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Altenburg Theaterzelt wird auf Altenburger Festplatz zur Eventlocation
Region Altenburg Theaterzelt wird auf Altenburger Festplatz zur Eventlocation
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06:22 26.05.2019
Imposant grüßt das 42 Meter lange und 16 Meter hohe Theaterzelt vom Großen Festplatz. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

René Prautsch lässt den Blick durch die imposante Zeltkonstruktion schweifen. Vor ihm liegen Stahltraversen, schlängeln sich Kabel, stapeln sich Kisten mit Technik und Werkzeug. Ein Teil des festen Erdbodens ist mit speziellen Platten abgedeckt, beständig ist Hämmern und Schrauben zu hören. Noch sind es nur Andeutungen, die den Besucher auf dem Großen Festplatz begrüßen.

Das Endprodukt genau im Kopf

Prautsch hingegen kann sich schon ziemlich genau vorstellen, wie es hier in wenigen Monaten aussehen soll. „Dort hinten“, sagt er und deutet auf einen Eingang des Zelts, „werden die Zuschauer empfangen. Da wird dann ein Container stehen, ein weiteres Zelt davor. Hier drüben finden sich später die Sanitäranlagen, da hinten der Backstage-Bereich mit Garderoben und Duschen für Künstler und Technik“, erklärt er. „Anlieferung, Catering, wir bieten hier das volle Programm“, vollendet er den Kreis.

Keine Frage, es tut sich so einiges auf dem Areal am Großen Teich. Grüßten vor wenigen Wochen noch lediglich einige Masten den Spaziergänger, kommt auf der Baustelle inzwischen schon leichtes Theaterflair auf. Und das war ein gutes Stück harter Arbeit. „Wir haben etwa das ganze Zelt auf ein 30 Zentimeter hohes Fundament gestellt, damit von unten kein Wasser eindringen kann“, erklärt René Prautsch.

Noch ist viel Arbeit nötig

Die richtige Arbeit, das weiß der Fachmann, kommt allerdings noch. „In den kommenden Tagen werden wir die Traversen für die Bühne installieren um die Beleuchtung anbringen zu können. Auch die Traverse über die Zuschauerränge wird jetzt zügig hochgezogen. Und die Schächte für Wasser- und Abwasserleitungen müssen ebenfalls noch angelegt werden“, beschreibt Prautsch, welche Aufgaben noch vor ihm und seinem Team liegen.

Auch der Zeltbauer wird noch den einen oder anderen Einsatz absolvieren, etwa den derzeit noch blanken Erdboden mit Holzplatten auslegen, um ein ansprechendes Ambiente zu schaffen. Kräftezehrend dürfte auch der Bühnenaufbau werden. 14 mal 10 Meter wird diese am Ende messen, gut 70 Zentimeter über dem Zeltboden stehen und eine Drehscheibe mit neun Metern Durchmesser erhalten. Davor sollen dann auf den schräg nach oben ansteigenden dreizehn Rängen der Zuschauertribüne rund 400 Besucher Platz nehmen.

René Prautsch hat beim Bau alles im Blick. Der Technische Direktor verantwortet die Arbeiten. Quelle: Mario Jahn

Bau ist besondere Herausforderung für alle Beteiligten

„Ein bisschen Bauchkrabbeln hat man bei so einem Projekt schon“, gibt Prautsch angesichts des Arbeitspensums offen zu. Denn der Zeitplan ist eng getaktet, verzeiht kaum Leerlauf. „Kürzlich stand etwa ein Zulieferer im Stau auf der Autobahn, das hat allein schon gut sechs Stunden Verzug bedeutet.“ Hinzu kommt, dass parallel noch der reguläre Spielbetrieb im Großen Haus gestemmt werden muss: Dort steht etwa mit der Großproduktion „Untergang der Titanic“ noch mal ein echtes inszenatorisches Schwergewicht ins Haus, das immer wieder Kräfte bindet. Insgesamt, betont Prautsch aber, liege man noch gut im Zeitplan – was nicht zuletzt seinem eingespielten Team zu verdanken sei.

Daneben hält die Interimsspielstätte auch ganz neue Herausforderungen für alle Beteiligten bereit. „Wir können etwa auf dieser Bühne nicht mit einem Schnürboden arbeiten, müssen alle Kulissen von der Seite hereinbringen“, erläutert der Theaterfachmann. Das bedeutet Umdenken in allen Bereichen, nicht zuletzt, da im Zelt – bis auf absolute Großproduktionen – alle Sparten gespielt werden sollen. „Der gesamte Spielplan ist bereits mit Blick auf die Interimslösung gestaltet worden. Auch die jeweiligen Stücke werden speziell für die Zeltbühne und deren Möglichkeiten und Einschränkungen konzipiert.“

Derzeit wird vor allem an den Traversen gearbeitet. An diesen findet die Beleuchtung für Bühne und Zuschauerraum Platz. Quelle: Mario Jahn

Einige Unwägbarkeiten bleiben bestehen

Trotz aller akribischen Planung und intensiver Arbeiten – einige Unwägbarkeiten kann auch René Prautsch nicht abschließend einschätzen. Vor allem auf das Wetter kommt es in der Zeit des Interims an. „Das Zelt ist nicht klimatisiert, es wäre sonst nicht bezahlbar“, umreißt Prautsch eines der Risiken. Zwar stehen drei Heizölaggregate zur Verfügung, die in der kalten Jahreszeit für die Beheizung zuständig sind und im Sommer – neben dem Öffnen des Zeltes – zur Lüftung dienen können.

Wenn es jedoch doch einmal zu warm wird, steht im Extremfall eine Absage von Inszenierungen zur Debatte. „Allerdings ist das in Landshut, an dessen Theaterzelt wir uns orientieren, in insgesamt fünf Jahren genau ein Mal passiert“, bleibt Prautsch gelassen. Da sei eher wahrscheinlich, dass man bei heftig auf die Plane prasselndem Gewitterregen einmal eine Pause einlegen müsse.

Noch bleibt im Zelt einiges zu tun. Ein stabiler Untergrund für die Bühnenkonstruktion ist allerdings bereits gelegt. Quelle: René Grüner

Bestmögliche Vorbereitung auf die kommende Spielzeit

Insgesamt sei man aber mit dem Standort am Festplatz bestmöglich auf alle Eventualitäten vorbereitet. „Der Platz liegt in einer Senke und nah am Teich, ist deshalb recht gut gekühlt. Dazu kommen viele Bäume, die Schatten spenden, die Zelthaut ist hell und reflektiert das Sonnenlicht“, zählt Prautsch auf. „Und nicht zuletzt spielen wir in der Regel am Abend, wenn es bereits kühler ist.“

Seinen ersten Praxistest nimmt das Theaterzelt dann am 1. September, wenn sich sich die Zeltplane zur großen Eröffnungsgala zum ersten Mal hebt. Dann zeigt sich, ob der von René Prautsch erhoffte „Eventcharakter“ auch die Altenburger begeistert.

Von Bastian Fischer

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