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Altenburg Stadtmensch-Festival schafft Finaleinzug bei Bundesprojekt
Region Altenburg Stadtmensch-Festival schafft Finaleinzug bei Bundesprojekt
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06:09 23.08.2018
Die Juroren sowie Vertreter von Stadt und Vereinen führten intensive Gespräche, wie hier in der Farbküche am Markt, wo ein zentraler Treffpunkt entstehen soll. Quelle: Foto: Jörg Wolf
Altenburg

Am letzten Maiwochenende passierte in Altenburg etwas Außergewöhnliches: Das Stadtmensch-Festival lud nicht nur die Bewohner der Stadt mit einer Vielzahl kreativer, ungewöhnlicher und manchmal auch etwas schräger Projekte dazu ein, sich selbst auszuprobieren, die eigene Kreativität zu entdecken und auch Grenzen zu überschreiten.

Festival soll dauerhafte Institution werden

Nein, es soll keine Eintagsfliege bleiben, dieses hunderte Menschen inspirierende Ereignis. Vielmehr saßen im Nachgang die Macher vom Stadtmenschen beisammen, werteten das Festival aus und sannen darüber nach, wie man aus einem Festival eine dauerhafte Institution in und für Altenburg machen und vor allem die dafür notwendigen Gelder akquirieren kann. Im Bundesprogramm „Stadt entwickeln! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik wurden die Macher fündig.

Und auch bei den Verantwortlichen im fernen Berlin und dort speziell im zuständigen Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat wirkte das eingereichte Konzept aus Altenburg offensichtlich überzeugend. Altenburgs Stadtmenschen schafften es bei über hundert eingereichten Projekten in die Finalrunde der besten Zehn. Am Montag nahm deshalb eine dreiköpfige Jury mit Oliver Weigel vom Bundesministerium, Stephan Willinger vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie Marc Altenburg von der Begleitagentur die Skatstadt genau unter die Lupe – und das, was die Stadtmenschen mit ihrem Plan nachhaltig in der Kommune bewegen wollen.

„Es gab sicher sehr viele gute Ideen. Was uns aber am Altenburger Beitrag gleich ins Auge stach und was einfach bestechend ist, ist dieser rote Faden, der sich durch das gesamte Projekt hindurch zieht“, ließ einer der Bewerter bei dem Besuch durchblicken.

Schrumpfung kann auch Vorteil sein

In der mehrstündigen Präsentation an mehreren gedachten Brennpunkten in der Stadt erörterten die Akteure ihre Pläne detailliert. Auf Augenhöhe agieren hier der Schloss- und Kulturbetrieb, das Paul-Gustavus-Haus sowie die Farbküche. Weitere Partner sind mittlerweile ebenso fest mit ins Boot geholt. Und namhafte Unterstützer, die Montag für das Projekt ebenfalls eine Lanze brachen.

Beispielsweise Oberbürgermeister André Neumann (CDU): „Das kann der Einstieg für die gesamte Stadt in eine neue Art der Politik sein, die explizit mit dem Bürger funktionieren soll. Das soll Stadtentwicklung für- und nicht gegeneinander sein“, warb Neumann an der Zwischenstation in der Farbküche am Markt. Hier soll perspektivisch ein zentraler Anlauf- und Koordinationspunkt für alle Stadtmensch-Aktivitäten sein, der auch jedem Bürger offenstehen soll.

„Man kann sicher als Kommune ein teures Büro beauftragen, um entsprechende Visionen für die Stadt zu entwickeln. Aber diese Kraft, so eine Stadtmensch-Gesellschaft zu entwickeln, liegt doch auch in uns selbst. Wenn nicht sogar noch besser, als von auswärtigen Experten wahrgenommen“, pflichtete City-Managerin Katharina Schenk bei. Dass man da noch einen weiten Weg vor sich habe, liege auf der Hand. „Die Stadt ist in den zurückliegenden Jahren massiv geschrumpft und wird dies auch weiter tun“, führte Neumann weiter aus. „Aber ein Altenburg mit perspektivisch rund 30 000 Einwohnern ist doch nicht zu verteufeln, sondern sehr reizvoll. Wenn die Menschen, die hier leben, sich wohlfühlen“, warb er.

600 000 Euro stehen zur Debatte

Dass Altenburg in den Jahren nach der Wende eine real oder gefühlt gebeutelte Stadt gewesen sei, haben auch die Experten der Jury schon aus dem Antrag herausgelesen. „Da schwang immer eine gewisse pessimistische Grundstimmung mit“, meinte Weigel. Was der Chef des Schloss- und Kulturbetriebs, Christian Horn, durchaus bestätigen konnte. „Aber auf der anderen Seite haben wir hier ebenso verbreitet eine Bürgerschaft, die sehr stolz auf ihre Stadt und ihr reichhaltiges kulturelles Angebot ist.“

Und hier will Stadtmensch künftig anknüpfen, will die Menschen aktiv einladen, sich mannigfaltig auszuprobieren und selbst aktiv einzubringen. Das soll auch künftig im Reichenbachschen Palais am Weibermarkt geschehen, wohin in Kürze die Farbküche umziehen will. Dort soll perspektivisch wieder die Kreativität blühen: Tanz, Meditation und ähnliches sollen hier Einzug halten.

Und wie kam die Präsentation bei der Jury an? Erwartungsgemäß ließ sich das Trio nicht in die Karten schauen. Aber viel Zeit vergeht nicht, bis die Altenburger eine Entscheidung bekommen. Die soll schon Anfang September feststehen. Für die Stadt geht es um viel: Für die kommenden drei Jahre sind rund 600 000 Euro beantragt.

Von Jörg Wolf

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