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Altenburg Schrottautos und Doppelparker blockieren Stellplätze unterm Roßplan
Region Altenburg Schrottautos und Doppelparker blockieren Stellplätze unterm Roßplan
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05:35 02.09.2019
Die Tiefgarage am Roßplan wurde 1996 eröffnet. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein sprichwörtlicher Goldesel war die Tiefgarage am Roßplan noch nie. Schon 1998 verkaufte der Privatinvestor, der das Objekt im Sommer 1996 eröffnet hatte, an die Stadt. Die Betreibung der 136 öffentlichen Tiefgaragenstellplätze hatte sich als defizitär herausgestellt – die Stadt übernahm damals das Groschengrab, weil es elementarer Bestandteil des innerstädtischen Parkraumkonzeptes ist.

Allerdings gibt es Nutzer unterm Roßplan-Pflaster, die mehr beanspruchen, als sie bezahlen. Oder die Parkgebühr gleich in Gänze schuldig bleiben. Ihre Hinterlassenschaften sind gut zu erkennen an der dicken Staubschicht auf den Karossen: ausgediente und abgemeldete Fahrzeuge, die in der Tiefgarage ihren letzten Standplatz vor der Schrottpresse gefunden haben. Seit inzwischen über einem Jahr blockieren ein abgeliebter Renault und ein verlassener Ford Stellplätze im vorderen Bereich. Bislang machte sich daran keiner die Hände schmutzig – außer ein paar kreativen Sprücheschreibern und mutmaßlichen Gelegenheitsdieben, die sich – vielleicht in der Hoffnung auf ein paar Tropfen Sprit – am Tank des Renault zu schaffen machten.

Halter der Altautos wurden ermittelt

Allerdings blieb auch der Garagenbetreiber nicht untätig. Der Schrott muss raus, und zwar gebührenpflichtig, lautet zusammengefasst die Botschaft. „Das Abstellen von Kraftfahrzeugen, die abgemeldet und/oder beschädigt sind, liegt nicht im Interesse der Ewa“, teilt auf Anfrage die Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) mit, die 2014 die Zuständigkeit für die sogenannten Parkierungsanlagen der Stadt übernommen hat. Die Halter der abgestoßenen Vehikel seien ermittelt und kontaktiert worden.

Platter Reifen, Schrammen, Staubschicht: Für diesen Ford ist die Tiefgarage am Roßplan offenkundig Endstation. Quelle: Kay Würker

Als letztes Mittel der Wahl seien nun juristische Schritte eingeleitet worden. „Nach mehrmaliger erfolgloser Kontaktaufnahme übergaben wir die genannten Fälle einem Rechtsanwalt, der unsere Ansprüche durchsetzt“, erläutert die Ewa. „Es wird Klage erhoben gegen den jeweiligen Halter. Die Kosten, die aufgelaufen sind, wie etwa Standgebühren pro Tag und Nacht für den Zeitraum der unrechtmäßigen Nutzung, aber auch Anwalts- und Gerichtskosten, werden den Haltern in Rechnung gestellt.“ Ein Gerichtsurteil sei nötig, um die Altautos abschleppen zu dürfen – die entsprechenden Kosten würden dann ebenfalls auf den Halter umgelegt. Bei der Ewa ist man zuversichtlich, das Problem so zu lösen: „Bisher haben wir alle angestrengten Prozesse erfolgreich beendet.“

Nimm zwei, zahle einen

Zusätzliche Gebühren müssten de facto auch von all jenen beigetrieben werden, die nach der Devise (ver)fahren: Nimm zwei, zahle einen. Weil die Parkflächen – wie in vielen Parkhäusern – recht eng dimensioniert sind, was das Aussteigen erschwert und die Dellengefahr erhöht, blockiert so mancher gleich zwei Flächen. Ein Verstoß gegen die Parkordnung, der nicht gern gesehen ist. „Dieser Umstand wird uns durch unsere beauftragte Sicherheitsfirma mitgeteilt“, berichtet die Ewa. „Da es sich hierbei aber um ein geringfügiges Vergehen handelt, greifen wir nur zu Maßnahmen, die wirtschaftlich und dem Vergehen nach gerechtfertigt sind.“

Das heißt: Die Halter werden durch den Sicherheitsdienst angesprochen, sofern diese bekannt oder vor Ort sind. Und weil der Doppelparkplatz meist nach einigen Stunden wieder verlassen wird, hat sich die Sache dann erledigt. Ein Strafgeld sei weder vertraglich noch in den Allgemeinen Einstellbedingungen geregelt – und aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl an Vorfällen auch nicht nötig.

Kartenlesegeräte waren defekt

Hinzu kommt: Eine Zeit lang war das Zahlen gar nicht möglich, selbst bei bestem Willen. Die Schranken standen im Sommer über Wochen offen. „Die Ursache lag in den Kartenlesegeräten für die Ein- und Ausfahrt. Die Ersatzneubeschaffung und Reparatur hat aufgrund von Lieferengpässen etwa sechs Wochen gedauert“, lautet die Erklärung.

Und was ist mit jenen, die unterm Roßplan zwar nicht parken, die Garage aber dennoch nutzen? Seit einiger Zeit haben Skater-Gruppen das Objekt für sich als Schlechtwettervariante entdeckt, vollführen dort ihre Tricks. Auch das gilt als Verstoß gegen die Parkordnung, doch die große Keule soll auch hier nicht geschwungen werden. Seit Januar hängen Schilder: Skaten verboten. „So weit wir das beurteilen können, behindern die Skater nicht den Verkehr.“ Die Jugendlichen verschwänden, sobald der Sicherheitsdienst oder andere Personen kommen. Nichtsdestotrotz seien sie nicht willkommen. Denn durch Unachtsamkeit könnten parkende Autos beschädigt werden, fügt die Ewa an.

Von Kay Würker

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