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Altenburg Rositzer räumen ab – Altenburger setzen emotionale Ausrufezeichen
Region Altenburg Rositzer räumen ab – Altenburger setzen emotionale Ausrufezeichen
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19:17 24.03.2019
Moderator Stefan Bräuer (vorn) präsentiert den knapp 500 Gästen im Kulturhof Kosma am Samstagabend die Sieger und Platzierten der 28. Sportlerumfrage von OVZ, OTZ und Kreissportbund Altenburger Land. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Manchem gilt es als Gesetz: Wenn die Rositzer Kunstradfahrerinnen an der Sportlerwahl teilnehmen, sind sie ganz vorn dabei. Doch ihre Dominanz bei der 28. Ausgabe wird in die Geschichte eingehen. Mit Marie Celine Schindler, Tabea Dallek und Anne-Katrin Eckert sowie Sylvia Kummer räumte der KSV gleich drei Titel ab (Nachwuchssportlerin, -mannschaft, Übungsleiterin). Den Rositzer Triumph komplettierte am Samstagabend das für den FSV Meuselwitz startende Leichtathletik-Ass Louis Fuchs. Die emotionalen Ausrufezeichen der Party setzten im ausverkauften Kulturhof Kosma aber die Altenburger Aufbau-Handballerinnen und Lok-Ringer Michael Klages, die Mannschaft und Sportler des Jahres 2018 wurden.

Partyerprobte Aufbau-Handballerinnen mit Jubel-Orgie

„Wir sind die Nummer eins im ganzen Land“, sangen die Aufbau-Mädels. Dazu hüpfte das Team um Kapitän Franziska Bärbig und legte noch Minuten nach der Ehrung La-ola-Wellen aufs Parkett. Damit brachten die Handballerinnen kurz nach 21.15 Uhr nicht nur den mit knapp 500 Leuten gefüllten Saal zum Beben, sondern trieben die Temperatur endgültig in eine schweißtreibende Höhe. „Heute ist Pokaltrinken angesagt“, sagte Moderator Stefan Bräuer zur Jubel-Orgie.

Es war ein Abend der Emotionen: 30 nominierte Sportlerinnen und Sportler, Übungsleiter und Mannschaften hofften auf vordere Plätze bei der Sportlerwahl 2018 im Altenburger Land. Nun stehen die Sieger fest.

Das wollte Franziska Bärbig zumindest nicht ausschließen, verwies auf das spielfreie Wochenende und ein partyerprobtes Team. „Das kam von ganz tief drinnen, war Emotion pur“, fasste die Führungsspielerin die Gefühlsexplosion in Worte. Dennoch sei der erneute Gewinn der Thüringer Meisterschaft in der Vorwoche und der damit verbundene Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga „etwas schöner“ gewesen. „Weil wir das selber in der Hand hatten.“ Der Sportlerwahl-Titel sei „aber auch eine schöne Anerkennung“ für die Leistungen. Zumal es hier so knapp wie in keiner anderen Kategorie zuging. Denn die ersten Drei trennten gerade einmal 123 Stimmen.

Ringer Michael Klages kann’s kaum fassen

Ihre starke Saison wollen Bärbig & Co. nun am Freitag gegen die in Liga drei spielende THC-Reserve (19 Uhr, Sporthalle Südost) mit dem Einzug ins Thüringer Pokalfinale krönen. „Mit Emotionen kann man viel machen“, gab Bärbig sich hoffnungsvoll. Das wissen auch die Fußballer des SV Ehrenhain, die ob des vierten Platzes leicht enttäuscht dreinschauten. Das konnte aber auch an der 1:2-Niederlage gegen Eisenberg liegen, die die Thüringenliga-Kicker inklusive zweier roter Karten Stunden zuvor kassiert hatten. Ein gebrauchter Tag zum Abhaken.

Das Gegenteil erlebte Michael Klages. Der Ringer von Lok Altenburg schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als feststand, dass er das Rennen gemacht hat. Als Erster gratulierte – ganz Sportsmann – Gewichtheber Joachim Rohland, der im zigsten Anlauf wieder nur Dritter wurde. Als nächstes gab es für Klages einen Kuss seiner Verlobten, die er demnächst heiraten wird, ehe der 43-Jährige auf dem Weg zurück zu seinem Platz unzählige Hände schüttelte. „Es ist überwältigend“, sagte er, als das Sportensemble Chemnitz das Publikum mit einer Gruppenartistik unterhielt. Er ringe seit 37 Jahren, habe auch schon in der Bundesliga auf der Matte gestanden und sei mit dem Team ausgezeichnet worden. „Als Einzelner aber noch nie.“

Kunstradfahrerinnen bringen sich gegenseitig Glück

Dass es diesmal reichte, überraschte Klages angesichts zweier vierter Plätze bei Deutschen Meisterschaften selbst. „Manch anderer war besser“, sagte er vor allem Richtung Rohland. Zudem grenzt es an ein Wunder, dass er noch aktiv ist. Schließlich roch es nach seinem Kreuzbandriss vor drei Jahren und einer Lungenembolie schon nach dem Karriereende. „Das ist Wahnsinn“, so Klages, der weitermacht. „Am 31. Mai bin ich wieder bei der Deutschen Meisterschaft und danach heirate ich.“

So weit ist Marie Celine Schindler noch nicht. Dennoch kam die 14-Jährige vom KSV Rositz nach ihrem Sieg bei den Nachwuchssportlerinnen kaum aus dem Jubeln heraus. „Ihr schafft das“, warf sie ihren Kunstrad-Kolleginnen Tabea Dallek und Anne-Katrin Eckert zu – und sie schafften es. „Jetzt muss Sylvia auch noch gewinnen“, sagte sie wenig später und drückte ihrer Trainerin Sylvia Kummer die Daumen. „Dann wäre es perfekt.“ Und es wurde perfekt, weil die 55-Jährige nach unzähligen Triumphen ihrer Schützlinge nun erstmals auch selbst den Titel als Übungsleiterin holte.

Rositzer suchen nach Geheimnis des Erfolges

„Top, besser geht’s nicht“, erklärte Kummer, als Jongleur Daniel Hochsteiner im Rahmenprogramm Tennisbälle und -schläger fliegen ließ, stellte aber sofort wieder andere ins Rampenlicht: „Die Mädels haben es verdient. Sie sind „meine Familie, mein Leben.“ Dass Rositz dank Louis Fuchs zwei Drittel der Preise abräumte, steigerte ihre Freude: „Umso besser, dann können wir mehr feiern!“

Angesichts dieses Erfolgs wuchs an den Rositzer Tischen auf der Empore das Selbstbewusstsein. Angesichts der Überzahl erfolgreicher Sportler könne man Altenburg eingemeinden und nicht umgekehrt, so der augenzwinkernde Tenor. Einen Zusammenhang der Erfolge mit der besonderen Luft in der Gemeinde nordwestlich Altenburgs wollte der stolze Bürgermeister Steffen Stange aber nicht sehen: „Wir sind besonders fleißig beim Sport und beim Sammeln der Stimmen.“

Radsporttrainer Thomas Saro hört trotz Erfolgen auf

Louis Fuchs, Deutsche Vizemeister über 300 Meter, sah das Ganze trotz seines dritten Titels als Nachwuchssportler etwas gelassener. Er habe nicht damit gerechnet, insbesondere nicht mit dem Abstand, sagte der 16-jährige, der bei Freunden und auf Instagram die Werbetrommel rührte und dem der dritte Titel am meisten bedeutete. „Die Konkurrenz war diesmal besonders stark.“

Das gilt vor allem für den zweitplatzierten Radsportler Johannes Reißmann, der Deutscher Mannschaftsmeister über 20 Kilometer wurde. „Schade, dass das nicht ganz so honoriert wird“, sagte sein Ex-Trainer Thomas Saro, der seine Tätigkeit als Übungsleiter nach sechs erfolgreichen Jahren bei Aufbau im Sommer aufgeben wird. „Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist“, so der 52-Jährige. „Ich schaffe es zeitlich nicht mehr und freue mich auf mehr Privatleben.“

Schmöllner ziehen Hut vor Rositzer Leistungen

Lob für die Sportler aus dem Norden des Kreises gab es auch aus dem Süden. „Die Rositzer haben verdient gewonnen und Louis war auch unser absoluter Favorit“, sagte Steffen Rook. Den Chef des LSV Schmölln und seine Leichtathleten entschädigte der Sieg beim Fotowettbewerb in der Kategorie Emotion mit dem Bild „Schattenspiele“ dafür, dass es diesmal in keiner Kategorie für den Platz an der Sonne reichte. „Wir sind total zufrieden mit den Ergebnissen.“ Das galt auch für die anderen Gewinner bei den Sportfotos des Jahres im Altenburger Land: Ivonne Hofmann (SV Schmölln, Kategorie Kinder- und Jugendsport, „Einschwören vor dem Spiel“) und Bettina Endmann (Einheit Altenburg, Kategorie Action, „Zweikampf“).

Von Thomas Haegeler

Keine Frage, am Freitag war richtig was los in Altenburg: Auf Haupt- und Kornmarkt, in der Baderei und den umliegenden Gassen tummelten sich zig Besucher zur Altenburger Frühlingsnacht. Zahlreiche Aktionen und Angebote lockten. Auch die OVZ-Pressenacht war erneut sehr gut besucht.

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