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Altenburg Stadtmensch-Initiative steht am Start und schickt Günther voraus
Region Altenburg Stadtmensch-Initiative steht am Start und schickt Günther voraus
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05:45 18.02.2019
Die Stadtmensch-Akteure Wiebke Schricker und Valentin Rühlmann brachten den Günther-Award auf den Altenburger Markt, sammelten Meinungen. Quelle: Kay Würker
Altenburg

Als Quartiersinitiative Stadtmensch in Altenburg im vergangenen September den Zuschlag für das mit rund 650 000 Euro untersetzte dreijährige Förderprogramm des Bundesinnenministeriums erhielt, war der Jubel groß. Aber dann wurde es erst einmal ruhig um jenes Altenburger Netzwerk, das Einwohner und Gäste mit Aktionen inspirieren will, mit eigenen kreativen Ideen den Alltag in der Skatstadt zu bereichern. Und dann im Januar auch noch die Hiobsbotschaft zum Reichenbach-Palais: Wegen hoher baurechtlicher Auflagen droht der Einzug des Stadtmensch-Kreativzentrums am Weibermarkt zu scheitern (die OVZ berichtete). Steht die Initiative vor dem Aus, ehe sie überhaupt richtig gestartet ist?

Vorbereitungen für Veranstaltungen

„Definitiv nicht“, betont Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn mit Nachdruck. Der Schloss- und Kulturbetrieb ist neben der Farbküche und dem Paul-Gustavus-Haus einer der Initiatoren der Aktion. „Aktuell laufen in vielfältiger Weise die Vorbereitungen. Es gibt beispielsweise eine Ideenschmiede für die Quartiers- und Stadtentwicklung, und einmal monatlich trifft sich die Koordinierungsrunde für das Gesamtprojekt. Diverse Veranstaltungen sind in Planung“, so Horn.

Der Einzug ins Reichenbach-Palais steht auf der Kippe. Quelle: Mario Jahn

Dass der Einzug ins Reichenbach-Palais zu scheitern droht, bereitet Horn kein größeres Kopfzerbrechen. „Da ergeht es uns doch wie allen Kreativen, die zwei Schritte nach vorn machen, dann aber einen Schritt zurückgeworfen werden, um dann wieder zwei neue zu wagen“, umschreibt er. „Wir sind uns mit den Fördermittelgebern einig, dass man in der Ausgestaltung des gesamten Projektes Gestaltungsspielräume haben muss, die auch die Auswahl einer Örtlichkeit betreffen. Insofern sind die Akteure derzeit intensiv auf der Suche nach anderen Lösungen.“

Was Farbküche-Mitbetreiberin Susann Seifert nur bestätigen kann: „Nachdem die Probleme mit dem Palais öffentlich geworden sind, laufen dazu intensive Gespräche. Dabei haben wir auch die volle Unterstützung von Seiten der Stadt. Jede Woche finden Treffen mit den Verantwortlichen aus dem Rathaus statt, um uns über die neuesten Zwischenstände auszutauschen“, berichtet Seifert. Zudem habe man eine Reihe von Ausweichquartieren im Auge und prüfe die Machbarkeit. „Aber vielleicht klappt es ja sogar noch mit dem Palais“, will sich Seifert von der Ursprungsidee noch nicht ganz verabschieden.

Hauptteil der Förderung fließt ab 2020

Dass aufgrund der sich nun auftuenden Unwägbarkeiten die Fördermittel gar in Gefahr geraten könnten, befürchtet Christian Horn nicht. „Die wirklich bedeutsamen Summen sollen planmäßig ohnehin erst in den Jahren 2020 und 2021 fließen. Und die Geldgeber im Ministerium sind von unserem Projekt ehrlich begeistert.“

Außerdem: Der offizielle Startschuss für die drei Jahre lang geförderte Stadtmensch-Initiative sei noch gar nicht erfolgt. Der sei erst für Anfang Mai vorgesehen. „Dann wird es auch eine offizielle Kickoff-Veranstaltung zu dem Thema geben“, sagt der Schlossdirektor.

Anmeldung für Tanzprojekt

Bereits am 29. April bringt die Altenburger Tanzpädagogin Anja Losse Schwung ins kreative Volk. Sie plant – zusammen mit dem Stadtmensch-Netzwerk und dem Citymanagement der Stadt Altenburg – ein bewegendes Tanzprojekt auf dem Markt. Gruppen oder Einzelpersonen, die mitmachen wollen, können sich bis 28. Februar bei Anja Losse anmelden – telefonisch unter 0176 780367777 oder per E-Mail an info@tanzraum-altenburg.de. Ein erster Austausch und ein Kennenlernen finden bereits am 23. Februar und am 2. März jeweils um 14 Uhr in den Räumen des Residenzschlosses statt.

Schon seit dem Wochenende fleißig am Start sind Günther und seine Freunde. Günther ist das Maskottchen der Initiative Stadtmensch. Er ist Namenspate des Günther-Awards, mit dem künftig Menschen und Initiativen geehrt werden sollen, die mit ihren Projekten den Lebensraum Stadt gestalten oder andere dazu animieren. Und nun soll Günther, der symbolisch für den „typischen Altenburger“ steht, eine eigene Geschichte und Wesenszüge gekommen: Was macht den typischen Altenburger aus, was bewegt, beschäftigt, freut und ärgert ihn? Befragungen von Altenburgern sollen darüber Aufschluss geben.

Befragung auf dem Markt und im Internet

Nachdem bereits am Mittwoch voriger Woche Stadtmensch-Mitstreiter auf dem Markt mit rund 50 Passanten sprachen, fanden am Sonnabend erneut Befragungen statt. Mit dabei natürlich auch Günther – als Figur und Gesprächsthema. „Viele fanden die Figur erst mal hässlich und meinten, so sehe doch kein Altenburger aus. Aber sobald sie sich genauer damit befasst hatten, war das Interesse geweckt“, berichtete Stadtmensch-Akteur Valentin Rühlmann.

Wer will, kann in den nächsten zwei Wochen auch online an der Befragung teilnehmen. Das dauert etwa zehn Minuten und ist anonym.

Von Jörg Wolf

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