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Altenburg Ohne Breitbandausbau kommt Kreis Altenburger Land nicht aus dem Knick
Region Altenburg Ohne Breitbandausbau kommt Kreis Altenburger Land nicht aus dem Knick
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10:37 29.07.2019
Der Ausbau des Glasfasernetzes im Altenburger Land kommt extrem langsam voran – und damit auch das schnelle Internet. Quelle: André Kempner
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Meuselwitz

Der Irrsinn in Sachen schnelles Internet geht weiter. Mit der von Klaus-Peter Liefländer (UWW) öffentlich gemachten weiteren zeitlichen Verzögerung wird der Breitbandausbau im Altenburger Land endgültig zum Rohrkrepierer. Denn hierbei schauen nicht nur die Meuselwitzer, sondern größere Teile der Bevölkerung des ländlich geprägten und zersiedelten Kreises in die Röhre. Statt nächstes Jahr mit Hochgeschwindigkeit auf den heimischen Datentrassen unterwegs zu sein, können sie nun darauf hoffen, 2025 mit Highspeed zu surfen. Nicht ausgeschlossen, dass es wegen weiterer Probleme noch länger dauert.

Ohne schnelles Internet keine wirtschaftlichen Impulse

OVZ-Redakteur Quelle: ALLALL

Wer sich angesichts dessen noch über Wegzug vor allem jüngerer Leute und von Firmen, über Geschäftsaufgaben oder fehlende Ansiedlungen wundert, dem ist nicht mehr zu helfen. Denn schnelles Internet aus der Dose ist in Privatleben wie Wirtschaft heutzutage die vielleicht sogar wichtigste Ressource. Während produzierendes Gewerbe oft noch Schiene und/oder Straße braucht, sind Dienstleister vieler Couleur zuvorderst auf Datenautobahnen angewiesen. Doch in weiten Teilen des Altenburger Landes gibt es weder das eine noch das andere. Wenn sich der Breitbandausbau jetzt weiter hinzieht, kommt der Kreis auch die nächsten Jahre wirtschaftlich und damit finanziell nicht aus dem Knick.

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Das ist deshalb bitter, weil vor allem der Norden des Altenburger Landes dringend neue wirtschaftliche Impulse braucht. Nur mit fleißigen Landwirten, kommunalen Großbetrieben und einem Grundbesatz an Dienstleistern und Produzenten wird sich die Kluft zu den Ballungszentren nicht verkleinern lassen. In diesem Kontext wirken zurückliegende Ankündigungen von schnellem Internet durch Vertreter der Telekom und anderer Konzerne genauso zynisch wie die Versprechen von Politikern aller Parteien, deren Programme den zügigen Breitbandausbau beinhalten. Denn sie sollten wissen, dass das gerade in ländlichen Gebieten selbst mit viel Geld nicht schnell zu machen ist.

Von Thomas Haegeler

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