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Altenburg Pro Altenburg will Sanierung der Moritzstraße stoppen
Region Altenburg Pro Altenburg will Sanierung der Moritzstraße stoppen
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09:53 12.09.2019
Die Bürgerbewegung Pro Altenburg will verhindern, dass die Altenburger Moritzstraße saniert wird, weil andere Straßen in noch schlechterem Zustand seien. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Zusammenkunft des Altenburger Stadtrats am Donnerstag ist eine besondere. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn um 18.30 Uhr beginnt nicht nur die erste Sitzung nach der Sommerpause, sondern auch die erste im neuen zweimonatigen Turnus. Zudem gibt Sandra Kretschmann ihre Premiere als Chefin der CDU-Fraktion (siehe separate Meldung). Für Gesprächsstoff sorgen aber nicht die Christdemokraten als größte Fraktion, sondern Pro Altenburg als zweitgrößte. Denn die Bürgerbewegung will die Sanierung der Moritzstraße kippen und hat dazu einen Antrag eingebracht.

Pro Altenburg hält Roßplan und anderes für dringender

„Der nochmalige(grundhafte) Ausbau der Moritzstraßeist zwar wünschenswert, aber in Zeiten knapper Kassen völlig unangebracht“, heißt es in der Begründung. So gebe es in der Altenburger Altstadt „Straßen und Gassen, welche kaum noch zu befahren beziehungsweise zu belaufen sind“. Als Beispiele, wo dringenderer Handlungsbedarf bestehe, nennt Pro-Altenburg-Chef Peter Müller vor allem die Doppelkurve am Roßplan zwischen Teichstraße und Schmöllnscher Straße. „Dort fahren täglich mehrere tausend Autos lang, durch die Moritzstraße aber nur einige hundert“, sagt er. Aber auch Marktgasse, Keplerplatz oder Brühl, „an dem fast alle Häuser saniert sind“, hätten eine Frischzellenkur nötig.

Stadtrat soll in zweitem Schritt über andere Straße entscheiden

Man hänge jedoch nicht am Keplerplatz, der bei einer Umfrage der Bürgerbewegung das Rennen machte, oder einer anderen speziellen Straße und will deshalb auch den Stadtrat in einem zweiten Schritt entscheiden lassen, was stattdessen saniert wird, so Müller weiter. Zumal sich das Lärmproblem der Moritzstraße aus seiner Sicht mit einfacheren Mitteln beseitigen ließe: „Wenn man das Gitter oben festmacht, das Pflaster mit Splitt verfüllt und die Geschwindigkeit wieder auf Schritt runtersetzt, wird die Straße leiser.“ Zumal das jetzige Pflaster bei einer Sanierung nur durch Flüsterpflaster, nicht aber durch Asphalt ersetzt werden soll.

Emotionale Debatte aufgrund von Vorgeschichte zu erwarten

Die Abstimmung darüber könnte jedenfalls knapp und die Debatte emotional werden. Schließlich war die Moritzstraße schon mehrfach Thema im Stadtrat – inklusive Auftritt von Anwohnern und einer Unterschriftensammlung für eine Sanierung. Zudem fehlen einige Stadträte und andere hegen durchaus Sympathien für die Pro-Altenburg-Aktion. „Ich kann nicht Grund- und Gewerbesteuern erhöhen und dann solch einen Schildbürgerstreich durchziehen“, setzt Müller noch einen drauf. Denn Oberbürgermeister André Neumann (CDU) habe selbst gesagt, dass dieses Geld „sinnvoll eingesetzt werden soll“. Auch darin, dass die Maßnahme bereits Tausende Euro für Planungen gekostet hat, sieht Müller nicht als Problem: „Wenn Geld da sein sollte, haben wir die Planungen schon.“ Das sei bei der Schmöllnschen Vorstadt oder der Heinrich-Zille-Straße auch so.

Weitere heiße Eisen auf Tagesordnung

Abgesehen davon bergen auch die Erhöhung der Gebühren für den Wohnmobilstellplatz und für die Friedhofsnutzung Diskussionsstoff. Gleiches gilt für den Dauerbrenner des Areals am Topfmarkt. Dass dieses wieder bebaut wird, soll mit einem neuen Interessenbekundungsverfahren vorangebracht werden. Der Rest der mit 33 Punkten umfangreichen Tagesordnung besteht überwiegend aus Bilanzen kommunaler Firmen und damit verbundener Beschlüsse.

Von Thomas Haegeler

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