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Altenburg Parkchaos an Kreisstraße sorgt für Frust und Besorgnis in Pahna
Region Altenburg Parkchaos an Kreisstraße sorgt für Frust und Besorgnis in Pahna
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18:30 12.07.2019
An warmen Tagen reiht sich an der Zufahrt zum Erholungspark Pahna oft Auto an Auto. Quelle: privat
Pahna

Selbst wenn das Wetter derzeit eher nicht zum ausgedehnten Sonnenbaden einlädt – sobald die Temperaturen wieder steigen, zieht es die Menschen auch im Altenburger Land auf Badeliegen und an Badestrände. Das ist auch am See des Erholungsparks in Pahna nicht anders. Die Einrichtung kann sich, gerade an sonnigen und sehr warmen Tagen, über mangelnden Besucherzuspruch nicht beklagen.

Wildparker behindern Rettungsfahrzeuge

Es sind allerdings genau solche Tage, die Karsten Jähnig immer wieder Sorgenfalten und mitunter sogar Zornesröte ins Gesicht treiben. Denn dann reihen sich entlang der Kreisstraße, die von Fockendorf zum Erholungspark führt, regelmäßig regelrechte Automassen, wird Stoßstange an Stoßstange auf dem Grünstreifen geparkt. „Diese Entwicklung beobachten wir schon seit Jahren, in jüngster Zeit hat sich der Zulauf sogar unwahrscheinlich erhöht“, kann der Bürgermeister berichten.

Und das Phänomen wird langsam aber sicher zum Problem – auch und insbesondere für die Sicherheit der Badegäste selbst. „Teilweise stehen hier bis zu 120 Autos dicht an dicht, selbst die Zufahrten in den Pahnaer Forst sind mitunter zugestellt. Wenn dann Gegenverkehr kommt, kommt hier keiner mehr durch, auch Rettungsdienst und Feuerwehr nicht“, verdeutlicht Jähnig die prekäre Lage. Ein Umstand, der im schlimmsten Falle lebensbedrohlich werden könnte. „Wenn ein Feuer ausbricht, ein Unwetter aufzieht oder aus welchen Gründen auch immer eine Panik ausbricht, wird es kritisch“, so seine Befürchtung.

Knöllchen bleiben wirkungslos

Mit gängigen ordnungsbehördlichen Maßnahmen sei dem ausufernden Wildparken inzwischen an besonders publikumsstarken Tagen nicht mehr beizukommen, so Jähnig. „Mit Knöllchenverteilen wird das Problem nicht beseitigt“, spricht er aus Erfahrung. Zahlreiche Gäste würden eher das Bußgeld in Kauf nehmen, als den gebührenpflichtigen offiziellen – schnell gefüllten – Parkplatz zu nutzen oder weitere Wege auf sich zu nehmen. Zwar weisen bereits Schilder entlang der Straße auf das Parkverbot hin. Allerdings halte dies erfahrungsgemäß die wenigsten Fahrer davon ab, ihr Auto am Straßenrand abzustellen.

Personaldecke für Kontrollen ist zu dünn

Auch in der Verwaltung der VG Pleißenaue kennt man die Problematik. Dort nimmt man, im Auftrag der Gemeinde, die Kontrolle des ruhenden Verkehrs im übertragenen Wirkungskreis wahr. „An besonders stark frequentierten Tagen ist das für uns aber einfach nicht zu leisten“, teilt VG-Chefin Rita Richter mit. Ohnehin habe man maximal zwei Mitarbeiter für die Kontrollen zur Verfügung – sofern niemand urlaubs- oder krankheitsbedingt ausfalle. Sind weit über 100 Wagen zu überwachen, sei dies oft nicht zu schaffen. Auch vermehrtes Abschleppen sei keine adäquate Lösung, so Richter. „So ein Vorgang dauert gut zehn Minuten. Wenn dann wieder Gegenverkehr kommt, verschärft sich nur das Problem.“

Bauliche Lösung wäre Favorit

Richter und Jähnig würden daher eine bauliche Lösung favorisieren. „Auf einer der Seite der Straße haben wir etwa bereits einen Graben gezogen, der das Parken unmöglich macht“, erläutert Richter. Eine ähnliche Variante sei auch am gegenüberliegenden Straßenrand denkbar, dafür müsse allerdings der Kreis als übergeordnete Stelle sein okay geben – und das bleibe bisher, trotz vieler Gespräche und immer wieder gegebener Hinweise, aus.

Bei ihrer Kritik wissen die beiden Verwaltungschefs auch den Thüringer Gemeinde- und Städtebund hinter sich. Auch dieser moniere in einem Schreiben an ihn die „geschilderte Weigerungshaltung“ der verantwortlichen Stellen im Kreis, so Jähnig. Kritisch bewerte der Bund, dass der Kreis als Träger der Straße bisher untätig geblieben sei. Gleiches gelte für die Straßenverkehrsbehörde.

Jähnig: Notfalls absperren

Karsten Jähnig jedenfalls hofft nach wie vor auf eine Einigung auf Kreisebene, auch wenn seine Zuversicht nach mehreren erfolglosen Versuchen schwindet. Zum Äußersten möchte der Fockendorfer Bürgermeister es jedenfalls nicht kommen lassen, hat für den Fall der Fälle indes schon einen Plan in der Hinterhand. „Wenn es hart auf hart kommt, muss eben die Feuerwehr anrücken und die Zufahrt in beide Richtungen absperren.“ Ein radikaler Schritt – aber auch einer, den er für nötig hält, um Leib und Leben der Besucher im Zweifel schützen zu können.

Die OVZ hat das Landratsamt per Anfrage um eine Stellungnahme gebeten. Diese blieb bis Freitagnachmittag zunächst unbeantwortet.

Von Bastian Fischer

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