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Altenburg Safran-Workshop in der Senfonie Altenburg
Region Altenburg Safran-Workshop in der Senfonie Altenburg
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16:00 04.11.2017
Frank Spieth (links vorne) berichtet den Gästen über seine Anbauerfolge mit dem Safran.
Frank Spieth (links vorne) berichtet den Gästen über seine Anbauerfolge mit dem Safran. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Dass es in Altenburg einen kleinen aber beständig wachsenden Anbau von Safran gibt, hat sich mittlerweile rumgesprochen. Im Garten von Frank Spieth und Andrea Wagner grünt es nun bereits das zweite Jahr in Folge. Um nicht nur ein Exot in Altenburg zu bleiben, sondern die Bekanntheit des Projektes auch über die Stadtgrenzen weiter bekannt zu machen, luden die beiden Federführenden Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen zu einem Workshop zum Thema „Wieder-Anbau von Safran in der Region Altenburg“, ein.

Bevor es in der Senfonie in Altenburg um die Theorie und kulinarische Praxis ging, startete der Nachmittag auf dem Feld. Frank Spieth präsentierte den Zuhörern die Erkenntnisse, die er über die Pflanze sammeln konnte. „In einem Teil der Beete konnten wir bis zu zwei Gramm Safran pro Quadratmeter ernten“, freute sich Spieth. „In anderen Beeten wiederum sieht es schlechter aus, hier kämpfen wir mit Fäulnis an den Knollen.“

Besonders erfreut ist er von der Qualität der niederländischen Safranknollen. „Sie waren doch recht günstig, bringen aber einen hervorragenden Ertrag.“ Die in diesem Sommer extra aus Italien mitgebrachten Safranknollen (die OVZ berichtete) sind indes noch nicht ganz so zufriedenstellend. „Das ist aber noch kein Grund zur Sorge. Erst im zweiten Jahr bringt der Safran wirklich gute Erträge.“

Die Versuchsmethoden nannte er mit einem Augenzwinkern „Trial and error“ – Versuch und Irrtum. „Wir bewegen uns auf ganz neuen Wegen, wir probieren, was funktioniert.“ So wanderte ein Teil der italienischen Safranknollen vor dem Einpflanzen in den Kühlschrank. „Diese Methode habe ich in der Literatur gefunden“, erklärt Spieth. Ein weiterer Versuch: der Anbau von Safran auf Spargelhügeln.

All das stemmen Spieth und Wagner aber nicht allein. Tatkräftig unterstützen sie einige Schüler im Rahmen des Projektes „Altenburger Safran – Projekt für eine lebendige Nachbarschaft“. Das Ziel hier: Eine umfassende Seminararbeit zum Thema „Altenburger Safran“. Vier Schülerinnen vom Friedrichgymnasium untersuchen die Möglichkeiten von Safran im Altenburger Land im Hinblick auf Geschichte, Wirtschaftlichkeit, Vermarktung und Chemie.

Ihre Ideen stellten sie in der Senfonie den Gästen vor. Eine weitere Referentin, die die Vorzüge von Altenburger Safran für den Tourismus in der Stadt sieht, war Christine Büring von der Altenburger Tourismus GmbH. „Die Leute wollen heute nicht einfach nur hinter einem Stadtführer herlaufen, sondern etwas Außergewöhnliches erleben und auch etwas Neues lernen.“ Als Beispiel nannte sie verschiedene Länder wie Indien, Frankreich oder Italien, die den Safrananbau auch als touristische Attraktion nutzen. „So etwas könnte es in Zukunft auch in Altenburg geben.“

Von Tatjana Kulpa