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Altenburg Pheromon-Fallen für die Spinner-Falter
Region Altenburg Pheromon-Fallen für die Spinner-Falter
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08:02 03.07.2019
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind gefährlich.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind gefährlich. Quelle: dpa
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Altenburg/Pahna

Die einen sind vor allem eklig, die anderen können auch gefährlich werden: Zwei Nachtfalter-Arten – konkret deren Raupen – machen derzeit in Mitteldeutschland zu schaffen. Die Schwammspinner haben sich unter anderem in Gera durch ein ganzes Wohnviertel gefressen, der Eichenprozessionsspinner ist vor allem in Südthüringen aktiv. Letztgenannter kann durch die Brennhaare der Raupen toxische Reaktionen auslösen – etwa beim direkten Kontakt oder durch die am Baum oder Boden verbleibenden Verpuppungsgespinste. „Dieses Schadinsekt breitet sich nun auch in Ostthüringen aus“, berichtete diese Woche der Thüringen-Forst.

Auch auf dem Campingplatz Pahna herrschte zwischenzeitlich Aufregung. „Wir sind aufgrund von Hinweisen auf einen Baum aufmerksam geworden, der möglicherweise vom Eichenprozessionsspinner befallen ist. Wir haben sofort reagiert und eine Warnung veröffentlicht“, berichtete Campingpark-Leiterin Christine Döhler. „Der Förster konnte aber Entwarnung geben, der Verdacht hat sich nicht bewahrheitet.“

Regelmäßiges Monitoring: Entwarnung für Altenburger Land

Entwarnung fürs Altenburger Land gibt auch der ThüringenForst. In den Waldgebieten des Landkreises seien in jüngerer Vergangenheit weder Eiablagen des Eichenprozessionsspinners noch geschlüpfte Raupen bekannt geworden. Die Förster und auch das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) führen regelmäßig ein sogenanntes Monitoring durch, bei dem die schädlichen Falter durch Pheromone in eine Falle gelockt und so registriert werden können. Lediglich drei Falter seien in den vergangenen beiden Jahren im Altenburger Raum gefangen worden, berichtet das TLLLR. Eine Vermehrung des Insekts im Landkreis ist nicht bekannt. „Sollte ein solcher Fall auftreten, würden wir damit sofort an die Öffentlichkeit gehen“, versichert Forstamtsleiter Karsten Schröder.

Auch Anwohner werden gebeten, Verdachtsfälle sofort zu melden. Sie können sich an den Landesamts-Standort Großenstein wenden, erreichbar unter Telefon 036602 51230, sagt Behördensprecher Torsten Weidemann. „Dann erfolgt eine Beurteilung, ob es sich um Eichenprozessionsspinner handelt. Falls ja, werden unsererseits Empfehlungen ausgesprochen, wie eine Beseitigung erfolgen kann. Die Nester sollten in keinem Fall berührt und sicherheitshalber abgesperrt werden“, warnt Weidemann. „Sollte es dennoch zum Kontakt kommen, sollte die Kleidung im Freien gewechselt und die Haut sehr gründlich gereinigt werden.“

Entwarnung auch beim Schwammspinner

Weniger gefährlich sind die Raupen des Schwammspinners. Allerdings können auch deren Brennhaare allergische Reaktionen – besonders bei Kindern – hervorrufen. Deshalb sei bei der Beseitigung Vorsicht geboten. Aber auch für den Schwammspinner gilt: derzeit kein gehäuftes Auftreten im Altenburger Land. Lediglich in Einzelfällen würden Eichen in hiesigen Wäldern kahl gefressen. „Die Eiche besitzt aber die wunderbare Fähigkeit, im Sommer noch mal auszutreiben“, so Forstamtsleiter Schröder.

Von Kay Würker