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Altenburg Pläne für alten Bahnhof von Kotteritz werden konkreter
Region Altenburg Pläne für alten Bahnhof von Kotteritz werden konkreter
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15:12 02.10.2018
Vom Bahnhof in Kotteritz ist Mike Jessat von Anfang an begeistert. Hier beginnt der Viaduktradweg. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Kotteritz

Die Sommerpause beim Viaduktradweg-Bau geht langsam dem Ende entgegen. Wie Altenburgs Nabu-Chef Mike Jessat gegenüber der OVZ erklärt, rechnen die drei Vereine hinter dem Projekt ViaduktradwegNaturschutzbund (Nabu), Naturforschende Gesellschaft Altenburg und Viaduktradwegverein – jeden Tag mit dem Bescheid aus dem Landratsamt, der letztlich grünes Licht geben soll für den Fortgang der Arbeiten. Dann, so Jessat weiter, werde weiter Sand auf das Schotterbett gebracht, um bestenfalls Mitte des kommenden Jahres ein erstes Teilstück endlich offiziell zu eröffnen.

„Aber die ersten Radler sind schon zwischen Klausa und Garbus unterwegs gewesen“, berichtet Jessat. Diese Etappe war bereits im Frühjahr nach dem Freischnitt des ehemaligen Gleisbettes der Bahnstrecke NarsdorfAltenburg mit Sand begradigt worden. Dann folgte ein mehr oder weniger selbst auferlegter Baustopp auf Grund von Beschwerden aus der Nachbarschaft und fehlender Unterlagen (die OVZ berichtete). „Das geforderte Artenschutzgutachten ist über den Sommer von einem Leipziger Planungsbüro erstellt worden und liegt inzwischen der unteren Naturschutzbehörde vor“, sagt Jessat und fügt an, dass darin noch einmal aufgeführt sei, dass durch das Aufbringen des Sandes keine Arten gefährdet werden. Nicht zuletzt deshalb erwartet Jessat einen positiven Bescheid aus dem Landratsamt.

Ein-Euro-Jobber kümmern sich um Vorbereitungen

„Obwohl wir nicht weiter am Weg arbeiten konnten, waren wir nicht untätig“, betont der Vereinschef. Inzwischen seien Ein-Euro-Jobber eingestellt, die sich gerade mit den Vorbereitungen für das weitere Aufbringen des Sandes beschäftigen. Außerdem wurde der Bahnhof Kotteritz entrümpelt und freigeräumt. Als die Nabu-Stiftung vor drei Jahren die Bahnstrecke erwarb, bekam sie die Station in Kotteritz dazu. Dem Charme des über 100 Jahre alten Backsteinbaus erlag Jessat sofort und hatte sogleich Visionen, wie die Immobilie genutzt werden könnte.

Mittlerweile sind die Pläne konkreter. Denn die Bausubstanz des alten Bahnhofs sei nicht schlecht. „Das Wichtigste mit ist ja das Dach – und das ist laut Dachdecker völlig in Ordnung.“ Das größte Problem sei die fehlende Anbindung an Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telefon. Rund 30 000 Euro, schätzt Jessat, wird der Wiederanschluss der Medien kosten. „Genau weiß ich es nicht, weil noch nicht alle Kostenvoranschläge vorliegen.“

Genügend Platz für Ideen im alten Gebäude

Sicher ist er sich, dass der frühere Bahnhof als Tor zum Radweg gebraucht wird, denn ein Projekt wie die Schaffung und Unterhaltung des Viaduktradwegs benötige zum Funktionieren eine zentrale Anlaufstelle. „Zum Beispiel sind jetzt die Ein-Euro-Jobber drin, die müssen ja irgendwo einen Raum haben“, sagt Jessat und ergänzt, dass unter anderem deswegen das Gebäude entrümpelt worden sei. In Zukunft könnten dort die Vereine Büros unterhalten, es gibt Ideen für eine gastronomische Nutzung, eine Fahrradwerkstatt, Pension und so weiter, nennt Jessat einige Ideen. Platz sei zwar genügend vorhaben, dennoch ist aktuell offen, was davon umgesetzt werden könnte.

Anders liegt der Fall, was die zwei fehlenden Brücken auf dem Abschnitt zwischen Ehrenhain und Niederleupten betrifft. Schon länger gibt es den Wunsch, die fast acht Meter breiten die Lücken mit ausgedienten Waggons zu überbrücken. Ein Waggon sei dem Viaduktradweg von der Wismut bereits sicher, ein anderer in Aussicht gestellt, so Jessat. Bestenfalls könnten Anfang 2019 die Waggon-Brücken gesetzt werden. Dann könnte auf dem ersten Wegstück durchgehend geradelt und gewandert werden.

Von Jörg Reuter

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