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Altenburg Scheunen- und Hausbrand in Kostitz sorgt für Großeinsatz
Region Altenburg Scheunen- und Hausbrand in Kostitz sorgt für Großeinsatz
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19:15 31.07.2019
Ein Bild der Verwüstung: Die Gebäude sind nach dem Feuer in der Nacht nicht mehr nutzbar. Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest. Quelle: Foto: Mario Jahn
Kostitz

Aufregung in der Nacht zum Mittwoch im Starkenberger Ortsteil Kostitz: Mit Blaulicht und Sirene eilten zahlreiche Einsatzfahrzeuge zu einem Brand. Dort standen eine Scheune und ein Wohngebäude in Flammen.

Zahlreiche Wehren im Einsatz

„Gegen 23.30 wurden wir über den Brand informiert“, teilte Katja Ridder, Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera, auf Anfrage mit. Parallel zu den Löscharbeiten der Kameraden habe man die Lange Straße abgesperrt um den Einsatz abzusichern. „Die Sperrung selbst konnte dann gegen halb drei in der Nacht wieder aufgehoben werden.“

Das Feuer sorgte für einen Großeinsatz in dem kleinen Ort. Verletzt wurde laut Polizeisprecherin Ridder bei dem Brand niemand. Zur Brandursache lagen am Vormittag noch keine konkreten Erkenntnisse vor. „Die Ermittlungen laufen derzeit“, so Ridder.

Feuer wütete in Zirkus-Winterquartier

„Das Feuer hat in unserem Winterquartier gewütet, das wir vor zweieinhalb Jahren gekauft haben“, bestätigte ein völlig schockierter Zirkusdirektor Hardy Weisheit gegenüber der OVZ am Telefon. Derzeit befindet sich sein Circus Afrika auf Gastspielreise und hat gerade Station in Regensburg. „Umgehend ist mein Sohn nach Starkenberg gefahren, um die Schäden genauer in Augenschein zu nehmen. Es ist wohl katastrophal“, sagt Weisheit. Nach seinen Informationen ist das Feuer gleich an zwei Stellen ausgebrochen – eine große Scheune wurde komplett vernichtet und weiterhin habe es auch noch im Wohngebäude gebrannt. Letzteres war zunächst noch wegen der Ermittlungen der Polizei komplett gesperrt.

In der Nacht zu Mittwoch standen in dem Starkenberger Ortsteil eine Scheune und ein Wohnhaus in Flammen. 53 Kameraden waren im Einsatz. Das Gelände dient dem Zirkus Afrika als Winterquartier.

Brandstiftung scheint realistische Möglichkeit

Hardy Weisheit ist sich ziemlich sicher, dass hier nachgeholfen wurde. „An zwei Stellen in zwei verschiedenen Gebäuden, das kann doch kein Zufall sein.“ Und er hatte schon die ganzen letzten Wochen Angst wegen der Warnungen von einem Landwirt aus Schmölln, der das Stroh für Weisheits Tiere liefert. „Der hat mehrfach gewarnt, dass derzeit in der Region ein Feuerteufel umgeht, der vor allem Felder und landwirtschaftlich genutzte Gebäude im Auge hat.“ Ihn erinnert der Brand an einen Vorfall, den der Zirkus erst im Mai wegstecken musste: „Damals wurde unser Futterwagen bei einem Gastspiel in Weiden angesteckt und ist komplett abgebrannt. Das war nachweislich Brandstiftung, wie die Polizei ermittelt hat, aber ein Täter wurde nie gefasst. Der Verlust hätte uns fast in den Konkurs geführt.“

Weisheit und die Zirkusfamilie hoffen nun, dass die Versicherung für den entstandenen Schaden einspringt. Aber vorerst herrsche Ungewissheit, wie es konkret weitergeht. „Ich kann die Beweggründe eines Menschen nicht nachvollziehen, warum er vorsätzlich das Eigentum anderer anzündet und deren Existenz vernichtet. Hoffentlich wird der schnell gefasst“, sagt Weisheit. „Auf jeden Fall wollen wir in Starkenberg bleiben und halten auch an unserem Plan, hier einen Elefantenhof aufzubauen, weiter fest. Glücklicherweise blieben ja Ställe und die Vorführhalle vom Feuer verschont“, so der Direktor. In diesem Zusammenhang bedankt sich Weisheit ausdrücklich bei den Feuerwehren und anderen Helfern, die so schnell eingegriffen haben. „Wie schnell die da waren, das nötigt schon höchsten Respekt ab.“

Vom Dachstuhl ist lediglich ein Gerippe übrig geblieben. Quelle: Mario Jahn

Komplizierte Löscharbeiten für 53 Kameraden

Starkenbergs Ortsbrandmeister Steffen Kühn hatte in der Brandnacht als Einsatzleiter den Hut auf und koordinierte die nicht einfachen Löscharbeiten. „Das war ein sehr ausgedehnter Brandort. Schon als der Alarm kam, war auf dem Weg zum Gerätehaus zu sehen, dass der Dachstuhl der Scheune durchgezündet war. Als wir dann nur drei oder vier Minuten später vor Ort eintrafen, stand die Scheune in voller Ausdehnung in Flammen. Und Flammen schlugen auch aus dem benachbarten Wohngebäude“, schildert Kühn.

Das bedeutete Großalarm: Neben der Wehr aus Starkenberg sowie der Ortsteile Tegkwitz, Naundorf und Großröda rückten auch jene aus Göhren und Rositz sowie die Meuselwitzer Stützpunktfeuerwehr Meuselwitz mit der Drehleiter an. „Alles in allem waren 53 Leute im Einsatz“, so Kühn. Bei der Scheune sei nichts mehr zu retten gewesen. „Wir konnten aber verhindern, dass die Flammen auf ein bewaldetes Gebiet daneben übergriff. Ins Wohngebäude sind Trupps unter schwerem Atemschutz vorgedrungen und haben das Feuer gelöscht. Das Gebäude konnte in seiner Bausubstanz weitgehend erhalten bleiben.“ Eine Herausforderung sei auch die Löschwasserversorgung gewesen. Zwar befindet sich direkt neben dem Grundstück ein Hydrant. Um aber an ausreichend Löschwasser zu gelangen, musste zu den nahe liegenden Teichen mit Schläuchen eine doppelte lange Wegstrecke über circa 500 Meter gelegt werden.

„Dann hatten wir reichlich Wasser. Der Brand war 0.22 Uhr unter Kontrolle und gegen 1.40 Uhr war das Feuer gelöscht. Allerdings zogen sich dann noch die Restlöscharbeiten hin. Zudem wurde bis 4.30 Uhr eine Brandwache gestellt“, berichtete Kühn.

Bürgermeister ebenfalls betroffen

Nach dem Brand hat sich Starkenbergs Bürgermeister Wolfram Schlegel (Die Regionalen) mit den Zirkusleuten getroffen, um auszuloten, wo die Kommune helfen kann. Auch wenn nicht die Stallungen von den Flammen angriffen wurde, in die der Circus Afrika im vergangenen Jahr bereits einiges investiert hatte. Unter anderem wurde eine Elefanten-Badewanne eingebaut (die OVZ berichtet). „Die Zirkusleute haben es so schon nicht leicht und jetzt das“, sagt der Bürgermeister betroffen. Auch er kann sich nicht vorstellen, dass in zwei Gebäuden, zu denen auch die ehemalige BHG zählt, die keine Verbindung haben zufällig und zeitgleich ein Feuer ausbricht.

Die Ermittlungen dazu führte am Donnerstag die Kripo, die auch die ersten Befragungen in Starkenberg und Kostitz durchführte.

Von Jörg Wolf, Bastian Fischer und Jörg Reuter

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