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Altenburg Seit 20 Jahren ein Herz für weißrussische Ferienkinder
Region Altenburg Seit 20 Jahren ein Herz für weißrussische Ferienkinder
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14:16 29.06.2019
Urlaub im Altenburger Land: Gabriele Kirmse (l.) kümmert sich derzeit wieder um Ferienkinder aus Weißrussland. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Am Morgen kurz nach acht hat Gabriele Kirmse noch Zeit zum Plaudern. Denn für „ihre“ 20 Kinder zwischen 7 und 14 Jahren hat der Tag noch nicht begonnen.

Derweil sind die 70-Jährige und ihr fester Stamm an Helfern schon seit 6 Uhr munter und bereiten im Vereinshaus der Altenburger Brauerei in den Räumen des Folklore-Ensembles das Frühstück und einen neuen aufregenden Ferientag für die kleinen Gäste aus Weißrussland vor. Es ist Gabriele Kirmses 20. Sommer im Ausnahmezustand, wie sie selber sagt.

Rund um die Uhr im Einsatz für die kleinen Gäste

Denn in den zwei Wochen, die die Jungen und Mädchen aus Petrischki, Minsk und der Region Homel im Altenburger Land verbringen, ist sie rund um die Uhr im Einsatz. „Alle unsere Kinder waren mal Patienten auf der Krebsstation in Minsk und auch wenn sie fit genug sind, um diese lange Reise zu machen, sind sie doch auch angeschlagen“, weiß die engagierte Frau aus Spora. Doch die Erfahrung habe sie gelehrt, welche Situation welche Lösung erfordere – und sei es, den eigenen Schlaf zu opfern, um des nachts kistenweise Geschenke einzupacken, die die Ferienkinder mit zurück nach Hause nehmen werden.

Dazu einen ganzen Koffer voller Eindrücke, denn jeder Tag dieser von der Stiftung Magdalenenstift mitorganisierten Reise ist gespickt mit Ausflügen und Aktionen. Möglich gemacht durch zahlreiche Sponsoren und Unterstützer, gepaart mit wochen-, wenn nicht gar monatelanger Vorarbeit durch Gabriele Kirmse und ihre Verbündeten. So erkundete die Gruppe am Montag erst die Altenburger Innenstadt, planschte dann eine Runde im Südbad, um abends mit den Spalatinern zu grillen und „Como Vento“ zu lauschen. Dienstag wartete der Freizeitpark „Belantis“, Mittwoch ein Tagestrip nach Weißenfels ...

Wochenende in Gastfamilie

Ganz wichtig sind den ehrenamtlichen Helfern auch die persönlichen Begegnungen, weshalb es eine liebgewonnene Tradition ist, dass die weißrussischen Kinder das Wochenende bei einer Gastfamilie verbringen oder eine Gößnitzer Schulklasse auf einem Ausflug begleiten. „Damit die Kinder selbst merken, dass sie, mal abgesehen von der Sprache zum Beispiel, gar nicht so verschieden sind“, so Kirmse.

Was für sie mit einem „puren Zufall“ 1999 begann, als dringend Helfer für die Betreuung der Gruppe gesucht wurden, die damals noch in Zeitz beziehungsweise Breitenbach untergebracht war, ist längst zu einem Projekt geworden, dass ihr fest ans Herz gewachsen ist und 2006 nach Altenburg übersiedelte. Eines, für das sie bis zur Rente jedes Jahr gern in der Skatstadt „urlaubte“ statt 14 Tage irgendwo am Strand.

Tränen vor Erschöpfung und Sehnsucht

Welche Auswirkungen diese intensive Zeit auf sie hat, merke sie jedoch erst nach der Abreise der Kinder: „Wenn sie alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen sind. Wenn ich weiß, dass es an der Grenze nicht zu lange gedauert hat und alles gut ist, dann fängt das an in meinem Kopf zu arbeiten“, sagt sie und gesteht: „Und ja, dann kommen mir auch mal die Tränen“ – vor Erschöpfung, aber auch, weil sie „ihre“ Kinder bereits vermisst.

Wer die kleinen Gäste selbst kennenlernen möchte, ist herzlich zum Abschlussfest am 3. Juli ab 15.30 Uhr in die Brauerei eingeladen.

Von Maike Steuer

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