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Altenburg Operettengala der Superlative – doch nur eine weitere Vorstellung im Spielplan
Region Altenburg Operettengala der Superlative – doch nur eine weitere Vorstellung im Spielplan
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17:14 17.01.2017
Akiho Tsujii singt nicht nur, sie dirigiert auch das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera. Quelle: Sabina Sabovic
Altenburg

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Der Altenburger liebstes Kind, die Operette, war angekündigt, und das Theater quälte sich nicht ab mit der Frage, welche nehmen wir denn diesmal aus dem großen Fundus. Man griff mit vollen Händen in denselben, fischte rund 20 Melodien heraus und verband diese unter dem Thema „Von Paris nach Berlin über Budapest und Wien“ zu einer attraktiven Revue, die vom Umfang der Mitwirkenden, von den Kostümen der Akteure, vom Schmiss der Inszenierung und von der musikalischen Qualität vieler Programmnummern durchaus „staatstheatergemäßes“ Format erreichte.

Für derlei Chose ist Kapellmeister Thomas Wicklein bekanntlich prädestiniert, und so fungierte er einmal mehr als Ideengeber, musikalischer Leiter und Moderator. An seiner Seite stand Heike Kley, bühnenerfahren aus vielen Assistenzen wichtiger Inszenierungen, was ihrer Regie und Choreografie für diese Revue zugute kam, die wie aus einem Guss war. Anteil daran hatte auch Hilke Förster mit Glitzerbühne und Galakostümen – ein Augen- und Ohrenschmaus.

Dieser wäre nicht möglich ohne Orchester und Chor. Ersteres saß etwas reduziert auf der Bühne und hatte alle verdische und beethovensche musikalische Schwere mit dem Jahreswechsel abgelegt und fand zu einer erfreulichen Leichtigkeit. Gleiches gilt für den Chor. Singen kann er, das weiß man. Hier nun musste er auch spielen und tanzen, sogar Cancan. Auch das gelang, und er vertrat das Ballett, das zum absoluten „Staatstheaterniveau“ dieser Veranstaltung fehlte, mehr als passabel. Chordirektor Holger Krause kann stolz auf ihn sein.

Und das Theater auf seine Sängerinnen und Sänger. Eine davon stahl Thomas Wicklein die Show: Die japanische Koloraturzauberin Akiho Tsujii. Sie entdeckte in sich eine weitere künstlerische Neigung: das Dirigieren. So stibitzte sie dem strengen Musikdirektor gleich am Anfang den Dirigentenstab und warf das Orchester schon mal an. Dieser Einstieg ins Programm war genial. Singen musste sie natürlich auch noch – und dazu tanzen, ebenfalls Cancan. Und wagte den Spagat. Und der gelang. Da blieb einem die Spucke weg.

Die anderen Sängerinnen und Sänger bewiesen mit Ausschnitten aus Operetten von Offenbach, Stolz, Léhar, Kálmán, Strauß, Suppé, Künneke, Benatzky und Abraham, dass sie gut Operette singen können. Christel Loetzsch ist nach einer Babypause wieder zurück auf der Bühne und gut wie eh und je. Aufhorchen ließ Emma Moore als Gast aus dem Thüringer Opernstudio mit einem kräftigen, gut geschulten Sopran. Kai Wefers „Da geh ich zu Maxim“ hatte alles, was dieses Lied braucht. Nur eines fehlte: Der lange weiße Schal. Ließe sich ein solcher nicht auftreiben? Ulrich Burdak ist kein Operetten-Buffo. Wie er aber mit seinem runden Bass mit Emma Moore einen „schönen Abendbummel“ machte, zeigte seine Voraussetzungen auch für dieses Genre. Diese Voraussetzungen hat Alexander Voigt schon öfter gezeigt, auch diesmal spielte er quicklebendig und sang makellos.

Und eine Operetten-Revue braucht auch einen guten Tenor. Nachdem dem Theater der hauseigene abhanden gekommen ist, hörte man sich nach einem in Wien um und wurde fündig. Thomas Markus hat das richtige Timbre für die Operette, ist höhenperfekt und weiß seine Stimme überlegt zu führen. Ein Gewinn für diese Gala.

Es gab ein großes Finale und Beifall über Beifall zurecht für alle Beteiligten. Selbst der Blumenstrauß vom ersten Rang links vorn fehlte nicht und fiel vor die Füße von Akiho Tsujii.

Zwei Anmerkungen scheinen dennoch notwendig: Dass diese Operettenrevue ein Renner und damit ein Kassenfüller wird, musste den Verantwortlichen schon bei der Planung klar gewesen sein. Warum für Altenburg dennoch nur zwei Vorstellungen geplant sind, bleibt unverständlich und ist finanztechnisch unverantwortlich.

Und zweitens: Werden Mikros, bisher nur in Musicals üblich, nun auch in der Operette gängig? Warum eigentlich? Die Sängerinnen und Sänger singen so kräftig und die Akustik des Hauses ist so gut, dass man den Nachteil, den Stimmen etwas von der individuellen Natürlichkeit zu nehmen, nicht eingehen sollte.

Einige Karten für die Vorstellung am Sonnabend, dem 4. März, 19.30 Uhr, sind noch erhältlich: an der Theaterkasse (Tel. 03447 585160) oder in der OVZ-Geschäftsstelle, Baderei 1 (Tel. 03447 574942).

Von Manfred Hainich

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