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Altenburg Spaciges Sommerspektakel mit tollen Ideen und Überraschungen
Region Altenburg Spaciges Sommerspektakel mit tollen Ideen und Überraschungen
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16:09 27.06.2017
Bei Nacht erst richtig stimmungsvoll – das Universum mit seinen Planeten im Hof des Paul-Gustavus-Hauses. Quelle: Jens Paul Taubert
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Altenburg

Endlich war es soweit: In der Wallstraße startete sie, die Raumfähre „U.S.S. PGH“ zu ihrem Flug durch die Galaxie. Die Mitglieder des rührigen Fördervereins des Altenburger Paul-Gustavus-Hauses hatten sich wieder jede Menge einfallen lassen, um auch die nunmehr dritte Auflage ihres Sommerfestes wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis für junge und jung gebliebene Besucher werden zu lassen. Neben Klassikern wie der Schlagerbox oder der Geisterbahn in den Kellerräumen gab es aber auch allerhand Neuerungen. Innovation statt Revolution – das kam bei den zahlreichen Besuchern gut an.

Groß als Sommerspektakel angekündigt, hatten die Vereinsmitglieder keinesfalls zu viel versprochen. Schon im Hof hing der Himmel am Sonnabend nicht voller Unterhemden wie 2016, sondern voller Planeten, Sterne sowie E.T. auf seinem Fahrrad. Schon bei Tageslicht ein toller Anblick, so brach die aufwendige Beleuchtung bei hereinbrechender Dunkelheit endgültig das Eis und stimmte die Besucher wirkungsvoll ein auf das anstehende Space-Abenteuer. In diesem Jahr war alles auf das Thema „Weltraum“ gemünzt. Bunt, schrill und voller fluoreszierender Farbspiele.

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In einem total abgedunkelten Raum, nur beleuchtet von einer Schwarzlichtlampe, schnellte der leuchtende Ball bis tief in die Nacht über eine präparierte Tischtennisplatte. Dank der Fotobox im Innenhof konnte jeder lustige Sofortbilder als Andenken mit nach Hause nehmen. Im Innenraum eines mit Silberfolie und jeder Menge leerer Milchkartons ausgekleideten Raumes durchwanderten die Gäste die stilisierte Milchstraße. Milchpappen und weiß angesprühter Bauschaum – so einfach wie genial. Überhaupt blieben die Vereinsmitglieder auch dieses Mal ihrem Motto treu: so viel wie möglich selber bauen und zusammenbasteln. Dieses Motto wurde dann auch bei der Geisterbahn umgesetzt: Gruselige Gestalten mit Gasmaske und jeder Menge Kunstblut bevölkerten das Souterrain und erschreckten die vielen Besucher bis weit nach der Geisterstunde.

Mit viel Engagement und einfachen Mitteln schafft es der Verein immer wieder, neue Glanzpunkte zu setzen. So viel Enthusiasmus steckt an und so hatte Tonmeister und Videokünstler Philip Friesel eigens für die beeindruckende zwölfminütige Pole-Dance-Show von Francis Dwilling die Musik geschrieben, selber produziert und das Spektakel mit Videosequenzen untermalt. Elastik-Girl Francis bewies dabei einmal mehr, dass es sich dabei um knallharten Sport und grazile Akrobatik handelt und das Ganze rein gar nichts mit einem verruchten Schmuddel-Image gemein hat. Tanz, Musik und Video perfekt auf einander abgestimmt – so wurde die Show zweimal am Abend zu einem echten Straßenfeger.

Und wie immer kam auch die Musik nicht zu kurz: Vorn im Café spielte zunächst die Leipziger Folk-Band Dingoes ate my baby, ehe zu späterer Stunde noch feinste Funk-Schallplatten auf den Plattentellern bis tief in die Nacht wirbelten. Mitsingen und Tanzen ging aber auch in einem anderen Gebäudeteil an der Schlagerbox: Zu den Hits von Howard Carpendale bis Nino de Angelo wurde inbrünstig mitgesungen und geschunkelt, was das Zeug hielt.

Alles in allem wieder ein liebevoll und mit viel ehrenamtlichen Engagement ausgestalteter Sommerabend, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Von Thomas Trummer