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Altenburg Sand-Imperium auf stetigem Expansionskurs
Region Altenburg Sand-Imperium auf stetigem Expansionskurs
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04:20 24.07.2018
Betriebsleiter in Nobitz ist Michael Brucker. Die Sande und Kiese aus dem Nobitzer Abbaufeld werden deutschlandweit verkauft. Quelle: Jörg Reuter
Nobitz

Die Bauindustrie boomt, wovon auch die Zulieferer profitieren. Einer davon ist die Firma Heim, die seit 1991 in Nobitz tätig ist. Derzeit verlassen täglich rund 150 voll beladene LKW allein das Betriebsgelände in Nobitz. Doch schon längst ist die Heim Gruppe, die ihren mit Stammsitz in Ulm hat, im Altenburger Land breit aufgestellt. Inzwischen gehören dem Unternehmen neben der Lagerstätte in Nobitz auch Kiesgruben in Klausa, Frohnsdorf, Wintersdorf und Altenburg, sowie im Sächsischen zwischen Lunzenau und Penig.

Bau-Zulieferer beschreibt die Geschäftsfelder jedoch nur teilweise. Denn zu diesen zählen im Altenburger Land mittlerweile auch Energieerzeugung in Biogas- und Solarkraftwerken, eine eigene Landwirtschaft, die Herstellung von Betonbauelementen („Legosteine“) in Klausa, Deponien oder auch die „Heim Industrial Minerals“, welche Spezialsande unter anderem für Gießereien und Klärwerke herstellt. Im vergangenen Jahr wurde zudem die Logistikfirma „Belog“ gegründet, die den Altenburger Güterbahnhof gepachtet hat (die OVZ berichtete). „Wir wachsen eigentlich ständig“, fasst Betriebsleiter Michael Brucker die Entwicklung der vergangenen Jahre zusammen und erklärt, dass der Kurs beibehalten werde.

Künftig auch wieder Tonabbau geplant

So soll etwa am Ende des Jahres in Frohnsdorf eine nagelneue Nass-Aufbereitung in Betrieb genommen werden, die gerade für rund 1,5 Millionen Euro entsteht. Läuft die Anlage an, werden dort auch Arbeitsplätze entstehen, kündigt Brucker an. Um dauerhaft den Fachkräftenachschub zu sichern, habe Heim in diesem Jahr das eigene Ausbildungsprogramm intensiviert und ausgebaut, wirbt Brucker und nennt beispielhaft die Ausbildungsberufe Verfahrensmechaniker, Aufbereitungsmechaniker, Kraftfahrer oder Baumaschinisten. Auch deshalb ist Brucker guter Dinge, für die entstehenden Arbeitsplätze in Frohnsdorf die benötigten Mitarbeiter zu finden. Diese werden neben Sanden und Kiesen für die Bauindustrie zukünftig auch wieder Ton abbauen. „Die Lagerstätte wurde zu DDR-Zeiten unter Tage betrieben, wir haben das Vorkommen jetzt von oben erschlossen“, erläutert der Niederlassungsleiter.

Zwar gehört der Heim Gruppe die Kiesgrube in Frohnsdorf seit den 1990er-Jahren, doch mit der Intensivierung der Arbeiten jetzt hat auch der Verkehr zugenommen. Inzwischen sorgen die Heim-Laster im Wieratal auch für Verdruss, weil sie, so hieß es jüngst in verschiedenen Orten, einen heißen Reifen auf den Dorfstraßen fahren. Mit dem Vorwurf konfrontiert, erklärt Michael Brucker: „Wem so etwas auffällt, den bitte ich, das Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren und uns durchzugeben. Ich kümmer mich dann darum.“

Bruckner betont, es liege in seinem im Interesse und dem seines Arbeitgebers, mit Kommunen und Bürgern gut auszukommen. Deshalb würde er nicht nur den Fahrern der eigenen, inzwischen auf 25 LKW angewachsenen Heim-Flotte die Leviten lesen, sondern auch den festen Speditionen, die Heim inzwischen an sich gebunden hat und auf deren Fahrzeugen teilweise das Heim-Logo zu sehen ist.

Ende des Abbaus derzeit nicht absehbar

Brucker weiß natürlich, dass Bergbau ein Geschäft ist, das bisweilen Reibungen erzeugt. Nicht nur, weil beispielsweise mit der Expansion der Tagebaue etwa in Altenburg, der im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen soll, eine Zunahme des Verkehrs verbunden ist, sondern auch wegen der Wunden in Natur und Landschaft. Um diese Areale später wieder verfüllt und renaturiert an die Landwirtschaft zurückgeben zu können, ist Heim auch ein zertifizierter Entsorger für verschiedene Böden, die in die ausgekiesten Gruben der Firma eingebracht werden, um sie letztlich zu verfüllen.

Ein Ende des Abbaus von Sanden, Kiesen und Tonen in der Region ist aber angesichts der Größe der Lagerstätten nicht absehbar. „Vor einem dreiviertel Jahr haben wir zum Beispiel die Genehmigung bekommen, weitere 50 Jahre in Nobitz Sande abzubauen.“ In diesem Zusammenhang und angesichts der aktuellen Hitze verweist Brucker noch einmal auf das strenge Badeverbot. Der Schwimmbagger fördere gerade Material aus einer Tiefe von 28 Metern. Wenn da ein Hang ins Rutschen gerät, und das sei jederzeit möglich, gebe es kaum eine Überlebenschance, warnt Bruckner. Weil es so gefährlich ist, versteht die Firma da auch keinen Spaß und zäunte schon vor längerer Zeit das von Sicherheitskräften überwachte Gelände ein.

Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Heim Holding insgesamt einen Umsatz von über 20 Millionen Euro.

Von Jörg Reuter

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