicht von 10 000 Euro für Nobitz, sondern von ganz anderen Summen.“

Mehr Haltestellen in Schmölln seit Dezember

In Schmölln ist das Projekt derweil in die nächste Umsetzungsstufe gegangen, informiert die Thüsac via Presseerklärung. Der im Oktober 2015 gestarteten Testphase von „Schmölln macht mobil“ folgte am 7. Dezember des letzten Jahres der Startschuss für die beiden neuen Stadt-Bus-Linien H und F, die das bestehende Liniennetz in Schmölln erweitern (OVZ berichtete). „Die Ergänzung des bestehenden Verkehrsangebotes ermöglicht allen Fahrgästen durchgehend regelmäßige Fahrten von morgens bis abends und am Wochenende. Mehr Haltestellen sorgen für kürzere Wege und eine flächendeckende Bedienung“, schreibt die Thüsac und erklärt, dass sich dadurch die Zahl der Fahrgäste in den ersten 100 Tagen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt habe.

Von Jörg Reuter