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Altenburg Projekt Haselbacher See-Theater droht ins Stocken zu geraten
Region Altenburg Projekt Haselbacher See-Theater droht ins Stocken zu geraten
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05:16 21.02.2019
Bis jetzt hat sich der Haselbacher See als beliebtes Badegewässer einen Namen gemacht. Nun soll ein Amphitheater hinzukommen. Quelle: Sina Rosenkranz
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Meuselwitz

Mit dem Bau eines Amphitheaters samt gastronomischer Versorgung könnte die Stadt Meuselwitz in diesem Jahr einen mächtigen Schritt hin zu einer besseren touristischen Erschließung und Vermarktung des Haselbacher Sees machen. Könnte. Denn das Vorhaben gerät ins Stocken. Stadtrat Klaus-Peter Liefländer (UWG) befürchtet gar, dass dem Projekt am Ende die Zeit davonläuft. Der Fraktionschef, der als Vorstandsmitglied des Kulturfördervereins Wintersdorf das See-Theater federführend mit vorantreibt, sieht dafür zwei große Baustellen. Zum einen muss möglichst bald ein sogenannter Erbbau-Rechtsvertrag abgeschlossen werden, der dem Verein die nötigen Grundstücke überträgt, auf denen die Bauten stehen sollen.

Stadtrat vermutet Hinhaltetaktik

Doch mit diesem gibt es Schwierigkeiten. Das räumte Bürgermeister Udo Pick (BfM) zur letzten Stadtratssitzung im Januar ein. Anlass dafür war die Anfrage Liefländers, wann nun endlich mit der Erstellung des Vertragsentwurfes begonnen werde, nachdem der Stadtrat bereits am 10. Dezember vergangenen Jahres grünes Licht für das Theater-Projekt gegeben hatte (OVZ berichtete). Auf mehrfache Nachfragen habe er keine oder ausweichende Antworten bekommen, ärgerte sich Liefländer, der dies als unverschämt bezeichnete und Pick fragte, ob er den Stadtrat beim Haselbacher See hinhalten wolle.

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BFM-Fraktion verzögerte Beschluss

Der Argwohn Liefländers ist nicht unbegründet. Vertreter von UWG und SPD vermuten schon lange, dass Picks politischen Freunden von den Bürgern für Meuselwitz (BfM) nicht der Haselbacher See sonderlich am Herzen liegt, sondern der näher gelegene Hainbergsee. Auf Initiative von BfM-Fraktionschef Lutz Hempel wurde der Beschlussantrag zum See-Theater im November in den nicht öffentlichen Teil gezogen und damit verschoben (OVZ berichtete).

Picks Antwort auf eine angebliche Hinhaltetaktik lautete, dass über einigen benötigten Flächen am See bereits ein Erbbau-Vertrag liege. Dies sei eine schwierige Situation, die nun erst einmal bereinigt werden müsse. Das wird sie nun. Am morgigen Freitag treffen sich die Beteiligten, um die Bedingungen eines Erbbau-Rechtsvertrages auszuloten. Nötig dazu ist eine Grundstücksteilung, die Liefländer als kostenintensiv bezeichnete.

Verzögerungen beim B-Plan

Die zweite, weit größere Baustelle ist der Bebauungsplan für das Gelände. Nachdem die Träger öffentlicher Belange zu den Vorhaben angehört wurden, müssten deren Stellungnahmen nun in einen Abwägungsbeschluss fließen. Doch damit sei das unterbesetzte städtische Bauamt personell überfordert, erklärt Liefländer. Hilfe habe das Landratsamt zugesagt, doch dort sei nun auch ein zuständiger Mitarbeiter krank geworden. Er habe Angst, „dass uns die Zeit wegläuft“, sagt Liefländer. Denn das Vorhaben müsse in diesem Jahr abgeschlossen sein. An diese Bedingung seien die Fördermittel geknüpft.

162 000 Euro Fördermittel

Der Kulturförderverein Wintersdorf profitiert dabei vom Programm „Unternehmen Revier“, das den Strukturwandel in ehemaligen Braunkohlegebieten unterstützt. Aus diesem fließen 142 000 Euro plus ein möglicher Nachschuss von 20 000 Euro.

Wichtigstes Projekt ist der Bau eines kleinen Amphitheaters samt gastronomischer Versorgung. Zuvor muss das Veranstaltungsgelände umzäunt und der Rundweg teilweise umverlegt und mit Schranken versehen werden, damit dieser nicht durch Unbefugte mit dem Auto befahren wird. Außerdem werden die Zufahrt zum Parkplatz und die Parkflächen selbst ertüchtigt.

Von Jens Rosenkranz