Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Razzia wegen Scheinehen sorgt für Aufsehen in Altenburg
Region Altenburg Razzia wegen Scheinehen sorgt für Aufsehen in Altenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:14 10.07.2019
Auch in diesem Haus in der Wenzelstraße in Altenburg waren am Mittwochmorgen Polizisten im Zuge einer Razzia gegen Scheinehen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Aufregung am Mittwochmorgen in Altenburg: Unter anderem in der Wenzel- und der Käthe-Kollwitz-Straße rückten Beamte der Bundespolizei an, durchsuchten mehrere Wohnungen.

Durchsuchungen auch im Raum Leipzig, in Rheinland-Pfalz und Bayern

Die Aktion war Teil einer konzertierten Razzia gegen bandenmäßig organisierte Scheinehe-Schließungen. Neben der Skatstadt waren die Einsatzkräfte seit etwa 7 Uhr auch im Großraum Leipzig, in Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz), in Günzburg, Neufahrn bei Freising und Pfeffenhausen (alle Bayern) aktiv geworden. Knapp 550 Beamte durchsuchten insgesamt 39 Objekte, allein in Sachsen wurden 29 Personen festgenommen.

Festnahmen in Altenburg

Auch in Altenburg klickten die Handschellen. „Insgesamt haben wir drei Personen vorläufig festgenommen“, teilte Bundespolizeisprecherin Janine Lumtscher mit. Bei den Verdächtigen handele es sich um zwei indischstämmige Männer sowie eine indischstämmige Frau. Sie sollten am Mittwoch vernommen werden.

Ermittlungen laufen seit 2017

Die Razzia war Ergebnis von bereits seit 2017 laufenden Ermittlungen, die die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen banden- und gewerbsmäßigem Einschleusens von Ausländern führt.

Die Masche der mutmaßlichen Täter sei dabei laut Bundespolizei stets gleich gewesen. Vermittler suchten für Männer aus Pakistan und Indien geeignete Frauen in Deutschland. Dabei würden in der Regel Damen aus osteuropäischen EU-Staaten ausgewählt. Wegen der Freizügigkeitsregelungen im europäischen Recht dürfen diese sich legal und dauerhaft in Deutschland aufhalten. Bei einer Heirat gelte dieses Recht dann auch für ihren Mann. Für die Schleusungen seien pro Person zwischen 15 000 und 20 000 Euro verlangt worden.

Beamte sichern umfangreiche Beweise

Im Zuge der Razzia sollte nun herausgefunden werden, ob die Eheleute tatsächlich zusammenleben oder ihr Lebensbündnis nur vortäuschen. Zu diesem Zweck sicherten die Beamten an allen Einsatzorten umfangreiches Beweismaterial, beschlagnahmten etwa elektronische Speichermedien, fingierte Arbeitsverträge, Meldebescheinigungen, Heiratsurkunden, Mobiltelefone und Bargeld sowie Hinweise auf Korrespondenzen mit Hintermännern oder Organisatoren der Betrugsmasche.

Hauptdrahtzieher lebt in Leipzig

Insgesamt richtete sich die Aktion gegen knapp 66 Beschuldigte. Hauptdrahtzieher soll ein in Leipzig lebender Pakistaner sein. Zudem werde gegen einen zweiten Hauptbeschuldigten ermittelt. Sie sollen indischen und pakistanischen Staatsangehörigen durch die Verschaffung von falschen oder verfälschten zypriotischen Eheschließungsurkunden die Einreise und den Aufenthalt ermöglicht haben.

Von bfi

Rechtzeitig vor Ferienbeginn sind in der Nordregion zwei Baumaßnahmen beendet worden: So sind in der Zeitzer Straße in Meuselwitz nun mehrere Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut. In Wintersdorf wurden dagegen vom Versorger Mitnetz neue Erdkabel verlegt.

10.07.2019

Ferienzeit ist auch Reisezeit. Und auch die Bewohner des Altenburger Landes zieht es wahlweise nach Balkonien, in den heimischen Garten oder in die weite Welt. Die OVZ hat sich mal umgehört...

10.07.2019

Die Sanierung der Altenburger Gnadenkapelle schreitet voran. Wie Eigentümer Enrico Landgraf informierte, erfolgte nun der scharfe Baustart in der Carl-von-Ossietzky-Straße. Ende des Monats kommt der Kran.

09.07.2019