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Altenburg Plottendorfer Sonnenscheune und Pfarrhof Mehna erhalten Denkmalpreis des Kreises
Region Altenburg Plottendorfer Sonnenscheune und Pfarrhof Mehna erhalten Denkmalpreis des Kreises
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20:18 02.09.2019
Der Pfarrhof in Mehna ist prägend für das Ortsbild. Das Laubenganggebäude und das Wohnhaus von 1792 sind erhalten geblieben. Quelle: Landratsamt Altenburger Land
Plottendorf/Mehna

Sie liegen einige Kilometer auseinander, wurden einst zu ganz unterschiedlichen Zwecken gebaut – und haben doch Gemeinsamkeiten. Sowohl der Pfarrhof in Mehna als auch die Sonnenscheune auf dem Vierseithof Plottendorf wurden vor rund sieben Jahren aus dem Dornröschenschlaf geholt, restauriert, mit umfangreichen Bauarbeiten für die Zukunft nutzbar gemacht. Der Landkreis würdigt die Eigentümer beider Objekte am Freitagabend mit der Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege im Altenburger Land.

Sonnenscheune ist energieautarkes Haus

An der Sonnenscheune klirrten bereits am Montag die Sektgläser. Der Umbau des rund 275 Jahre alten Wirtschaftsgebäudes zu einem energieautarken Wohnhaus in ökologischer Bauweise ist vollbracht. Die Projektverantwortlichen trafen sich mit Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) und Landrat Uwe Melzer (CDU), um den Projektabschluss zu feiern – knapp drei Jahre, nachdem die Familiengesellschaft Hofgut Erler GbR den ersten Spatenstich setzte.

Seitdem sei auf dem familieneigenen Gehöft viel passiert, konnte Axel Erler verkünden. In aufwendiger Arbeit wurde die brachliegende Scheune des Hofs in ein passives Sonnenhaus mit autarker Energie- und Wasserversorgung umgebaut. Damit kann das Haus seinen gesamten Energiebedarf künftig weitgehend durch Sonnenkraft decken. Herzstück ist ein thermischer Langzeitspeicher mit einem Wasservolumen von 12 690 Litern. Dieser ist in der Lage, etwa 1000 Kilowattstunden Energie in Form von Wärme zu speichern. „Damit können wir den Sommer in den Winter transportieren“, freute sich Erler.

Zum Projektabschluss schauten auch die Kinder der Kita „Kleiner Eisvogel“ in Plottendorf vorbei. Quelle: Mario Jahn

Breitband fürs Umland und aufwendige Sanierung

Durch den im Zuge der Bauarbeiten gelegten gigabitfähigen Breitbandanschluss können in Kooperation mit der Gemeinde Treben und der Firma Drahtlos-DSL GmbH Mittelsachsen die gesamte Ortschaft Plottendorf sowie Teile von Trebanz mit schnellen Internet versorgt werden. Per Richtfunk sind zudem auch Fockendorf und Pahna abgedeckt.

Stolz ist Erler auch auf die denkmalschutzgerechte Aufarbeitung der Scheune. So wurden die komplette Nordwand sowie Teile der Südwand in historischer Fachwerkbauweise rekonstruiert. Giebel, ein Gewölbekeller und Teile von Sandsteinmauern wurden erhalten und saniert, der Dachstuhl mit einem innovativen Reinigungsverfahren mit gefrorenem Kohlendioxid gereinigt.

Mit der Sonnenscheune sei nicht nur ein neues Heim für seine Familie, sondern auch ein beispielhaftes Projekt entstanden, mit dem sich die Chancen, die in vielen brachliegenden Höfen des Altenburger Landes liegen, verdeutlichen ließen, so Axel Erler. Zum Tag des offenen Denkmals können sich Interessenten im Zuge von Führungen selbst ein Bild machen.

Arbeiten in Mehna dauern an

Auf dem Pfarrhof Mehna hat Eigentümer Steffen Glathe noch viel Arbeit vor sich. Der Hof ist Baustelle, Handwerker prägen das Bild – der Grund, weshalb diese Adresse am Denkmaltag nicht besichtigt werden kann. Doch was in den vergangenen Jahren bereits geschaffen wurde, ist dem Landkreis eine Anerkennung wert. Besonders das Laubenganggebäude vom Ende des 18. Jahrhunderts – eines der letzten dieser im Altenburger Land einst verbreiteten Bauwerke – entzückt die Denkmalschützer.

Das Laubenganggebäude wurde aufwendig restauriert und instandgesetzt. Quelle: Landratsamt Altenburger Land

„Es war ja schon fast abgeschrieben, so schlecht war der Zustand“, berichtet Beatrice Müller vom Landratsamt. Teile des Hauses waren schon 1990 einsturzgefährdet oder bereits zusammengebrochen. 2012 erwarb der Arzt, Theologe und Autor Dr. Steffen Glathe das Ensemble, rückte das Laubenganggebäude in den Mittelpunkt seines Sanierungsprojektes. „Parallel restaurierte er das Wohnhaus, stellte 2015 den Gemeinderaum fertig und 2016 die Bohlenstube“, schildert Müller. „Im Wohnhaus wie auch am Laubenganggebäude ist handwerkliche Arbeit von ausgezeichneter Qualität zu sehen.“ Sie ist das Ergebnis erheblicher Investitionen in Fachleute sowie ungezählter Stunden Arbeit in Eigenleistung.

Willkommenes Arbeitsumfeld

Für Steffen Glathe, 1959 in Darmstadt geboren, ist der Hof nicht nur Wohnort, sondern auch ein willkommenes Umfeld für seine psychotherapeutische Arbeit. Der Mediziner hat seine Berufung unter anderem in der Existenzanalyse gefunden, die sich mit den Fragen eines sinnerfüllten Lebens beschäftigt. Das aus Holz und Lehm geschaffene Laubenganggebäude im idyllischen Pfarrgarten ist ein prädestinierter Ort für Ruhe und Besinnung.

Von Kay Würker und Bastian Fischer

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