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Altenburg Tourismus im Altenburger Land braucht mehr Betten und Busse
Region Altenburg Tourismus im Altenburger Land braucht mehr Betten und Busse
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15:18 01.05.2019
Touristiker aus dem gesamten Landkreis trafen sich in Schmölln zum Gedankenaustausch. Mit dabei auch Lisa Piller und Ina Hofmann (vorn, von links) von der Tourismusinformation Altenburger Land. Quelle: Kay Würker
Altenburg

Es war eine beachtliche Zahl, die Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU) aufs Tableau brachte: Für rund 3,2 Millionen Menschen kommt das Altenburger Land als Tagesausflugsziel infrage. Sie wohnen im Umkreis, können in ein, zwei Stunden da sein. Und noch deutlich mehr Leute sind potenzielle Übernachtungsgäste. Allerdings: Der Landkreis ist auf größeren Zustrom im Moment nicht eingerichtet. Es klemmt an entscheidenden Stellen, von der Bettenzahl bis hin zum öffentlichen Nahverkehr. Auch das war eine deutliche Botschaft, die am Dienstagnachmittag zur Sprache kam – beim Runden Tisch des Tourismusverbandes Altenburger Land.

Mehrere Dutzend Tourismus-Akteure hatten sich zum Austausch im Schmöllner Hotel Bellevue getroffen. Hoteliers und Besitzer von Ferienwohnungen, Bürgermeister und Vereinsleute, Anbieter von Stadtquartieren und Landherbergen. Über die aktuelle Situation reden, Probleme benennen, darum ging es. In diesem Rahmen eine Premiere. André Neumann, Vize-Verbandsvorsitzender, moderierte das Treffen.

Aus des Hotels Altenburger Hof macht zu schaffen

Dass es viel zu tun gibt, zeigte ein Blick auf die Zahlen des Landesamtes für Statistik. 43 698 Ankünfte von Übernachtungsgästen wurden im Landkreis im vergangenen Jahr gezählt. Die buchten insgesamt 96 785 Übernachtungen. Mit diesen Werten liegt das Altenburger Land hinter den meisten anderen Tourismusregionen in Thüringen. Woran liegt das? Zum einen an der Zahl der verfügbaren Gästebetten, sagt die Statistik aus. Je mehr es davon gibt, desto mehr Besucher sind in der Regel zu verzeichnen. Mit aktuell nur 871 reservierbaren Nachtlagern gehört das Altenburger Land zu den Schlusslichtern im Freistaat. Bis ins Jahr 2015 waren es noch 1102 Betten – dann machte in Altenburg das große Hotel Altenburger Hof dicht.

Problem öffentlicher Nahverkehr

Doch nicht nur die Zahlen, auch die Standorte der Betten sind relevant. Denn neben dem begrenzten Kopfkissen-Kontingent gibt es ein zweites großes Hemmnis: den öffentlichen Busverkehr. Wer ohne Privatauto quer durch den Landkreis muss, braucht Zeit und Nerven, bestätigten am Dienstag diverse Touristiker am Runden Tisch. Speziell für Gäste und Gruppen, die mit dem Zug anreisen, ist es deshalb ein großer Unterschied, ob sie in Altenburg oder andernorts im Landkreis nächtigen.

„Wir hätten zum Beispiel die Teilnehmer des Deutschen Skatkongresses durchaus in verschiedenen Quartieren in der Region unterbringen können“, schilderte Lisa Piller, Leiterin der Tourismusinformation Altenburger Land. „Doch für den Verband kam als Übernachtungsort nur Altenburg infrage“ – um den Teilnehmern logistischen Aufwand zu ersparen. Die Großveranstaltung der in Altenburg ansässigen Vereinigung fand schließlich in Bonn statt.

Verständnisvolles Kopfnicken bei Jürgen Junghannß vom Rittergut Schwanditz und Matthias Buhl, Leiter der Jugendherberge Windischleuba. Sie haben regelmäßig Schülergruppen zu Gast und Transportprobleme. „Wenn Ausflüge auf dem Programm stehen, muss ich auf Leipziger Busanbieter zurückgreifen“, berichtete Buhl. Die Thüsac habe für solche Dienste keine Kapazitäten.

Neue Personalstelle fürs Radwegenetz

Und da das Thema nun schon mal auf die Verkehrsinfrastruktur des Landkreises gekommen war, sprachen andere Teilnehmer der Runde auch das lückenhafte Radwegenetz und die dürftigen Zuwegungen zum stark frequentierten Campingplatz Pahna an.

Immerhin: Hinsichtlich der Radwege soll sich bald was tun. Der Tourismusverband beschloss am Dienstag die Anstellung einer Art Wegewart, der Radrouten abfährt, Schwachstellen lokalisiert, die Beschilderung verbessert. Bezahlt wird die noch zu besetzende Personalstelle für zunächst zwei Jahre aus Fördermitteln.

Analyse der Übernachtungsangebote

Hinsichtlich der Übernachtungsangebote im Landkreis bereitet der Verband eine Analyse des Beherbergungsmarktes vor, für die sämtliche Betten-Anbieter befragt und auch externe Studien einbezogen werden sollen. Die Kernfragen: Wie ist die aktuelle Situation im Landkreis, welches Angebot wird in den nächsten Jahren gebraucht, wo muss nachjustiert werden?

Dass die Nachfrage von Städte- und Kulturreisenden in der Region mittelfristig steigt, davon gehen die Touristiker fest aus. „Aber um das Potenzial besser auszuschöpfen, müssen wir auf Tourismus-Ebene stärker an einem Strang ziehen“, mahnte André Neumann – durch mehr Zusammenarbeit, mehr Gespräche. Der Runde Tisch soll zur Regelmäßigkeit werden. Das nächste Mal im Herbst.

Von Kay Würker

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