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Altenburg Tradition trifft Vision: Zukunftslabor auf dem Altenburger Bauernmarkt
Region Altenburg Tradition trifft Vision: Zukunftslabor auf dem Altenburger Bauernmarkt
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07:48 29.04.2019
Im Heimatsalon hatten Stefani Hahn und Gregor Biastoch (vorn) sowie andere Studenten „Identitätsanker“ eingerichtet, führten Gespräche mit Einwohnern. Quelle: Jens Paul Taubert
Altenburg

Was haben der traditionsreiche Altenburger Bauernmarkt und ein visionäres Zukunftslabor gemeinsam? Beide waren am Sonnabend auf dem Altenburger Markt zu finden. Hunderte Fußreisende schoben sich durch die gute Stube der Stadt, vorbei an Frühblühern, Honig, Spargel und Korbwaren. Und manch einer bog auch ab zum Markt Nummer 31/32. Studierende der Bauhaus-Universität Weimar hatten dort einen sogenannten Heimatsalon eingerichtet. Ein Ort voller Erinnerungen.

Fotos aus DDR-Zeiten zeigten Altenburger Ansichten, die längst ihr Gesicht verändert haben. Dazu ein Modell vom Areal Rote Spitzen, Skatkarten, eine alte Nähmaschine aus Altenburger Produktion. „All das sind Identitätsanker“, sagte Robin Lindner, der den Heimatsalon organisiert hat. „Wir möchten darüber mit den Einwohnern ins Gespräch kommen, sie sollen uns über ihr Altenburg berichten.“ Etliche Salon-Gäste nutzten dafür am Wochenende die Gelegenheit.

18 junge Menschen wollen für Projekt Stadtfühlung aufnehmen

Ins Gespräch kommen, die Stadt kennenlernen – darum soll es den Studenten in den nächsten Wochen noch öfters gehen. 18 junge Frauen und Männer, unterstützt von gut einem halben Dutzend Uni-Dozenten, werden immer wieder vor Ort sein, im Schloss übernachten, Einheimische im Alltag begleiten. Sie wollen Stadtfühlung aufnehmen – aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Denn die Studenten lernen an vier verschiedenen Fakultäten: Kunst und Gestaltung, Bauingenieurswesen, Medien sowie Architektur und Urbanistik. Ein Ziel haben sie gemeinsam: Sie arbeiten an Zukunfts-Ideen für die alte Residenzstadt.

„Für die Uni Weimar ist dieses interdisziplinäre Semesterprojekt eine Premiere“, schildert Robin Lindner. Der künstlerische Mitarbeiter der Hochschule hat dazu den Anstoß gegeben. „Wir haben an der Uni vor allem angewandte Studiengänge. Das heißt vereinfacht gesagt: Wir bauen und konstruieren. In der Projektarbeit geht es nun um die theoretische Reflexion. Sie soll helfen, eigene Denkstrukturen zu hinterfragen. Und zum Beispiel zu reflektieren, wie bestimmte Entwicklungen auf die Menschen wirken.“

Ideenfindung wird bis in den Juli andauern

Bis Juli solle jeder Teilnehmer Gestaltungsideen entwickeln, wie sich Altenburg verändern könnte. „Die Studierenden haben keine Vorgaben. Ob sie architektonische Entwürfe kreieren, einen öffentlichen Platz auf dem Papier neu gestalten, Kunstwerke schaffen oder technische Lösungen etwa im Bereich der Infrastruktur erarbeiten, liegt bei ihnen.“ Am 19. Juli werden die Ergebnisse vor Ort präsentiert.

Skatstadt ideal als Zukunftslabor

Aber warum ausgerechnet Altenburg? Die Skatstadt sei ideal als Zukunftslabor, erklärt Robin Lindner. Die Größe sei repräsentativ für viele andere deutsche Mittelstädte, die Geschichte als Residenz-, Industrie- und Kulturstadt schaffe reichlich Ansatzpunkte, hinzu komme die geografisch interessante Lage zwischen der boomenden Großstadt Leipzig und dem in verschiedener Hinsicht ausgedünnten ländlichen Raum. „Was auch immer in diesem Zukunftslabor entsteht, soll am Lebensgefühl der Menschen hier angelehnt sein und nicht an statistischen Zahlen, die ja schon ausreichend ausgewertet wurden.“ Im besten Fall, sagt Uni-Mitarbeiter Lindner, bekommen nicht nur die Studierenden neue Denkanstöße, sondern auch die Altenburger.

Von Kay Würker

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