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Altenburg Stiftung Denkmalschutz steigt in Kleinmecka ein
Region Altenburg Stiftung Denkmalschutz steigt in Kleinmecka ein
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05:42 05.08.2019
Der Kulturhof Kleinmecka erhielt am Wochenende feierlich einen Förderscheck. Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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Kleinmecka

Von wegen, dörfliche Einöde: Von Stillstand und Resignation ist in Kleinmecka im Osten des Altenburger Landes nichts zu spüren. Im Gegenteil: In der winzigen Ortslage mit langer Geschichte ist reichlich Bewegung. Bis Sonntag lief vor Ort ein Workcamp. Ein Arbeitseinsatz, bei dem ein halbes Dutzend Leute mit anpackte, um den denkmalgeschützten Hof mit der Hausnummer 10 in dem geschichtsträchtigen Bauernweiler voranzubringen. „Das Thema ist hochaktuell: Junge Leute kehren zurück aufs Land und retten wertvolle Bausubstanz und entwickeln einen Ort für Kultur, Bildung und Begegnung“, schildert Hof-Eigentümer Robert Herrmann, der das denkmalgeschützte, lange leerstehende Objekt 2017 kaufte und die Initiative „Cultural Farming – Kulturhof Kleinmecka“ anschob. Das Ziel ist ein öffentlicher Treff- und Veranstaltungsort.

30 000 Euro Förderung

Seit dem Wochenende sind Herrmann und seine Unterstützer auch finanziell einen Schritt weiter. Die Initiative wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt, das Vorhaben erhielt am Samstag den ersten Förderbescheid der DSD. Maria Kühl, DSD-Ortskuratorin Altenburg, übergab erstmals einen Förderbescheid in Höhe von 30 000 Euro an das Projekt Cultural Farming.

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Die DSD ist langjähriger Akteur in der Pflege von bedeutsamen Denkmälern und wertvoller historischer Bausubstanz wie Kirchen, Schlössern oder Bauernhöfen. „Mit dem Förderpartner DSD erhält die Initiative in Kleinmecka die Chance, die nächsten Schritte der Reparatur- und Restaurierungsarbeiten umzusetzen“, sagte Robert Herrmann. „Die Zuwendung soll zugleich Aufruf an weitere potenzielle Geldgeber sein, sich mit kleineren oder größeren Spenden zu beteiligen. Über die DSD können dafür auch Spendenquittungen ausgestellt werden“, ermuntert Herrmann.

Originale Raumstrukturen sind noch erhalten

Das Gehöft bildet mit zwei weiteren Hofanlagen den Bauernweiler Kleinmecka südöstlich des Ortes Großmecka. Die Gebäude entstanden weitgehend im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Ferner gehören eine Toranlage, ein Hofraum und ein Vorgarten zu der Anlage. Das östliche Wohnhaus ist in Stockwerksbauweise in Fachwerk mit massivem bruchsteinernem Erdgeschoss ausgeführt. Die innere Raumstruktur wie die Fenster und Türen sind bauzeitlich. Das südliche Stallgebäude, der ehemalige Pferdestall, besitzt einen westlichen Erweiterungsbau und wird ebenfalls mit einem Satteldach gedeckt. Auch hier ist die bauzeitliche innere Raumstruktur des Keller-, Erd- und Dachgeschosses erhalten, begründet die Stiftung Denkmalschutz ihr finanzielles Engagement.

Das westliche Stallgebäude, der ehemalige Kuhstall, ist ebenfalls als Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach ausgeführt. Die Toranlage mit flachbogiger Pforten- und Toröffnung besteht aus verputztem Bruchstein und einer Ziegelsatteldeckung. Auf dem kleinteilig gepflasterten Hof befindet sich mittig ein Dungplatz und südlich ein kreisrunder Brunnenschacht.

Teil des Wohnhauses wird gerade restauriert

Derzeit soll der rückwärtige Teil des Wohnhauses restauriert werden. Anschließend sollen weitere Restaurierungsarbeiten folgen, wenn die Sicherungsmaßnahmen, insbesondere Zimmerer- und Maurerarbeiten, am Fachwerk durchgeführt wurden. Die Schäden gehen auf Nässe und Verfallsprozesse zurück. Künftig soll im Seitengebäude des Hofes ein öffentlicher Raum für Kultur und Bildung, der „Kulturhof Kleinmecka“, entstehen – mit Gästezimmern und Seminarräumen.

„Die demografische Situation in Ostthüringen ist prekär und fordert uns heraus, neue gemeinschaftliche Wege zu beschreiten. Unsere Vision für die Region ist ein kultureller Ort, an dem Menschen von nah und fern mitwirken können“, sagt Robert Herrmann. Mit den 30000 Euro Förderung kommt er diesem Ziel ein Stück näher. Das Geld fließt in Zimmererarbeiten am Dachstuhl, die Reparatur des Fachwerks auf der Hofseite und in den Einbau einer historischen Holzbalkendecke im Erdgeschoss.

Von OVZ