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Altenburg Stefanie Martini möchte den Luckaer Dialekt erforschen
Region Altenburg Stefanie Martini möchte den Luckaer Dialekt erforschen
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10:21 03.05.2019
Stefanie Martini forscht für ihre Examensarbeit zur Luckaer Mundart. Quelle: Bastian Fischer
Lucka

Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser: Wissen Sie, was eine „Erbern“ ist? Was man sich unter einer „Seechamsel“ vorstellen muss? Oder wozu eine „Kautsche“ genutzt wird? Nicht zuletzt den älteren unter Ihnen dürften diese Ausdrücke noch ein Begriff sein. Sie alle stammen aus der hiesigen – genauer – der Luckaer Mundart. Und eben diesen Luckschen Zungenschlag möchte Stefanie Martini eingehender unter die Lupe nehmen.

Dialekte vermischen sich in Grenzregion

Im Zuge ihrer Examensarbeit hat sich die gebürtige Luckaerin vorgenommen, den Dialekt ihrer Heimatstadt gründlich zu erforschen. Eine spannende Aufgabe, ist dieser doch durchaus besonders, wie die angehende Gymnasiallehrerin für Deutsch und Geschichte weiß. Zwar wird auch im restlichen Freistaat mit mitunter reichlich unterschiedlicher regionaler Ausprägung kommuniziert. „In Lucka kommt aber noch die geografische Lage dazu“, so Martini. „Hier mischt sich die Altenburger Mundart durch die Nähe zur sächsischen Landesgrenze mit dem obersächsischen Dialekt.“

Von „Uchsen“ und „Eekoofswachen“

Entsprechend, so Martinis Erfahrung, sähen sich auch viele Luckaer zwischen den Stühlen. „Bei einer früheren Befragung haben viele Teilnehmer ihren Dialekt als eine Mischung aus Thüringisch und Sächsisch eingeordnet.“ Das Ergebnis: Im lokalen Zungenschlag der Nordregion werden beide Einflüsse sichtbar. So wird in Lucka aus dem ansonsten geläufigen „au“ für „auch“ ein sächsisch gefärbtes „ooch“. Umgekehrt wandelt sich ein „O“ häufig zum „U“, ist von „Uchsen“ statt „Ochsen“ die Rede. Lautfärbungen wie „fertsch“ oder „Eekoofswachen“ vervollständigen das Bild. „Der Dialekt spiegelt ganz deutlich das Lebensgefühl der Luckaer wieder, das durch die Grenznähe zu Sachsen geprägt ist“, versucht sich Stefanie Martini an einer ersten Analyse.

Studie soll Klang und Satzbau ergründen

Ziel ihrer neuerlichen Studie soll nun sein, die Eigenheiten des Luckaer Sprachgebrauchs zu untersuchen und – wo möglich – solche Worte oder Satzkonstruktionen herauszuarbeiten, die tatsächlich nur in der Kommune gebräuchlich sind – und solche zu finden, die sich im Lauf der Zeit gewandelt haben oder aber sukzessive verloren gegangen sind. Auch auf den spezifischen Klang sowie den speziellen Satzbau des Dialekts wird besonderer Fokus gelegt.

Für ihre Studie hat Stefanie Martini eigens einen Standardtext entworfen, den die Teilnehmer im Luckaer Dialekt wiedergeben sollen. Daneben ist auch ein 30- bis 45-minütiges Interview geplant. „Neben Alter und Herkunft soll dabei auch darauf eingegangen werden, wann und wie die Teilnehmer den Dialekt nutzen“, erläutert die Studentin. Schon im Mai sollen die Befragungen starten, Martini hofft auf mindestens 30 Teilnehmer, bevorzugt gehobeneren Alters, um sicherzustellen, dass der Dialekt möglichst ausgeprägt ist. Im Oktober soll die Examensarbeit beendet werden.

Ergebnisse könnten in Lucka vorgestellt werden.

Im Anschluss könnten die Ergebnisse dann auch in Lucka vorgestellt werden. „Ich denke schon, dass das die Leute interessiert. Schließlich sprechen viele den Dialekt täglich, machen sich aber wenig Gedanken über die Geschichte und Bedeutung der Begriffe“, so Martini. Die ist mitunter durchaus spannend, wie die eingangs aufgeworfenen Beispiele zeigen. Eine "Erbern“ etwa bezeichnet eine Kartoffel, eine „Seechamsel“ ist eine Ameise und auf einer „Kausche“ kann man – richtig – schaukeln. Na, hätten Sie’s gewusst?

Wer Stefanie Martinis Studie unterstützen möchte kann sich unter Tel. 0174 2014509 oder per Mail an stefanie.martini@uni-jena.de zur Teilnahme anmelden.

Von Bastian Fischer

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