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Altenburg Personalnot im Altenburger Rathaus behindert Bau
Region Altenburg Personalnot im Altenburger Rathaus behindert Bau
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13:17 25.06.2018
Dort wo in der Altenburger Teichstraße Nummer 16 einst Zelte standen, soll ein Parkplatz entstehen. Ob der Bau noch dieses Jahr beginnen kann, ist aber fraglich.
Dort wo in der Altenburger Teichstraße Nummer 16 einst Zelte standen, soll ein Parkplatz entstehen. Ob der Bau noch dieses Jahr beginnen kann, ist aber fraglich. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der Bau des Parkplatzes in der Teichstraße 16 zieht sich weiter hin. Aufgrund von Personaldefiziten im Hoch- und Tiefbau des Altenburger Rathauses könne er nicht versprechen, dass es noch dieses Jahr losgeht, sagte der zuständige Referatsleiter Rüdiger Zick auf eine Nachfrage im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats. Teile der Planung für die Frei- und Parkfläche seien bereits fertig, andere müssten noch erstellt werden. Er gehe davon aus, dass er diese dem Ausschuss frühestens Ende des Jahres vorstellen kann.

Stellplätze werden wohl erst 2019 fertig

Da die Vergabe des rund 300 000 Euro teuren Bauprojekts erst im Anschluss erfolgt, wird der lange geplante Parkplatz wohl erst 2019 entstehen. Zumal ein möglicher Wintereinbruch den Baubeginn weiter hinauszögern könnte. Geplant war zuletzt, dass die 29 Pkw-Stellflächen bis Jahresende nutzbar sind. Der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss hätte den überarbeiteten Plänen dafür aber bereits im Februar, spätestens aber im März zustimmen sollen. Doch diese liegen noch immer nicht vor.

Lange Liste von Problemen

Das neuerliche Verschieben reiht sich ein in die Liste der Probleme, die es auf dem Grundstück am Rande der Altenburger Innenstadt bereits gegeben hat. Erst im Sommer 2017 von den zerfetzten Zelten der archäologischen Grabungen befreit, wurde die Fläche im November für den Bau vorbereitet. Doch die Stadt musste ihre Pläne ändern und unter anderem die Anzahl der Stellplätze reduzieren, weil das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie darauf bestand, dass die Mauerreste des früheren Klosters Maria Magdalena, das sich dort befand, verfüllt werden. Dadurch sollen sie der Nachwelt erhalten bleiben.

Ort als archäologische Fundgrube

Die Ausgrabungen, deren Zelte über Jahre in der Teichstraße 16 standen und verfielen, waren im August 2003 begonnen und neun Jahre später beendet worden. Zuvor befand sich dort das Göbelsche Gut, das baufällig war und abgerissen werden musste. Über drei Jahre lang erwies sich das Gelände als Fundgrube über den Verlauf der Stadtmauer im 17. Jahrhundert und über den geologischen Untergrund vor Ort. Bis 2006 wurden im Bereich des ehemaligen Klosters 116 Grabstätten geöffnet. Die Stätte galt als eine der größten witterungsunabhängigen Großgrabungen in Deutschland.

Von Thomas Haegeler