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Altenburg Schlossorganist Felix Friedrich hat 2019 breites Programm vor sich
Region Altenburg Schlossorganist Felix Friedrich hat 2019 breites Programm vor sich
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17:37 03.04.2019
Felix Friedrich ist als Schlossorganist nicht nur regelmäßig an der Trostorgel in Altenburg zu erleben – sondern auch zu Gastspielen in aller Welt unterwegs. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Felix Friedrich blättert durch seinen Jahresplaner. Und blättert. Und blättert noch ein bisschen mehr. „Ja, es steht doch einiges an“, bemerkt der Altenburger Schlossorganist schmunzelnd. Und tatsächlich, Friedrichs Veranstaltungskalender ist gut gefüllt. Keine Seltenheit, ist er doch in schöner Regelmäßigkeit in der ganzen Bundesrepublik und auch weit darüber hinaus unterwegs, um auf den unterschiedlichsten Orgeln in die Tasten zu greifen.

Unterwegs in aller Welt

In diesem Jahr stehen unter anderem Konzertgastspiele etwa in Warschau, in gleich mehreren Gemeinden in Rheinland-Pfalz, aber natürlich auch im mitteldeutschen Raum auf dem Programm. Da kommt eine ganze Menge Kilometer zusammen. Ein Umstand, der den Organisten trotz seines Alters nach wie vor nicht schreckt – im Gegenteil. „Mich fasziniert einfach das Reisen und die Gelegenheit, neue Orgeln kennenzulernen, ist immer wieder besonders“, erklärt Friedrich. Zwar, das gibt er rundheraus zu, lehne er all zu weite Trips, etwa in die USA oder gar nach China, inzwischen ab – „auch wenn nach wie vor auch solche Anfragen kommen“, wie er betont. Langweilig werde das Leben ,on tour’ deshalb aber noch lange nicht.

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Vorfreude auf besondere Gastspiele

Denn es sind vor allem die Besonderheiten, mitunter auch skurrile Gegebenheiten vor Ort, die die Gastspiele spannend halten. „In Warschau etwa werde ich in einer evangelischen Kirche spielen. In einem erzkatholischen Land ist das nicht gerade alltäglich“, führt Friedrich mit sanftem Lächeln aus. Auch auf seine Stationen in den Domen von Magdeburg und Regensburg freut er sich bereits.

Vor allem Letzterer wartet mit einem ungewöhnlichen Arrangement auf. „Als die dortige Orgel eingebaut wurde, war an der eigentlich vorgesehenen Westseite nicht genug Platz, weshalb sie schließlich an der Nordseite installiert wurde. Allerdings stellte sich dann die Frage, wie man dem Organist den Zugang zum Instrument ermöglichte. Es gab nämlich keine Treppe oder Kanzel“, plaudert Friedrich aus dem Nähkästchen. Das Ergebnis: Die Musiker werden per eigens eingebautem Fahrstuhl an ihren Arbeitsplatz befördert.

Orgelakademie wirft Schatten voraus

Abgerundet wird die diesjährige Gastspiel-Liste unter anderem von Visiten in Freiberg – gleich mehrfach werden dort alle vier Silbermann-Orgeln bespielt –, in der Leipziger Nikolaikirche mit ihrer von Porsche mitdesignten Orgel sowie einem Gastspiel auf Schloss Burg im Zuge des Leipziger Bachfests und einem Adventskonzert im Geraer Theater.

Und auch auf die inzwischen 29. Thüringische Orgelakademie, die im August über die Bühne geht, freut sich Friedrich bereits. „Wir machen etwa wieder in Waltershausen an der größten Trostorgel der Welt und auch in Buttelstedt, dem Geburtsort des Altenburger Hoforganisten Johann Ludwig Krebs, Station“, zählt er nur einige Programmpunkte auf. Angesichts dieser Fülle kommt man nicht umhin, ihm zuzustimmen: Langweilig dürfte Felix Friedrich auch in diesem Jahr nicht werden.

Die nächste Gelegenheit, Felix Friedrich an der Orgel zu erleben bietet sich am Sonnabend, den 6. April, um 17 Uhr in der Kirche in Dobraschütz.

Von Bastian Fischer

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