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Altenburg Satire „Als der Herzog über den Herzog herzog“ begeistert Altenburger Publikum
Region Altenburg Satire „Als der Herzog über den Herzog herzog“ begeistert Altenburger Publikum
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17:31 14.05.2019
Die Ähnlichkeit mit Herzog Ernst II. am Kinn und am rechten Nasenflügel sei doch frappierend, meint Karl-Heinz (Thomas C. Zinke). Quelle: Ronny Ristok
Altenburg

Was hat Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg, der letzte Regent im Residenzschloss der Skatstadt, mit dem Heute zu tun? Eigentlich nichts, es sei denn, auf der Theaterbühne tritt ein vermeintlicher unehelicher Enkel dessen Nachfolge an, um so seinem bisherigen tristen Dasein zu entfliehen. Dieser Idee folgend erzählt Schauspieldirektor Manuel Kressin als Autor seine Satire „Als der Herzog über den Herzog herzog“, die am Sonntag auf der Heizhausbühne im Theater Altenburg uraufgeführt wurde.

Fünf traurige Charaktere im Dönerladen

Karl-Heinz ist ausgebrannt, wird von seiner Chefin gemobbt und ist überhaupt mit seinem Leben unzufrieden. Todtraurig präsentiert sich die Hauptfigur des Stückes am Anfang den Zuschauern im fast ausverkauften Heizhaus. Kaum weniger Probleme haben auch die anderen vier Protagonisten des Stücks. Die Chefin, die ihre Sorgen hinter einer toughen Fassade weglächelt. Mike, der an nichts glaubt, außer an krude Verschwörungstheorien. Postfrau Nora, die täglich Prügel von ihrem Freund bezieht. Und Dönerladen-Betreiber Mustafa, der zwar gebürtig aus Bochum stammt, aber dennoch für alle ein Türke und kein Deutscher ist.

Sein Dönerladen wird sogleich der Treff des Quintetts. Hier richtet sich der nerdige Karl-Heinz, dargestellt von Thomas C. Zinke, ein und bekommt auch dort den Nachlass der Großmutter, samt Liebesbrief vom Herzog, von Nora (Michaela Dazian) überreicht. Bei Mustafa, den Manuel Struffolino verkörpert, verliebt diese sich auch in den neurotischen Mike, dem Schauspieler Markus Lingstädt Körper und Stimme gibt. Und letztlich wird der Dönerladen auch Schauplatz von Gewalttaten. Doch die Tragödie kündigt sich nicht erst an, als Mike von hinten Mechthild Scrobanita in der Rolle der Chefin niederschlägt.

Von „Big Bang Theory“ bis „Kabale und Liebe“

Caro Thum inszeniert die Satire launisch mit viel Liebe zum Detail und erweitert die Heizhausbühne bis hinauf unter die Decke. Sie lässt die Schauspieler, allen voran Michaela Dazian, singen und bedient sich dabei unter anderem im Song-Archiv der Band „Wir sind Helden“. Dazu zitiert sie Science-Fiction-Klassiker von „Star Wars“ über „2001“ bis hin zu „Star Trek“.

Auch deswegen erinnert das humorvolle Schauspiel manchmal an die Sitcom „Big Bang Theory“. Doch weder Autor noch Regisseur bringen mit dem Stück Klamauk auf die Bühne. Vielmehr gelingt es ihnen, ein durchaus authentisches Bild des Hier und Jetzt zu zeichnen. Auch wenn dessen Protagonisten das Publikum immer wieder zum Lachen bringen, ist der Kern ein ernster. Es geht um gesellschaftliche Zwänge, denen die Figuren ohnmächtig unterworfen sind, und Selbstzweifel und Trugbilder, in die sie flüchten.

Am Ende bleibt so die Vernunft – ein wenig wie bei Schillers „Kabale und Liebe“ – auf der Strecke. Das Stück endet schließlich mit zwei Leichen – und dann tosendem Applaus.

Von Jörg Reuter

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