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Altenburg Schüler gibt Kurse für Schüler im Kinderkolleg
Region Altenburg Schüler gibt Kurse für Schüler im Kinderkolleg
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05:12 03.07.2019
Der Schmöllner Gymnasiast Conrad Linzner gibt am Kinderkolleg im Altenburger Mauritianum sein Wissen an jüngere Schüler weiter.
Der Schmöllner Gymnasiast Conrad Linzner gibt am Kinderkolleg im Altenburger Mauritianum sein Wissen an jüngere Schüler weiter. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Im Kinderkolleg im Naturkundemuseum Mauritianum können Kinder vom Vorschulalter bis zur sechsten Klasse die Natur unserer Region erkunden. Ungefähr 100 Kinder besuchen jeden Monat eine der fünf Kursstufen, um Wissenswertes über die Natur zu erfahren, Experimente durchzuführen und Fragen zu stellen. So hat auch der Schmöllner Gymnasiast Conrad Linzner einmal angefangen. Ab seinem siebten Lebensjahr durchlief er alle Kursstufen, Kurs 5 sogar mehrere Male, bis Kathrin Worschech, die Kursleiterin von Kurs 5, ihm anbot, den Kurs gemeinsam mit ihr zu gestalten.

Kinder lauschen staunend Conrads Worten

Das Kinderkolleg war für Conrad eine willkommene Gelegenheit. „Ich war schon als kleines Kind gern in der Natur, und in der Schule gibt es kein vergleichbares Angebot“, sagt er. Die AGs in der Schule seien nicht so interessant für ihn wie die Stunden im Mauritianum. Conrad fiel im Kinderkolleg schon immer durch sein großes Interesse für Naturwissenschaften auf – und durch die Fähigkeit, den anderen Kindern auch komplexe Sachverhalte anschaulich erklären zu können. „Wenn Conrad erklärt, kann man eine Stecknadel fallen hören“, beschreibt Kathrin Worschech. Die Kinder lauschen gespannt seinen Worten und er hat Spaß daran, den Kurs der ältesten Kursteilnehmer zu leiten. Vor dem 16-Jährigen sitzen dann in der Regel Schüler der vierten bis sechsten Klasse.

Naturkundliche Sammlung daheim

Die Kurse im Kinderkolleg beginnen meist mit einer Fragerunde, in der jeder, der schon etwas über das Thema weiß, dies den anderen Kindern erzählen kann. Dann werden noch Fragen an den Kursleiter gestellt. „Man muss sich gut vorbereiten, um alle Fragen der Kinder beantworten zu können“, erzählt Conrad, der zu Hause viel Literatur und eine eigene kleine naturkundliche Sammlung hat. Oft sind außergewöhnliche Tiere Thema der Stunden – wie im letzten Kurs dieses Schuljahres die Maulwurfsgrille. Den Unterricht macht er noch mit Kathrin Worschech gemeinsam – um den Überblick zu behalten, denn die Kinder experimentieren oder „gehen auch mal nach draußen in den Schlosspark um zu schauen was man dort so finden kann“ – wie Worschech es beschreibt.

Im nächsten Schuljahr geht es weiter

Da viele Kinder den letzten Kurs öfter besuchen, planen die beiden, im nächsten Jahr einen Kurs 6 einzuführen, damit Kinder, die sich sehr für die Themen begeistern, weiter lernen können. Und auch Conrad hat sich vorgenommen, im nächsten Schuljahr auf jeden Fall weiterzumachen – obwohl er dann in die elfte Klasse kommt. Er könne sich, wenn es die Zeit zulasse, sogar vorstellen, mehrere Kurse zu leiten. Für die Zeit nach dem Abitur plant der Schmöllner, bei der Naturwissenschaft zu bleiben. Er sieht sich am ehesten als Wissenschaftler für Biologie oder Geologie, aber auch eine Zukunft als Lehrer wäre für ihn denkbar.

Von Leonie Warlich