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Altenburg Thomas Katrozan: Ex-DSDS-Star mit neuer Scheibe und Auftritt in Zechau
Region Altenburg Thomas Katrozan: Ex-DSDS-Star mit neuer Scheibe und Auftritt in Zechau
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10:36 02.06.2019
“Schablone“ heißt die neue EP von Thomas Katrozan. Quelle: Mario Jahn
Leipzig/Wilchwitz

Ein Jahr lang hat er dran gewerkelt – jetzt ist sie raus, die neue Scheibe von Thomas Katrozan. Kein „normales“ Album, sondern eine Nummer kleiner, eine EP mit sechs Titeln. „Die aber durchweg neu“, betont der 39-jährige gebürtige Wilchwitzer, der 2016 für Furore sorgte, als er bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bis ins Finale vordrang und dort auf den dritten Platz kam.

Erste richtig neue Scheibe nach DSDS

„Zwar habe ich auch im vergangenen Jahr schon eigene Sachen veröffentlicht. Aber das waren doch gesampelte ältere Sachen von mir“, sagt Katrozan. „Schablone“, so der Name der neuen CD, ist für „Katze“, wie ihn seine Freunde nur nennen, mit seinen sechs Titeln durchweg neu. Für Katrozan ist die Produktion ein Weg zurück zu den eigenen Wurzeln und weg aus dieser bei DSDS gezeichneten schrillen bunten Glitzerwelt. „Wir haben wieder das gemacht, was uns gefällt. Reggae, rockig aufgemacht, und manchmal auch ein bisschen Herz und Schmerz“, sagt Katrozan. Zwar wurde die CD in Leipzig sowie Chemnitz aufgenommen und produziert. Doch seine Heimat Wilchwitz schwingt da immer ein wenig mit. Einerseits, weil Katrozan und die Familie durch den plötzlichen und unerwarteten Tod seiner Mutter Ende vergangenen Jahres einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste und bis heute verarbeiten muss.

Zurück zu den Wurzeln

„Die Arbeit an den Titeln hat da mit geholfen. Aber speziell einen Song an die Mutter gibt es da nicht, wenngleich schon immer die Trauer und auch eine gewisse Wut wegen des Verlustes mitschwingt“, sagt der Sänger. Zwar lebt Thomas Katrozan heute mit seiner Familie in Leipzig, die Bindungen nach Wilchwitz, wo er aufwuchs, und nach Altenburg, wo er das Friedrichgymnasium besuchte, sind nach wie vor sehr eng. „Ich bin derzeit schon so oft, wie es geht beim Vater in Wilchwitz. Nach so einen schlimmen Ereignis, wie den Tod meiner Mutter, rückt man als Familie auch enger zusammen. Aber ohnehin war und ist Wilchwitz ein idealer Rückzugsort, eben mal raus aus der Großstadt.“ Und mindestens ein Song der Scheibe – „The Quest (Die Suche)“ – entstand in dem Nobitzer Ortsteil. „Den Text habe ich so vor zehn bis zwölf Jahren am Ufer der geliebten Wilchwitzer Teiche geschrieben.“ Sicher eher eine Ballade, aber auch kritische Töne klingen bei „Schablone“ mit an. So heißt ein Titel beispielsweise „Greta“ und ist Greta Thunberg, der schwedischen Begründerin der Schülerprotestbewegung „Fridays for Future“, gewidmet.

Katze bald auch im Kreis live

Ein wenig wirkt der 39-Jährige bis heute noch erleichtert, dass der Trubel um DSDS mit ihm als eine zentrale Figur abgeklungen ist. „Wo ja am Ende alles sehr streng limitiert und geregelt war und es einen riesigen Hype um uns gab.“ Fast imaginäre Glitzerwelten seien eben dies gewesen.

Auch in Altenburg, konkret in der Drogerie Müller, ist die Scheibe bald zu haben. Bis dahin erscheint jeden Freitag jeweils ein Titel in den sozialen Netzwerken neu. Wer nun Katze auch mal wieder live erleben will, der hat schon kommenden Monat die Chance dazu: Bei „Tanzfieber, der großen Jubiläumsveranstaltung anlässlich 100 Jahre Fußball in Zechau am 29. Juni, wird Katrozan einer der Gestalter des Live-Events sein. Neben der Hermes House Band und Lou Bega, Feuerherz und Maria Voskania. Und auf der Bühne gibt es für Katze dann auch ein Wiedersehen. Denn ebenfalls seine Aufwartung macht an diesem Abend zu Ehren des SV Blau-Weiß Zechau/Kriebitzsch auch Prince Damian. Der gewann anno 2016 die DSDS-Staffel, als Katrozan Dritter wurde. So schließen sich Kreise im kleinen Zechau. Vielleicht singen beide ein Lied von Katzes neuer Scheibe?

Kurzrezension: So klingt „Schablone“

Dass es auf „Schablone“ nicht sonderlich schwermütig zugehen wird, ist schon nach den ersten paar Takten von „Bleib wie du bist“ klar. Der Bass groovt angenehm knurrig, die Drums geben den entspannten Beat vor, die Gitarre zieht sich relaxt durch den Song, setzt, wo nötig, klare Akzente, hält sich aber sonst gediegen im Hintergrund. Über all das legt Thomas Katrozan einen vielleicht nicht sonderlich originellen, aber dafür sympathisch-direkten Text, singt vom Durchhalten beim Warten auf die große Liebe und ermutigt dazu, sich selbst zu akzeptieren. Garniert wird das ganze – ganz im Geiste des Genres – mit so manchem „Oh“ und „Yeah“. Nicht neu, aber niveauvoll.

Das lässt sich auch über die restlichen vier Songs – obendrauf gibt es noch eine Dub-Version von „Fieber“ – auf „Schablone“ sagen. Die setzen sich selbst zwar die Reggae-Genre-Grenzen, bewegen sich innerhalb dieses musikalischen Areals aber wunderbar frei. Da wird etwa zum Einstieg in „Greta“ mal eben augenzwinkernd der 80er-Sommer-Schwoofer „Kalimba De Luna“ zitiert und im nächsten Moment mit einer durchaus energisch vorgetragenen politischen Message vermischt. Daneben entwickelt sich „Fieber“ vom mit entspannten Keyboard-Flächen unterlegten Chill-out-Song zu einer immer freier agierenden Jam-Session, die in einer stakkatoartigen Aufzählung so ziemlich jeden relevanten Reggae-Musikers gipfelt. „The Quest (Die Suche)“ wiederum versprüht zu Beginn mit Akustikgitarre beinahe spanisches Flair, bevor der Titeltrack wieder in ausgetretenere musikalische Pfade zurückfindet.

Von Jörg Wolf

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