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Altenburg Programmreihe „Build2Play“ soll Konzeption der Spielewelt vorantreiben
Region Altenburg Programmreihe „Build2Play“ soll Konzeption der Spielewelt vorantreiben
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11:21 30.03.2019
Christian Horn setzt große Hoffnungen in „Build2Play“. Quelle: Foto: Bastian Fischer
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Altenburg

Es soll einer der künftigen Besuchermagneten in Altenburg werden: Die Spielewelt. Zwar hat das Großprojekt in den vergangenen Wochen so manchen Rückschlag einstecken müssen, wurde von Seiten der Stadt in Sachen Konzeption eine Denkpause ausgerufen, wird auch der geplante Standort im Prinzenpalais noch einmal überdacht (OVZ berichtete). Eigentlich eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, angesichts derer man den Kopf in den Sand stecken könnte. Beim Schloss- und Kulturbetrieb hingegen wird das Projekt weiter vorangetrieben – und die Bevölkerung mit in die Ideenfindung eingebunden.

Bauen, um zu spielen – Spielen, um zu bauen

„Build2Play“ nennt sich die Veranstaltungsreihe, in deren Zuge Bürgerstimmen und -ideen zur Ausgestaltung der Spielewelt gesammelt werden sollen. In Form von Spieleevents (siehe Kasten) oder Diskussionsforen soll so ausgelotet werden, was beim künftigen Publikum ankommt und was nicht, wie Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn erklärt. „Es ist quasi ein Test vor der eigentlichen Spielewelt. Wir können so bereits jetzt ein Akteursnetzwerk knüpfen, das bei der Einrichtung des Projekts relevant sein wird.“ Daran knüpft das Motto gleich im doppelten Sinn an: Denn das lässt sich auch umgekehrt lesen – auch auf spielerische Art soll an der Spielewelt gebaut werden.

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Bundesweite Kontakte

Generell sei die Rückmeldung aus der Bevölkerung integraler Bestandteil der Spielewelt-Konzeption, so Horn. „Das fängt bereits bei der Ausstattung des geplanten Spielecafés an, geht aber natürlich noch viel weiter“, führt er aus. Getestet werden könne etwa auch, welche Spiele-Events, wie etwa das jüngst ausgerichtete Finale der Deutschen Dominion-Meisterschaft, gut ankommen. Dabei, darum macht Horn keinen Hehl, hat man auch den wirtschaftlichen Aspekt im Blick: „Wir möchten wissen, was die Menschen interessiert, wo sie gerne hingehen und, ja, auch wofür sie bereit wären, Geld zu zahlen.“

Traumziel sei es, mittelfristig in der Spielewelt ein deutschlandweit einzigartiges Event anzusiedeln, das die Besucher nach Altenburg lockt. Die Chancen für einen solchen Coup stehen laut Christian Horn gar nicht so schlecht, das Netzwerk potenzieller Kooperationspartner wachse stetig. „Wir haben schon jetzt bundesweit Kontakte zu Entwicklern und Verbänden, aber auch zu Sammlern. Viele kommen von sich aus auf uns zu, bieten Kooperationen. Daneben erhalten wir auch bereits regelmäßig Angebote, ganze Sammlungen zu übernehmen“, freut er sich.

Entwicklerszene in den Fokus genommen

Auf die Entwicklerszene zielt auch das in der Spielewelt geplante „Innovation Lab“ ab. Dort, skizziert Horn, könnten neben Teambuilding-Maßnahmen und Fortbildungsangeboten für Unternehmen auch Räume für kreative Start-Ups angesiedelt werden – nicht zuletzt, um auch neue Spiele zu entwickeln. Da passt es ins Bild, dass laut dem Direktor auch bereits erste Kontakte zum Verband „Games & XR Mitteldeutschland“ geknüpft hat. Dessen Ziel, mit Mitteln des Spiels – insbesondere im Bereich Virtual Reality – Denkanstöße für die Wirtschaft zu geben, lasse sich im „Innovation Lab“ optimal verfolgen.

Der Wille der Besucher findet dagegen vor allem Eingang in die Ausgestaltung der anderen beiden geplanten Bereiche der Spielewelt. So soll im „Spielecafé“ nicht nur Raum für ein breites Angebot an Brett- und Digitalspielen sein, das zum Verweilen und Ausprobieren einlädt. „Der Bereich soll auch als Multifunktionsraum nutzbar sein, etwa für Veranstaltungen angemietet werden können“, führt Horn aus.

Ausstellung als Abenteuer

Und auch die Ausstellung zum Thema Spiel, das Herzstück des Projekts, profitiert stark vom Besucherwillen, der sich in der Dramaturgie niederschlagen soll. Denn anders als in gewöhnlichen Museen werde die Ausstellung tatsächlich spielerisch erlebbar. „Ähnlich eines Abenteuerbuchs sollen die Besucher immer wieder Fallentscheidungen treffen, die den weiteren Gang durch die Ausstellung beeinflussen“, umreißt Christian Horn das Vorhaben. So, davon ist er überzeugt, werde die Geschichte und Kultur des Spiels deutlich eindrücklicher vermittelt, als mit gängigen Ausstellungsformaten.

Neben der Puzzlemeisterschaft ist am Sonnabend, den 11. Mai, im Teehaus eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie lebendig darf Erinnerung sein? Schlösser und Museen in der Neufindung“ geplant. Beginn ist um 15 Uhr.

Puzzlemeisterschaft im Schloss

Puzzlefreunde sollten sich Sonntag, den 14. April, dick und fett im Kalender anstreichen. Nach einer mehrjährigen Pause ist Altenburg dann ab 14.30 Uhr nämlich wieder einmal Teilnahmeort an der „Schmidt-Puzzle Championship“. Gesucht wird die schnellste Puzzlestadt Deutschlands. Die Skatstadt tritt gegen 17 andere Kommunen im ganzen Land an.

Konkret gilt es für die Teilnehmer im Bachsaal, 60 Puzzle mit jeweils rund 100 Teilen schnellstmöglich zu lösen und anschließend zu einem großen Motiv zusammen zu setzen. Das endgültige Motiv wird dabei erst zum Start der Veranstaltung verraten.

Maximal 70 Puzzlefreunde können sich der Herausforderung stellen, am Ende wird die Gesamtpuzzlezeit genommen – wer am schnellsten das gewünschte Ergebnis präsentieren kann, schnappt sich den Platz auf dem Siegertreppchen. Und die Aufgabe ist keine leichte: Derzeit liegt das hessische Seligenstadt im bundesweiten Vergleich ganz vorne. Gerade einmal 37 Minuten und 57 Sekunden wurden dort zum Lösen der Aufgabe benötigt. Auf den weiteren Plätzen folgen Bad Segeberg und Pirna.

Unabhängig vom Endergebnis wird jeder Teilnehmer selbstverständlich mit einer Teilnahme-Urkunde ausgezeichnet. Sollte die Skatstadt letztlich sogar die Nase vorn haben, winkt darüber hinaus eine Puzzle- und Spielesammlung im Wert von 1000 Euro, die sozialen Einrichtungen der Stadt zur Verfügung gestellt wird.

Mitpuzzlen darf am 14. April jeder Interessierte ab fünf Jahren, die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen für die 70 Startplätze sind unter info@altenburger-spieletage.de möglich. Bereits um 13 Uhr wird zudem über den aktuellen Planungsstand der Spielewelt informiert.

Von Bastian Fischer