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Altenburg Riesenerfolg: Rund 1000 Besucher bei „Biennale für junge Kunst“ im Prinzenpalais
Region Altenburg Riesenerfolg: Rund 1000 Besucher bei „Biennale für junge Kunst“ im Prinzenpalais
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09:02 10.09.2019
Ob in Öl oder Acryl – viele farbenfrohe Kunstwerke zieren für zwei Tage die Wände im Altenburger Prinzenpalais. Ungewöhnliche, sonst eher verschlossene Orte wollen die Organisatoren der Biennale auch künftig nutzen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Gar Ungewöhnliches war am Wochenende im sonst für die Öffentlichkeit unzugänglichen Prinzenpalais des Altenburger Schlosses zu erleben. Der morbide Charme der nach wie vor unsanierten Räumlichkeiten bot nach 2004 zum zweiten Mal den Rahmen für die „Biennale für junge Kunst – No Selection“.

An den Wänden mit bröseligem Putz und an bespannten Bauzäunen hängen Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Fotos oder Keramik. Manch einer hat seine Arbeiten auch einfach nur in den Raum gestellt oder auf Tischen drapiert. Zwei Tage präsentieren sich insgesamt 33 Künstler dem Altenburger Publikum. „Und ein Hund“, lacht Thomas Suchomel, Kurator und Gründer der Biennale. Denn die Ulmerin Monika Wittrich konnte partout nicht ohne ihren Golden Retriever.

Kein Problem. Denn es ist ohnehin eine Ausstellung der besonderen Art. Der Name ist Programm: No Selection – Keine Auswahl. Jeder, der sich aufgrund der deutschlandweiten Ausschreibung anmeldete, durfte kommen. „Man muss nur mindestens 16 Jahre alt sein und Mut zur öffentlichen Präsentation haben“, so Suchomel, der als freischaffender Maler und Bildhauer in Altenburg seit vielen Jahren einen Namen hat. Es gibt also keine Regeln, keinen Eingriff, keine Ordnung. Einzig Gewaltverherrlichung oder radikale Tendenzen jeder Art sind tabu. Und so hängt die farbenfrohe Blütenpracht unweit von filigranem Porzellan, gibt es das düstere, an die alten Meister erinnernde wogende Meer ebenso wie die Modefotografie.

Thomas Suchomel ist der Gründungsvater der Biennale. Quelle: Mario Jahn

So unterschiedlich die Werke, so unterschiedlich Ambitionen und Herkunft ihrer Protagonisten. Aus Berlin, Leipzig, Gera, Zeulenroda, Dresden, Ulm, Kassel oder Stuttgart sind die Künstler angereist. Sogar zwei junge Frauen aus Südkorea sind dabei, die derzeit in Deutschland studieren. Mit Ahmad Ajamee präsentiert sich zudem erstmals ein syrischer Flüchtling, der seine Ein-Zimmer-Wohnung in Gera voll mit seinen Bildern hat. Die mit 21 Teilnehmern große Mehrheit der Hobby- oder Berufskünstler kommt jedoch aus dem Altenburger Land. Wie beispielsweise die Skatstädterin Jana Freund, die über eine schwere Krankheit zur Kunst als Ausdrucksform ihres Seelenlebens gefunden hat. Oder die junge Modedesignerin Carolin Woitke, die in Fotos und Film ihre Masterarbeit präsentiert. „Ich bin Altenburgerin. Ich wollte einfach mal zeigen, was ich so treibe“, begründet die 25-Jährige, die schon bei Jil Sander in Mailand als Praktikantin arbeitete, ihr Kommen. Sie freut sich, dass es solch eine Möglichkeit in ihrer Heimatstadt gibt.

Das Interesse von Besuchern und Künstlern an der sechsten Auflage der Biennale „No Selection“ war gleichermaßen groß. Quelle: Mario Jahn

Die Initiative dazu kam von Thomas Suchomel, der die Biennale im Jahr 2000 im Altenburger City Center gemeinsam mit der Stadtverwaltung aus der Taufe hob. Doch nach dem grandiosen Erfolg 2007, als mit Altenburg-Nord gleich ein ganzes Wohngebiet einbezogen wurde, beließ er sie im Dornröschenschlaf. „Ich war der Meinung, dass man das nicht mehr toppen könne“, so seine Begründung. Doch Susanne Stützner vom städtischen Kulturmanagement konnte ihn 2017 für eine Wiederauflage im Marstall gewinnen. „Das ist ein Format, das uns angesichts unserer zahlreich vertretenen Hochkultur in Altenburg ein bisschen fehlt“, so Stützner. Der Erfolg vom Wochenende mit rund 1000 Besuchern – nicht zuletzt auch dank des am Sonntag gleichzeitig stattgefundenen Denkmaltages – sowie die regelrecht begeisterte Resonanz vieler Künstler geben ihr Recht. Ein Erfolg, der ohne die großzügige Unterstützung der Sparkasse Altenburger Land, die rührigen Mitarbeiter vom Schloss- und Kulturbetrieb sowie den Schlossverein, der diesmal für die Verköstigung der Besucher im ehemaligen Kräutergarten sorgte, nicht möglich wäre. „No Selction“ soll es deshalb in zwei Jahren wieder heißen.

Von Ellen Paul

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