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Altenburg Theatervereine verleihen zum 25. Mal den „Oskar“ für Altenburg und Gera
Region Altenburg Theatervereine verleihen zum 25. Mal den „Oskar“ für Altenburg und Gera
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16:30 11.06.2019
Die Theateroskar-Preisträger 2019 (v.l.n.r.): Generalintendant Kay Kuntze, Puppenspielerin Marcella von Jan, Sopranistin Anne Preuß, Ehrenoskar-Gewinner Peter Werner-Ranke, Schauspielkapellmeister Olav Kröger, Solofagottist Roland Schulenburg und Bassbariton Kai Wefer. Quelle: Ronny Ristok
Gera/Altenburg

Zum 25. Mal kürte die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera – seit 2003 gemeinsam mit der Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg und Umkreis – ihre Favoriten der ausgehenden Spielzeit. In diesem Jahr erfolgte die Verleihung der Theateroskars im Rahmen einer Gala am 8. Juni in der Bühne am Park Gera. Schauspieldirektor Manuel Kressin führte charmant durch das abwechslungsreiche Programm mit Beiträgen von Orchestermusikern, Balletttänzern, Puppenspielern und Opernsängern. Welche Publikumslieblinge die begehrten Trophäen erhielten, entschieden Mitglieder der Fördervereine und das Theaterbesucher gemeinsam. Knapp 400 Stimmzettel wurden für das Voting gesammelt. Das kleine Haus im Park war gut gefüllt und das Publikum in bester Stimmung. Das ist viel wert für solch eine Veranstaltung.

Preise für Sänger und „Oedipe“

In der Kategorie „Beliebtester Künstler“ fiel die Wahl auf den Sänger Kai Wefer, der in großen wie auch kleinen Rollen mit seiner wandelbaren Stimme und einer unbändigen Spielfreude das Publikum begeistert. Als „Beliebteste Künstlerin“ wurde die Sängerin Anne Preuß für ihre prägnanten Rolleninterpretationen mit facettenreichem Spiel und gefühlvoller Stimme ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Verein der Orchesterfreunde Gera wurde auch ein Oskar an den „Beliebtesten Orchestermusiker“ ausgelobt. Damit wurde Roland Schulenburg geehrt, der Solofagottist im Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera ist und auch im ensemble diX spielt.

Zur „Beliebtesten Inszenierung“ wurde die Oper „Oedipe“ in der Regie von Generalintendant Kay Kuntze gewählt. Mit überwältigend positiver Resonanz von Publikum und Presse war diese Inszenierung ein Paukenschlag in der Musiktheaterlandschaft und zog viel Aufmerksamkeit nach Altenburg und Gera.

Ehrenoskar für Auftritt in „Liberace“

Zusätzlich zu den vier per Publikumsvoting auserwählten Oskarpreisträgern vergab der Vorstand der Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera drei weitere Oskars. Die Puppenspielerin Marcella von Jan erhielt den Oskar für das Stück „Jedermann“ als hervorragende Einzelleistung. In dieser eindrucksvollen Darbietung spielt sie sämtliche Rollen selbst, indem sie unzähligen Figuren mit individuellen Dialekten und schrägen Charakteren Leben einhaucht. Der Innovationspreis ging in diesem Jahr an Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Seit Jahrzehnten prägt er das Musikleben in Mitteldeutschland als fantasievoller Komponist, zum Beispiel von Bühnenmusiken, als virtuoser Pianist, als Arrangeur und Archivar. Schließlich wurde Peter Werner-Ranke der Ehrenoskar für seinen Auftritt im Ballett „Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin“ verliehen. Hier verkörperte er auf einfühlsame Weise und höchst glaubwürdig den gealterten Starpianisten und Showman Liberace – glamourös und verletzlich zugleich.

Nominierungsliste ist Knackpunkt

Für manch verwundertes Gesicht sorgte indes, dass sich in diesem Jahrgang kein Schauspieler unter den Ausgezeichneten wiederfand. Ein Umstand, der allerdings nicht als Brüskierung der Sparte zu sehen ist, sondern vielmehr dem Vorschlagssystem geschuldet ist. So werden die jeweiligen Listen wechselseitig von den gastgebenden Vereinen erstellt. Während die Altenburger Theaterfreunde stets spartenweise nominieren, lassen die Geraer die beliebtesten Künstler aus einer Gesamtliste wählen – was sich entsprechend in den Auszeichnungen niederschlägt. Ein Umstand, der sich zügig ändern soll: So haben sich beide Vereine inzwischen auf eine Neuorientierung in Sachen Nominierung verständigt.

Begegnung in Halle zeigt Wirkkraft des Oskars

Damit wird sichergestellt, dass auch künftig mit der Oskarverleihung die Wertschätzung der Vereine gegenüber den Theatermachern entsprechend zum Ausdruck gebracht wird. Der eventuelle Zweifel, ob alle Künstlerinnen und Künstler des Theaters vom Wert dieser Veranstaltung überzeugt sind, lässt sich derweil mit einer Anekdote zerstreuen, die sich vor Jahren in Halle an der Saale zutrug. Gäste aus Altenburg besuchten dort ein Restaurant in der Nähe des Theaters, und als die Bedienung erfuhr, woher die Gäste kommen, jubelte sie auf und rief: „Da hat mein Bruder seinen Oskar bekommen!“

Sie war die Tochter des bekannten Schauspielers Peter Sodann und die Schwester von Franz Sodann, der für einige Jahre als Schauspieler in Altenburg engagiert war und erfolgreich wirkte. Sie schilderte sehr genau, an welcher Stelle seiner Wohnung die kleine Figur aufbewahrt war und aus jedem ihrer Worte sprach der Stolz über den oskargekrönten Bruder.

Seit Sonnabend gibt es nun einige Oskarprämierte mehr. Mit vielen Videos wurden schöne Theatermomente der mit dem Oskar Geehrten in Erinnerung gerufen. Diese bedankten sich alle mit kurzen und mehr oder weniger geistreichen Worten. Am Schluss der Veranstaltung wurde eine große Flasche Sekt entkorkt und mit allen Oskarpreisträgern angestoßen, und von oben regnete es Glitzer hernieder. Ohne das wahre Oscarleben in Hollywood geht es auch in Gera nicht.

Von OVZ/Manfred Hainich/Bastian Fischer

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