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Altenburg Stadtrat stellt Denkmalpreis zurück – und verabschiedet OB Wolf
Region Altenburg Stadtrat stellt Denkmalpreis zurück – und verabschiedet OB Wolf
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09:06 29.06.2018
Die Vorsitzende des Altenburger Stadtrats, Barbara Plötner, und weitere Mitglieder des Gremiums verabschieden den scheidenden OB Michael Wolf (SPD). Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Melancholie beherrschte am Mittwochabend die Stimmung im Altenburger Stadtrat. Kein Wunder. Zum einen wirkte das blamable WM-Aus der Fußballer noch nach. Zum anderen verabschiedete sich das Gremium von Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der nach 18 Jahren am Sonnabend aus dem Amt scheidet. Doch bevor zahlreiche Hände geschüttelt wurden, verwies man die von Pro Altenburg eingebrachten Änderungen zum Altenburger Denkmalschutzpreis zurück in die Ausschüsse.

Klare Mehrheit will im Herbst über Denkmalpreis weiterreden

„Wegen des Deutschland-Spiels fällt es mir etwas schwer, aber ich will mich selbst motivieren“, sagte Pro-Altenburg-Fraktionschef Peter Müller und begründete, warum er die Richtlinien zur Vergabe des Johann-Georg-Hellbrunn-Preises ändern möchte. So sei im Vorjahr kein Denkmal unter den Bewerbern gewesen und unter den drei eingereichten Fassaden sei eine gewesen, „die ich nicht eingereicht hätte“. Angesichts dessen hätte sich „Baumeister Hellbrunn im Grabe rumgedreht“. Daher wollte er neben dem mit 2500 Euro dotierten Hauptpreis für ein Gesamtdenkmal auch einen mit 1000 Euro dotierten Zweitpreis für eine Teilleistung oder ein Bauteil ausloben – und die Vergabe aussetzen können.

Dass sich die Stadträte mit der klaren Mehrheit von 24 zu 3 Stimmen bei einer Enthaltung dafür entschieden, nicht darüber abzustimmen und die Sache im September oder Oktober nochmals in den Ausschüssen zu beraten, lag vor allem an CDU-Fraktionschef André Neumann. Der Bald-OB stellte den entsprechenden Antrag. Die CDU sehe es als zu spät an, die Modalitäten zu ändern, wenn die Bewerbungsfrist bereits laufe, begründete er den Vorstoß. Da könnte sich jemand verschaukelt fühlen.

Verkomplizierung statt Verbesserung

Dem schloss sich Birgit Klaubert (Linke) an. „Die Vorlage ähnelt dem Stolpern vor dem Tor, ohne ein solches zu erzielen“, bemühte sie ein Fußball-Bild, um auf Schwächen des Vorhabens hinzuweisen. „Wir sollten das ordentlicher vorbereiten, haben keine Eile.“ Dinge, die Nikolaus Dorsch (SPD) nicht wiederholen wollte und mahnte: „Wir sollten den Denkmalschutzpreis nicht beschädigen.“ In den vorliegenden Änderungen sehe er keine „Verbesserung, sondern eine Verkomplizierung“.

Das sieht Altenburgs Denkmalschützer Jürgen Fröhlich ähnlich. Zwar liegen ihm bislang noch keine Bewerbungen vor, er sehe angesichts der noch bis 30. Juli laufenden Frist aber einige Kandidaten. „Es ist auch jetzt schon so, dass der Preis nicht vergeben werden muss“, so Fröhlich, der sich offen für Änderungen zeigte, wenn sie Sinn machen. „Wir haben jetzt eine offene Richtlinie, mit der wir alles prämieren können.“

Stadtratschefin erinnert an 211 Sitzungen unter Wolf

Prämiert wurde auch der scheidende OB. Zu seiner letzten Sitzung gab es Blumen, Glückwünsche und vor allem trinkbare Geschenke. So sorgte Stadtratschefin Barbara Plötner (Linke) gleich zu Beginn ihrer Rede mit einem Theodor-Fontane-Zitat für ein Raunen. „Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung“, begann sie in Anspielung darauf, dass Wolf seine Neujahrsreden immer mit Zitaten begann.

Im Anschluss blickte Plötner auf 211 Sitzungen in drei Legislaturen zurück, in denen über 2000 Beschlüsse gefasst wurden. Die längste Zusammenkunft gab es am 17. Dezember 2009. In sechs Stunden und 55 Minuten redeten sich die Volksvertreter unter anderem über höhere Wasser- und Abwassergebühren, diverse Bauvorhaben und die Zuschüsse für Ryanair heiß. Die kürzeste Sitzung fand am 2. September 2013 statt, bei der nur der Beitritt zur neuen Haushaltssatzung beschlossen wurde.

OB Wolf sieht doppelt traurigen Tag

„Die Zusammenarbeit war nicht immer leicht“, sagte Plötner und bezog sich vor allem darauf, dass Wolf gelegentlich Dinge am Stadtrat vorbei tat, wie etwa gegen die Umlandgemeinden zu klagen. Als positive Beispiele nannte sie den Erhalt der Berufsfeuerwehr und den Generalpachtvertrag der Kleingärtner. „Sie machen mir es doch ein bisschen schwer“, meinte Wolf nach lang anhaltendem Applaus. „Es ist ein doppelt trauriger Tag.“ Er habe es nicht gewollt, dass seine letzte Stadtratssitzung mit der größten Niederlage in der Geschichte des deutschen Fußballs zusammenfalle.

Von Thomas Haegeler

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