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Altenburg Saniertes Herrenhaus auf Burg Posterstein beeindruckt Minister Hoff
Region Altenburg Saniertes Herrenhaus auf Burg Posterstein beeindruckt Minister Hoff
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18:06 28.07.2019
Burgdirektor Klaus Hofmann (l.) im Gespräch mit Thüringens Kulturminister Bejamin-Immanuel Hoff auf dem Balkon der neu entstandenen Ferienwohnung im sanierten Herrenhaus Posterstein. Quelle: Andy Drabek
Posterstein

„Wenn Sie bitte rausgehen würden“, fordert Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Freitagmittag die Anwesenden augenzwinkernd auf. „Ich möchte gern ein Nickerchen machen.“ Mit Vertretern des Fördervereins Burgberg Posterstein inspiziert er eine der Ferienwohnungen im frisch sanierten Herrenhaus. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert hat sich wieder mit Leben gefüllt. Es ist Mehrgenerationshaus und Teil des Projektes „Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Land“.

Staatskanzlei-Chef: „Das ist der Hammer.“

Neben Mietwohnungen in Dach- und Obergeschoss finden sich parterre Fitnessraum, Fußpflege und behindertengerechtes Bad. Ein offenes Wohnzimmer für alle Mieter und ein Café sind gerade im Entstehen. „Es gab eine Art Casting, dass die Mieter zusammenpassen. Einige haben ihr Haus verkauft, um hier einzuziehen“, berichtet Burgdirektor Klaus Hofmann. „Ich freue mich, dass der zuständige Minister in Posterstein ist, dass er uns nicht aus den Augen verliert.“

Der sportlich gekleidete 43-jährige Chef der Staatskanzlei ist mit Bahn und Fahrrad ins Sprottetal gereist und hat zwei Mitarbeiterinnen dabei. Viel Zeit bleibt nicht zum Reden – in Gera wartet schon der nächste Termin. Hoff ist beeindruckt, was seit seinem letzten Besuch 2015 aus dem ehemaligen Wohnhaus des Rittergutes geworden ist. „Das ist wirklich unglaublich – hätte ich damals nicht gedacht. Das ist der Hammer. Kuss mit Schleife, wie meine Oma sagen würde.“

Museumsdirektor wirbt für Nordflügel-Sanierung

Hofmann versucht, die Gunst der Stunde gleich zu nutzen: „Dann machen wir doch einfach weiter. Es liegt ja nur noch am Geld.“ Er spricht vom Nordflügel der Burg, dessen Ruine baulich gesehen eine Gefahr für das Museum darstellt. „Das ist was Existentielles.“, mahnt Hofmann. Die Ruine ist baufällig, die Mauern sind irgendwann einsturzgefährdet. So weit darf es nicht kommen.

Der barocke Bau mit Festsaal wurde 1724 errichtet. Als er Anfang der 1950er Jahre den Verwüstungen der Bodenreform zum Opfer fiel, war er noch in gutem Zustand. Er wurde bis auf den Keller abgetragen, weil man Baumaterial in der Umgebung brauchte. „Da sind ganze intakte Schlösser abgerissen worden. Wir können noch froh sein.“, kommentiert eine Vertreterin des Fördervereins Burgberg das damalige Geschehen.

Vielfältige Nutzung geplant

Der wieder aufgebaute Nordflügel soll künftig unterschiedlichste Möglichkeiten der Nutzung bieten. So sind ein regionales touristisches Informationszentrum und Ausstellungen zur Salongeschichte – als Ort, an dem Menschen ins Gespräch kommen – geplant. Über den Neubau wäre auch ein barrierefreier Zugang zur Burg realisierbar und die leidige Situation der sanitären Anlagen würde der Vergangenheit angehören. Gegenwärtig müssen Besucher sehr sportlich sein. Der Weg zu den Toiletten führt eine schmale, enge Wendeltreppe hinab, auf der Museumsgäste wegen der niedrigen Deckenhöhe die Köpfe einziehen müssen. Die beengte Damentoilette befindet sich bereits auf dem Areal der Ruine.

„Wenn die Wahl im Herbst gut läuft, setzen wir uns noch mal hin“, meint der Kulturminister zum Abschluss seines rund einstündigen Besuchs. Was dem 400-Seelen-Dorf Posterstein in den vergangenen Jahren mit dem Herrenhaus gelungen ist, das ist das Ergebnis unermüdlich engagierten Zusammenarbeitens von Gemeinde, Burgmuseum und ortsansässigen Vereinen sowie der Unterstützung durch Landkreis und Freistaat. Genau diese Unterstützung braucht Posterstein jetzt wieder, um für das Projekt Nordflügel.

Von Dana Weber

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