Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Postersteiner Herrenhaus erwacht aus dem Dornröschenschlaf
Region Altenburg Postersteiner Herrenhaus erwacht aus dem Dornröschenschlaf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:22 18.07.2018
Geschichtsträchtige Immobilie in herrlicher Lage: Blick auf das Herrenhaus vom Turm der Burg Posterstein. Quelle: Maike Steuer
posterstein

„Ob wir das tatsächlich hinkriegen? Darüber haben wir uns am Anfang gar keine Gedanken gemacht“, bekennt Silvia Marsch schmunzelnd. Jener Anfang, die Gründung des Burgberg-Vereins mit dem Ziel, das Herrenhaus in Posterstein zu retten, liegt ein bisschen mehr als drei Jahre zurück, wenn es am 1. August einen guten Grund zum Feiern gibt. Zusammen mit Birgit Keller (Linke), Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, werden die „Burgberger“ samt Bürgermeister Stefan Jakubek den Nordflügel des Herrenhauses eröffnen, auf dass fortan die Dorfbewohner in Scharen Gebrauch von den drei neuen Räumen machen. Fitness, Therapien und Kurse werden dort ab August angeboten.

20 Jahre Leerstand

Im Vergleich zur Gesamtfläche des 800 Jahre alten Gebäudes ist die Nordflügel-Eröffnung nur ein kleines Puzzlestück des großen Ganzen – und doch ein großer Schritt hin zur kompletten Sanierung. „Lange Zeit waren uns die Hände gebunden und wir mussten zuschauen, wie das Herrenhaus vergammelt“, erinnert sich Klaus Hofmann, Direktor des Museums Burg Posterstein, an die über 20 Jahre Leerstand. Umso mehr freut er sich genau wie Bürgermeister Jakubek darüber, „dass wir gerade noch so die Kurve gekriegt haben“.

Auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird, bis das 50 Meter lange und 12 Meter breite Bauwerk samt seiner 1700 Quadratmeter Gesamtfläche runderneuert ist, blitzt der alte Charme des Herrenhauses bereits jetzt an vielen Ecken durch. „Die Knöpfe sind schon weg“, merkt Silvia Marsch beim Rundgang schmunzelnd an und streicht über das frisch gestrichene Geländer der ausladenden Treppe. Die hätten die Kinder früher, als das Haus noch als Heim genutzt wurde, am Herunterrutschen gehindert. Dem Herrenhaus dabei zuzuschauen, wie es langsam aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, erfüllt Marsch mit Stolz. „Mir fehlte am Anfang die Fantasie, mir vorzustellen, wie es werden könnte. Eher hätte man gedacht, hier sind sie am abreißen.“

Bürgergenossenschaft als Option

Doch Aufgabe hätte nicht zur „Gemeinsam-zum-Ziel“-Mentalität der Postersteiner gepasst. Dieses Engagement, der Zusammenhalt und auch die „glückliche Fügung, die passenden Leute zu haben“, wie Marsch es formuliert, spielten dem 450-Einwohner-Dörfchen positiv in die Karten bei der Bewältigung dieses Mammutprojektes – und seiner Zukunft. So gehört Posterstein als einziger Ort in den neuen Bundesländern und als kleinster von Fünfen, aber mit dem größten Unterfangen zum „KoDa eG“-Projekt der Evangelischen Hochschule Freiburg. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), wollen die Postersteiner wissenschaftlich begleitet in den nächsten zwei Jahren ausloten, ob die Gründung einer Bürgergenossenschaft das richtige Modell sein könnte, um das Projekt „Wiederbelebung des Burgbergs“ zu stemmen und damit auch das Herrenhaus langfristig auf tragfähige Füße zu stellen.

Stefan Jakubek ist optimistisch. Das Gemeindeoberhaupt kennt „seinen“ Ort und dessen Menschen: „Dieses Projekt ist das i-Tüpfelchen unserer Dorfentwicklung seit der Wende. Wir wünschen uns, dass das Dorf den Burgberg wiederentdeckt und hier das neue Zentrum entsteht.“

Die Mieter ziehen ein

Bis es so weit ist, wird Jakubek noch mehrere Chancen haben, „immer wieder mal was zu eröffnen“, denn die beiden neuen Ferienwohnungen im Herrenhaus warten auf ihren letzten Schliff. Anfang des nächsten Jahres werden außerdem die ersten Umzugsautos der neuen Dauermieter von insgesamt acht Wohnungen erwartet, die vor Ort entstanden sind. Und dann wäre da ja auch noch der Plan vom Café mit Laden und Leseecke.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Von Maike Steuer

Die Trockenheit fordert auch in Altenburg Tribut. So starben jüngst rund 200 Karpfen im Kleinen Teich, weil dort kein frisches Wasser zufließt, sich Entengrütze ungestört ausbreitet und es damit an Sauerstoff mangelt.

17.07.2018

Mit der Brückenbaustelle zwischen Bünauroda und Lucka ist jetzt eines der größten Verkehrshindernisse im Norden des Kreises verschwunden. Die nicht immer beachtete Umleitung hatte bei den Bünaurodaer Anwohnern für reichlich Frust gesorgt. In Lucka hingegen wird derzeit nicht weiter an der Pestalozzistraße gearbeitet.

17.07.2018
Altenburg „Fahndungs“-Erfolg - Vermisstes Känguru ist wieder da

Die Polizei konnte am Dienstag einen besonderen Fahndungserfolg vermelden: Das seit Anfang Juni in Wintersdorf ausgebüxte Känguru ist wieder da. Das Tier konnte von Beamten und Besitzer in der Nähe von Ramsdorf gleich hinter der Landesgrenze eingefangen werden.

17.07.2018