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Altenburg Studie: Vor allem im Handel fehlt Personal
Region Altenburg Studie: Vor allem im Handel fehlt Personal
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17:10 27.03.2018
Auch in Ostthüringen werden Fachkräfte immer rarer. Quelle: dpa
Gera/Altenburg

Die Ostthüringer Unternehmen setzen ihren Wachstumskurs fort. Damit allerdings steigt auch der Bedarf an Fachkräften. Zwei Drittel der Betriebe in der Region haben bereits heute Schwierigkeiten, offene Stellen unmittelbar zu besetzen, was sich nun zum größten unternehmerischen Risiko entwickele. So lautet das Ergebnis einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen zu Gera in Kooperation mit dem Institut der Wirtschaft Thüringens (IWT). Für die Untersuchung wurde im Spätsommer vergangenen Jahres die Situation von 200 Ostthüringer Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten beleuchtet. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind demnach die Branchen Handel und Tourismus. Zunehmende Fehlzeiten durch die alternde Belegschaft müssen bei 26 Prozent der Betriebe ausgeglichen werden. Auch die Folgen politischer Entscheidungen wie die „Rente mit 63“ spüren etwa ein Drittel der Ostthüringer Unternehmen unmittelbar. Die Verkehrsbranche ist von den beiden letztgenannten Herausforderungen besonders betroffen (jeweils 46 Prozent). Mögliche Generationenkonflikte sind für 7 Prozent der Unternehmen ein Thema und für 6 Prozent ist die ungeklärte Unternehmensnachfolge ein offener Punkt, welcher insbesondere kleine und mittlere Unternehmen betrifft, heißt es in der Erhebung. 37 Prozent der befragten Firmen falle es außerdem immer schwerer, Ausbildungsplätze zu besetzen. Überdurchschnittlich betroffen ist hier das verarbeitende Gewerbe (48 Prozent).

Insbesondere macht der lokalen Wirtschaft der demografische Wandel – Stichwort Geburtendefizit – und der negative Wanderungssaldo zu schaffen. Die Regionen Ostthüringens gehören neben dem Landkreis Sonneberg und dem Kyffhäuserkreis zu jenen Thüringer Gebieten, in denen die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren am stärksten sinken wird, konstatieren die Macher der Studie. Demnach sagt das Thüringer Landesamt für Statistik dem Altenburger Land in der Zeitspanne von 2014 bis 2035 eine Bevölkerungs-Schrumpfung von 23,6 Prozent auf letztlich 70 824 Einwohner voraus.

Die aktuelle Situation ist insofern nur die Spitze des Eisbergs. Durch die Zahl altersbedingt ausscheidender Facharbeiter in den kommenden Jahren stehen den Ostthüringer Unternehmen weitere Personallücken erst noch bevor, warnen IHK und IWT.

Eine bedrohliche Lage, auf die Betriebe in vielfältiger Weise reagieren. Wobei sich die Prioritäten verschoben haben. Setzten die Arbeitgeber bislang vor allem auf Ausbildung, um kundiges Personal zu gewinnen, rückt zuletzt das Thema Arbeitgeberattraktivität deutlich stärker in den Fokus. 64 Prozent der Unternehmer wollen sich hier steigern, so das Ergebnis der Studie. „Zum Beispiel mit besserer Bezahlung und mit höherer Arbeitsplatzqualität“, erklärt Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK in Gera.

Ebenfalls weit oben bei den Arbeitgeberstrategien sind Investitionen in Weiterbildung sowie in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 23 Prozent der befragten Unternehmen erwägen oder praktizieren die Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland, 15 Prozent greifen auf Flüchtlinge zurück. „Um Fachkräfte auszubilden, zu beschäftigen, zu integrieren und letztlich auch zu bezahlen, brauchen Unternehmen von Politik und Verwaltung gute Standortentscheidungen, eine gelebte Willkommenskultur und jede nur denkbare Unterstützung“, so Höhne.

Wirklich überraschend sind die Fakten, die die Untersuchung zutage förderte, offenkundig nicht. „Die Ergebnisse der Studie decken sich mit unseren Beobachtungen“, fasst Roswitha Weitz, Geschäftsführerin des Instituts der Wirtschaft Thüringens, zusammen.

Insgesamt wurden für die Erhebung rund 2000 Unternehmen angeschrieben. Die Rücklaufquote der Umfrage betrug zehn Prozent. Diese Rücklaufquote entspreche branchen- und regionenspezifisch der Wirtschaftsstruktur Ostthüringens, heißt es. Von den teilnehmenden Betrieben haben zwei Drittel weniger als 50 Beschäftigte.

Von Kay Würker

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