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Altenburg Radwegenetz in Pleißenaue sorgt für Frust bei Anbietern und Gästen
Region Altenburg Radwegenetz in Pleißenaue sorgt für Frust bei Anbietern und Gästen
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12:36 18.05.2019
Zahlreiche Radwege ziehen sich durchs Altenburger Land. Doch in der Pleißenaue sorgen die Trassen und deren Beschilderung immer wieder für Frust. Quelle: Foto: Mario Jahn
Pahna/Fockendorf

Eigentlich könnten Christine Döhler und Frank Törpel rundum zufrieden sein. Selbst wenn das Wetter noch nicht ganz optimal ist, der Betrieb im Campingpark in Pahna läuft bereits ordentlich an. Und auch die anstehenden, nach langem Warten endlich bald startenden Arbeiten an der Kreisstraße Fockendorf (siehe Kasten unten) treiben dem Duo ein vorsichtig optimistisches Lächeln ins Gesicht. Alles bestens also in der Pleißenaue?

Radwege bleiben Wermutstropfen

„Wir freuen uns sehr, dass die Straße endlich saniert wird, auch wenn es bis zur endgültigen Fertigstellung noch dauern wird“, beeilt sich Geschäftsführerin Döhler zu betonen. Insbesondere da sich in der Vergangenheit die Beschwerden von Gästen über den Zustand der von Schlaglöchern und Schäden gezeichneten Trasse gehäuft hätten, sei die Sanierung nur zu begrüßen. Trotzdem: Ein weiterer Wermutstropfen bleibt. Denn nicht wenige Gäste bringen zum Urlaub im Altenburger Land ihre Fahrräder mit – und sehen sich beim Ausflug per Drahtesel mit ganz neuen Problemen konfrontiert.

Frank Törpel und Christine Döhler kümmern sich um den See-Campingplatz in Pahna - und kritisieren vor allem das schlechte Radwegenetz der Umgebung. Quelle: Bastian Fischer

Zu lange Wege, komplizierte Beschilderungen

Vor allem die offizielle Wegführung, aber auch die Beschilderung, sind in Frank Törpels Augen verbesserungswürdig. „Unsere Gäste wollen nach Altenburg, nach Frohburg oder Deutzen“, zählt der technische Leiter auf. „Und dabei sehen sie sich teils viel zu langen oder kompliziert geführten Wegen gegenüber.“ Zwar versuche man, radfahrende Besucher bestmöglich über die Strecken und einige Ausweichpfade zu leiten. Trotzdem fänden sich nicht wenige Gäste auf ihren Touren häufig in verwirrenden Situationen wieder.

Fahrt auf Schotterpiste wird zur Rutschpartie

Tatsächlich weist Törpel, der selbst passionierter Zweirad-Fan ist, bei einer Rundfahrt auf gleich mehrere Problemstellen hin. Und die Bandbreite ist groß: So sind Radfahrer im Pahnaer Forst etwa auf dem Pähnitzer Weg unterwegs. Die Schotterpiste verläuft zwar malerisch zwischen dichten Bäumen, hält aber auch Schlaglöcher und teils wenig befestigte, steile Abschnitte parat. „Bei Starkregen werden hier schnell Rinnen ausgespült, es wird sehr matschig“, berichtet Törpel aus Erfahrung.

Der Pähnitzer Weg wird oft von Fahrradfahrern genutzt. Die sehen sich dort Schlaglöchern und unebenem Grund gegenüber. Quelle: Bastian Fischer

Orientierungsqual im Schilderwald

In Pähnitz selbst sorgen dann zwei verschiedene Beschilderungen für Stirnrunzeln: In der Ortsmitte weisen zunächst moderne Hinweisgeber den Weg, wenige Meter weiter verstecken sich dann zwei gänzlich anders gehaltene, kleinere Schilder am Straßenrand. Die Aufschrift „R1“ und ein aufgedrucktes Sparkassen-Symbol würden von vielen Radfahrern nicht als offizielle Markierung erkannt, so Törpel. „Wer hier der heute gängigen Beschilderung folgt, landet auf der stark befahrenen B7 – ohne Radweg.“ An anderen Stellen in der Pleißenaue kreuzen die offiziellen Radwege die Bundesstraße, während wenige Meter weiter ein „inoffizieller“ Weg verläuft. Abrupt wechselnde Distanzangaben und teils verdrehte Wegweiser, die statt zum gewünschten Ziel in die falsche Richtung führen, sorgen für weitere Verwirrung.

Auch solche Situationen sind keine Seltenheit: Hinter Primmelwitz endet der Radweg laut Beschilderung – um wenige Meter dahinter weiter zu führen. Quelle: Mario Jahn

Bessere Kommunikation ist gefordert

Trotz all dieser Probleme: Als reine Nörgler wollen sich Christine Döhler und Frank Törpel nicht verstanden wissen – im Gegenteil. Vielmehr setzt das Duo auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen allen Stellen. „Wir müssen das Gästeverhalten und deren Wünsche kommunizieren, die Verwaltung und der Tourismusverband müssen zuhören – und dann muss geschaut werden, was machbar ist und was nicht“, bringt es Frank Törpel auf den Punkt. Die vom Verband beschlossene Einsetzung eines Radwegewarts (OVZ berichtete) sei bereits ein erster richtiger Schritt.

Döhler und Törpel hoffen nun, dass weitere folgen. Das sei, nicht zuletzt angesichts von über 50 000 Gäste-Aufenthalten und noch einmal 100 000 Dauercamperübernachtungen pro Jahr in Pahna zwingend geboten. Fest steht bereits: Langweilig dürfte dem künftigen Radwegewart so schnell wohl nicht werden.

Kreisstraße: Arbeiten starten im Sommer

Es war der Dauerbrenner der vergangenen Jahre in Fockendorf und Umgebung: Die reichlich marode Kreisstraße, die durch das Pleißedörfchen gen Pahna führt. Immer wieder war darauf gedrängt worden, die schlaglochgespickte Trasse in Angriff zu nehmen, immer wieder waren Arbeiten verschoben worden.

Nun soll es endlich losgehen. „Die Ausschreibung ist durch“, kann Fockendorfs Bürgermeister Karsten Jähnig verkünden, dem die Erleichterung deutlich anzumerken ist. Läuft alles nach Plan, sollen ab Juli die Bagger rollen. Gebaut wird in insgesamt fünf Jahresscheiben, zunächst steht ein Abschnitt zwischen Fabrik- und Förstereistraße auf dem Plan. Einige Abschnitte werden als Gemeinschaftsmaßnahme von Gemeinde, Landkreis und Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung (ZAL) durchgeführt. Neben der grundhaften Erneuerung und Verbreiterung der Fahrbahn auf 5,50 Meter, für die der Kreis verantwortlich zeichnet, errichtet die Gemeinde neue Gehwege, der ZAL baut Abwasserkanal und Trinkwasserleitung neu.

Für die Gehwegsarbeiten, bilanziert Jähnig, dürften im ersten Bauabschnitt gut 80 000 Euro an Kosten anfallen. „75 Prozent davon sind förderfähig, Mittel sind bereits beantragt, die Zusage steht aber noch aus.“ Der Ortschef hofft auf einen positiven Bescheid, nicht zuletzt, da sich die Gemeinde seit vergangenem Jahr in Haushaltssicherung befindet. „Wir könnten auch ohne Fußweg bauen, das wäre aber wenig zielführend. Ich bin optimistisch, dass die Gelder fließen.“

Wie tief der Kreis in die Tasche greift und mit welchen Einschränkungen die Einwohner zu rechnen haben, ließ der zuständige Fachdienst Straßenbau auf OVZ-Anfrage mit Verweis auf eine ausstehende Ausschusssitzung Ende Mai zunächst unbeantwortet.

Von Bastian Fischer

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