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Altenburg Stadtmenschen bauen virtuelles Altenburg auf dem Spielbrett
Region Altenburg Stadtmenschen bauen virtuelles Altenburg auf dem Spielbrett
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17:32 06.05.2019
Zum Stadtmensch-Startschuss nahm auch Altenburgs OB André Neumann (2.v.r.) gemeinsam mit Spielerfinder Georg Pohl (l.) am Tisch Platz. Quelle: Foto: Jörg Reuter
Altenburg

Was hättest du gern in deiner Stadt? Ein Stadion für Fußball und Konzerte, meint einer. Eine Minihaussiedlung mit Gärten zum Leben mit der Natur, findet jemand anders. Beide stellen kleine Knetobjekte, die mehr oder weniger dem Wunschgebäude entsprechen, in einen der vier Stadtteile auf dem Fantasie-Stadtplan-Spielfeldbrett. Noch wissen die meisten Mitspieler an den vier Tischen nicht richtig, worum es bei dem Spiel geht, zu dem die Initiative Stadtmensch am Sonnabend eingeladen hatte.

20 Neugierige bauen virtuelle Kommune

Das gemeinsame Spielen Altenburger Bürger war gleichzeitig der Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen, die im Rahmen der vom Bund geförderten Stadtmensch-Initiative folgen werden. In der künftigen Zentrale der Stadtmenschen in der Moritzstraße ging es los. Eine illustre Gruppe von 20 Neugierigen wollte mitspielen und wurde per Los an vier Tische verteilt. Diese standen in den Quartieren der Stadtmenschen – neben der Moritzstraße auch in der Farbküche – und im Altenburger Rathaus.

Dort baute unter anderem auch Oberbürgermeister André Neumann mit an der virtuellen Stadt. Wie an jedem Tisch gab es zudem einen Protokollanten und einen Spielleiter. In dem Fall war es der Erfinder des Spiels, Georg Pohl, persönlich. Während die Mitspieler noch das erste Knetgebäude formten, erzählte er, dass das Stadtspiel inzwischen die fünfte Auflage des Prinzips ist. „Die Erste habe ich als Messespiel entwickelt“, erzählte der frühere Leipziger. Eigentlich, so plauderte er weiter, sei das Zufall gewesen. Ihm ging es damals um die Entwicklung des brachliegenden alten Messegeländes. „Und ich wollte etwas, das bei Präsentationen an Ständen mehr auffällt als Infomaterial“, sagte er und wand sich den Spielern zu.

Spielen zeigt wie Menschen denken

Diese schauten zu ihren ersten Gebäuden auf das Stadtplanspielfeld, das irgendwie auch an Monopoly erinnert. „Die zweite Runde beginnt damit, dass jeder versucht, einen anderen Mitspieler einzuladen. Werbt dafür und begründet warum er zu euch kommen soll“, erläuterte Pohl. Gastgeber bekommen Punkte für den Besuch. Und weil es ein Spiel ist, versuchte natürlich jeder, den Gast zu begeistern. Schnell entwickelten sich – solange es nicht ins Infantile kippte – getrieben vom spielerischen Ehrgeiz, geistreiche Gespräche und Argumentationsketten, die ein ganzes Stück Einblicke in die Gedankenwelt der Mitspieler gaben.

Ganz ähnlich der Spieltheorie in den Sozialwissenschaften legt so auch dieses Brettspiel offen, was Menschen denken. Warum etwa Spieler eins ein Stadion wünscht und Spieler zwei eine Minihaussiedlung und wie beide zum Wohle der Stadt am effektivsten gegenseitigen Nutzen voneinander ziehen. „Eine große Wohnungsgesellschaft hat das mit den Mitarbeitern gespielt und so interne Personalprobleme gelöst“, berichtete Pohl stolz, während am Spieltisch die Beteiligten immer weiter in ihre virtuelle Stadt eintauchten. Wichtig war dabei das Protokoll, in dem die einzelnen Spielzüge, Gebäude und Begründungen notiert die neuen Städte ergeben.

Stadtspiel soll weiter gespeilet werden

Jene wurden dann zur Auswertung im Stadtmensch-Quartier in der Moritzstraße allen Mitspielern und Gästen vorgestellt. „Ich muss mich bedanken für das Spiel“, meinte OB Neumann begeistert in diesem Rahmen. Das am Spieltisch erlebte, werde Einfluss auf kommende Entscheidungen haben, kündigte er an. Nicht zuletzt weil sich am Ende alle vier Spiel-Städte sehr ähnelten. „Für mich waren die unterschiedlichen Denkansätze in unserer Gruppe sehr interessant, die im Verlauf dann recht schnell trotzdem zueinander gefunden haben“, äußerte sich auch Schauspieldirektor Manuel Kressin begeistert von dem Erlebnis.

Und auch in einem weiteren Punkt waren sich alle Mitspieler, Zuschauer und Organisatoren einig: Das Spiel wurde nicht zum letzten Mal aufgebaut. „Wer es ausprobieren möchte, wir haben einige Spiele zu verleihen“, warb sogleich Stadtmensch- und Farbküchenchefin Susann Seifert.

Von Jörg Reuter

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