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Altenburg Eklat in Ponitz: Schulamt will Grundschule schließen
Region Altenburg Eklat in Ponitz: Schulamt will Grundschule schließen
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00:20 17.06.2018
Eltern, Gemeinderäte und Schüler aus Ponitz demonstrieren am Donnerstag gegen die drohende Schließung der Grundschule. Auch Vize-Landrat Matthias Bergmann (2.v.l.) ist unter dem Protestlern. Quelle: Jens Rosenkranz
Ponitz

Das Schulamt Ostthüringen will die Grundschule Ponitz zu Beginn des kommenden Schuljahres schließen und die Schüler unter den Bildungseinrichtungen von Schmölln und Gößnitz aufteilen. Das gab der Ponitzer Bürgermeister Marcel Greunke (CDU) am Donnerstagvormittag auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz bekannt.

Die betroffenen Eltern müssen sich bis zum Dienstag entscheiden, ob sie ihre Kinder nach Schmölln oder Gößnitz schicken. Dieses Ultimatum und die überraschende Schließung stieß bei Greunke, den Eltern sowie bei Vize-Landrat Matthias Bergmann auf deutliche Kritik. Da die Schließung gegen den bis 2019 gültigen Schulnetzplan verstößt, sprach Bergmann von einem Rechtsbruch und kündigte die Prüfung juristischer Schritte an.

Zuvor wolle man die Situation mit Bildungsminister Helmut Holter (Linke) klären, der angekündigt hatte, keine Schule schließen zu wollen. Das Schulamt habe nach Informationen des Bürgermeisters die Schließung mit einem akuten Lehrermangel begründet, wodurch der Unterricht ab August nicht mehr abgesichert werden könne.

Ponitz ist kleinste Schule im Kreis

So wechselt ab August die Schulleiterin an eine andere Schule, zwei abgeordnete Lehrer gehen zurück an ihre Stammschule. Ponitz ist zusammen mit Großstechau die kleinste Grundschule im Kreis und wird im Schulnetzplan als gefährdet ausgewiesen. Die Klasse drei hat sechs, die Klasse eins sieben Schüler. Es wird weitestgehend klassenübergreifend unterrichtet.

Bürgermeister darf nicht zur Elternkonferenz

Die Elternvertretung wurden von der Schließung erst am Mittwochnachmittag auf einer überstürzt einberufenen Schulkonferenz in Ponitz informiert. Dem Bürgermeister wurde zuvor klar gemacht, dass er bei dieser Versammlung nicht erwünscht sei, sagte Greunke. Deshalb habe er zwei Gemeinderäte „in die Konferenz eingeschmuggelt“, weil sie eigene Kinder in der Schule hatten.

Greunke kritisierte dieses Agieren des Schulamtes. Besondern übel empfand er die Bemerkung einer Vertreterin, wonach ohnehin keine Lehrer ins Altenburger Land wollten. Er habe starke Bedenken, ob solche Leute für solche Positionen geeignet seien, sagte der Bürgermeister.

Ministerium sorgt für Verwirrung

Eine Stellungnahme des Schulamtes dazu gibt es nicht. Behördenleiter Berthold Rader sei krank, die zuständige Referentin für Grundschulen verhindert, hieß es. Kurzfristige Recherchen des Landratsamtes ergaben, dass man im Bildungsministerium davon ausging, dass zwischen dem Schulamt und dem Landratsamt Einvernehmen über die Auslagerung hergestellt wurde. Dem sei aber nicht so, sagte der Vize-Landrat. Es werde geprüft, ob hier eine missverständliche Interpretation oder eine missglückte Kommunikation vorliege, sagte Bergmann.

Ronny Lorenz, der Vorsitzendes Elternbeirates in Ponitz, bezeichnete die Pläne der Behörde als bösartig. Das Ziel, „die Schule klein zu machen“, sei deutlich erkennbar. Er rief alle Eltern auf, sich in der amtlichen Befragung weder für Schmölln noch für Gößnitz auszusprechen, sondern demonstrativ Ponitz als Schulort zu vermerken.

Aufteilung ist auf ein Jahr befristet

Offiziell werden die Eltern in einem Schreiben informiert, dass wohl am Freitag in den Briefkästen liegt. Die Aufteilung nach Schmölln und Gößnitz ist zunächst auf ein Jahr befristet und wird vom Schulamt offiziell als Auslagerung der Schüler bezeichnet. Noch ist völlig unklar, ob die beiden Ersatz-Grundschulen die rund 40 Ponitzer Kinder überhaupt aufnehmen können. Wie Eltern am Donnerstag berichteten, seien die Klassen in Gößnitz schon mit 25 bis 27 Schüler belegt. Auch Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) kritisierte das Schulamt. Die Pläne im Raum Schmölln zur Bildung eines Schulsprengels würden dadurch torpediert, das Vertrauen der Eltern in diese neue Form der Kooperation zerstört, sagte Schrade.

Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bei seinem Besuch im Mai in Meuselwitz mehrfach betont, dass keine Schule geschlossen wird.

Von Jens Rosenkranz

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