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Altenburg Russischer Großfürst Paul ist zurück im Altenburger Schloss
Region Altenburg Russischer Großfürst Paul ist zurück im Altenburger Schloss
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15:11 14.09.2019
Vorm Gemälde: Museumsdirektor Uwe Strömsdörfer, Schlossvereins-Vorsitzender Frank Tanzmann, Diplom-Restaurator Johannes Schaefer, Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn (von links). Quelle: Schlossverein
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Altenburg

Großfürst Paul I. von Russland war der einzige offizielle Sohn der russischen Zarin Katharina II. Und lange Zeit hatte er seinen festen Platz im Altenburger Residenzschloss – auf einem Gemälde, das ihn in der typischen Bekleidung des Rokoko zeigt, mit Perücke und besticktem Rock im Alter von zehn Jahren.

Doch der Zahn der Zeit machte auch vor dem Hochadel keinen Halt. Das Bild war ihn zunehmend schlechtem Zustand. Mit exakt 2332,40 Euro konnte Paul jetzt in historischer Anmut ins Schloss zurückgeholt werden. Mit jener Summe aus Spendengeldern bezahlte der Schlossverein die Restaurierungsarbeiten.

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Ein neues Kapitel in der Geschichte dieses Gemäldes, das einst Alexandra von Sachsen-Altenburg ihrem Onkel Ernst I. schenkte, nachdem sie durch Heirat eine russische Großfürstin geworden war. Es handelt sich um eine Kopie, die Alexandra um 1860 in Russland anfertigen ließ. Das Original entstand um 1765 und hing im Roten Salon der Alexandra im Marmorpalais in St. Petersburg.

Die Malerei wurde durch das Entfernen von Oberflächenverschmutzungen deutlich aufgehellt. Quelle: Schlossverein

Seit wenigen Tagen ist das Gemälde wieder für die Schlossbesucher im ehemaligen Arbeitszimmer des Herzogs zu sehen. Diplom-Restaurator Johannes Schaefer hat ihm in aufwendiger Arbeit seinen ursprünglichen Zustand zurückgegeben. „Am Ölgemälde wurden lose Malschichtbereiche gefestigt und die Oberfläche gereinigt. Dabei brachte die Abnahme der starken Oberflächenverschmutzungen eine deutliche Aufhellung der Malerei, sodass die differenzierte Farbigkeit mit ihren feinen Farbnuancen nun wieder erlebbar ist“, schildert Johannes Schaefer.

Die reich verzierten Eckornamente mussten mit Gussmasse rekonstruiert werden. Quelle: Schlossverein

„Aufwendiger gestaltete sich die Restaurierung des vergoldeten Schmuckrahmens. Problematisch waren die Schäden an den Stuckapplikationen, mit denen der Rahmen reich verziert war und von denen bereits Teile verloren gegangen waren.“ Besonders betroffen waren die reich verzierten Eckornamente, die an drei Ecken fehlten. „An dem noch erhaltenen Ornament konnte ich die originale Form durch einen Silikonabdruck sichern.“ Mithilfe dieser Silikonform wurden dann die fehlenden Ornamente mit einer Gussmasse rekonstruiert.

Von Kay Würker

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